Mit einem »i« im Reich der Briten;
Doch höher stehe ich mit »e«,
Weil dann mich die Gelehrtenwelt
Zu einer ihrer Größen zählt.
189.
Wo herrschet heit’rer Sinn;
Mein erstes Zeichen fort,
Führ’ zwischen Bergen ich hin.
Nochmals das Haupt mir ab!
Im Kartenspiel ich Geltung hab.
190.
Drin findest an der Saale Strand
Du eine altersgraue Stadt:
Der Zeichen neun ihr Name hat.
Stell’ zwei der Zeichen um, im Nu
Hast eine Stadt in Baden du:
Am Bodensee, sie ist nur klein,
Doch ist berühmt ihr guter Wein.
191.
Mit »v« ein Fluß im deutschen Land.
192.
Ein Abschnitt muß ich sein,
Zumeist des Dichters Wille
Bringt Form in mich hinein.
Ist »e« in »a« verwandelt,
So wirst du durch mich reich;
Mit Wertpapieren handelt,
Wer mich besitzt, sogleich.
193.
Mit »L« dient es dem Drucker,
Mit »R« es wohl in Nöten
Jedweder gerne hat.
Besuchet hätt’s mit »V« jüngst
Gern auf dem Lande ich,
Da macht’ es durch die Rechnung
Mit »W« mir einen Strich.
194.
Und weißt du gern wie viel es sind,
So magst du das vorletzte Zeichen
Nur ohne weiteres durchstreichen.
195.
Doch muß es allezeit begleiten;
Mit »B« du siehst, nicht weit vom Rhein,
Ein schönes Land mit deutschen Leuten.
196.
Es nun als köstlich Kleinod erscheint;
Und nimmt man ihm den Kopf alsbald,
Ersteht es als ein Baum im Wald.
197.
Und werde in der neu’sten noch gesungen.
Obwohl ich, als ein Fisch, die Tafel ziere,
Sobald mein erstes Zeichen ich verliere.
198.
Ein Zeichen d’ran, mußt du sie ziehen.
199.
Wirf nur ein »n« hinein;
Im Restaurant, im Kaffeehaus
Wird’s dir zu Diensten sein.
200.
Kopflos Arabien mich hat;
Mit Kopf jedoch lieg’ ich nicht weit vom Rhein
Dem deutschen, den wir alle lieben,
Und lade, bist du krank, dich ein,
In mir, der doppelten, mich auszuüben.
201.
Kennst du der Liebe trauliches Symbol;
Das feste Band, das sich um Freunde windet,
Des Fürsten Heil, des Vaterlandes Wohl?
Doch hat es einen mächt’gen stillen Feind;
Streichst du des hohen Wortes erstes Zeichen,
Hast du die finstre Macht, die ich gemeint.
Im Kampf um höchstes Leid und höchste Lust;
Halt fest am Ganzen, laß sie nimmer streiten
In deiner stillen und zufriednen Brust!
(Hauff.)
V. Palindrom:
Das Wort ergibt auch rückwärts gelesen einen Sinn.
202.
Was sich in den Lüften regt,
Freut sich meiner innig.
Umgekehrt, zieh’ ich durchs Tal
Und verhüll der Sonne Strahl.
Nie willkommen bin ich.
203.
Du magst mich nun lesen
Von vorne, von hinten,
Stets bin ich gewesen,
Stets bleibe ich auch
Nach altem Gebrauch.
204.
Ein großer Staat bin ich in Asien gelegen.
205.
Rückwärts wechselt sie stets, ändert oft launisch die Form.
206.
Eingesperrt sind hinter mir;
Aber rückwärts ißt der Zecher
Mit Behagen mich zum Bier.
207.
Kehrst du mich um, nähr’ ich das Vieh.
208.
Umgekehrt bist du mir lieb.
209.
Bin ich doch immer seitwärts nur gewesen.
210.
An jeder Küste bin ich oft gewesen.
211.
Du wirst mich immer gleich an Sinn und Länge finden!
212.
Derselbe Vogel bleibe ich!
213.
Rückwärts ein treuloser Mann, David feindlich gesinnt.
214.
Voll von Büchern, groß und klein; –
Umgekehrt, – gebraucht’s der Müde,
Will er ruhig schlafen ein.
215.
Der Sinn wird dadurch nicht getrübt;
Es müssen’s einst wir alle werden,
Die wir noch leben hier auf Erden.
216.
Als eine Ahnfrau dir;
Liest du mich rückwärts, dann bin ich
Als Gruß der Grüße Zier.
217.
Stets liegt etwas Bestechliches in seinem Wesen;
Im ersten Falle Schmuck, Verschönerung es bedeutet,
Im zweiten Falle, was die Sinne lockt, verleitet.
218.
Erhebt dein Herz zum ew’gen Licht,
Und drehst du’s um, trägt es zur Schau,
Was heute dem Geschmack entspricht.
219.
Bin einem jeden ich bekannt;
Doch, wenn verstellt sind meine Zeichen,
Da muß nach Mähren ich dann weichen;
Dort aber gelt’ ich auch als Stadt,
Die immerhin Bedeutung hat.
220.
Alle, welchen du fehlst, sind Bettler oder sind schwächlich!
Rückwärts gelesen – bedeckt es die Messen mit bunten Gestalten,
Kommt nun, ihr Leser und sucht, – es ist Beides im Rätsel enthalten.
221.
Die – wird ihr Name umgewandt –
Dem Aug’ und Ohr ein Wörtchen beut,
Das den, der es empfängt, erfreut.
Daß das Erraten nicht zu schwer,
Sag’ ich dir jetzt noch etwas mehr:
Daß nämlich die gedachte Stadt
Zum Herrn den Herrscher Ungarns hat.
222.
Göttergestalten
Ward dereinst er hochverehrt,
Dessen Name zeigt verkehrt
Eine Stadt auf engem Land
Zwischen zweier Meere Strand.
223.
Bleib’ ich doch wie vorher,
Erschöpfend unveränderlich
Bis auf den Grund das Meer.
224.
Ich bleibe stets, was ich gewesen,
Versehe mein Geschäft ganz wacker,
Ich mach’ den Bauern mürb den Acker.
225.
Du triffst auf mir ein hitzig Wesen,
Vom Schmied und Schlosser angefacht,
Das schnell das Eisen weicher macht.
226.
Das eignet euch nicht trügerisch zu,
Sonst kommt es umgekehrt im Zorne
Und raubt euch des Gewissens Ruh’.
227.
Dieses kleine Wörtlein hier?
Kannst es vor und rückwärts lesen,
Gibt es Frag’ und Antwort hier.
228.
Tut dir das Wort, das meinige, kund;
Rückwärts lies es, und es umblüht
Griechische Anmut dein Gemüt!
229.
Ich steh vor ihr jahrhundertlang.
Es wird auch manchem vor mir bang,
Er wird durch mich zur Wahrheit streng verpflichtet.
230.
Strahlst du, erhabener Berg, zeigst ihm das heilige Land.
Scheidend nur durft es begrüßen der Führer des jüdischen Volkes;
Segen vermittelnd im Tod, wie er’s im Leben getan.
Lies verkehrt nun die Silben, die gleichfalls die Richtung dir zeigen,
Wo das verheißene Land, deiner Pilgerfahrt Ziel?
231.
Noch hält die längst bestrittne Krone
Die alte Königin der Welt.
Ob sie wohl je vom Throne fällt?
Vielleicht; doch lies’st du sie von hinten,
So wirst du einen König finden,
Der herrscht, seitdem die Welt besteht,
Das Reich nur mit der Welt vergeht;
Sie schießt nicht ewige Donnerkeile,
Doch ewig treffen seine Pfeile.
(Hauff.)
VI. Buchstabenrätsel:
Ein oder mehrere Buchstaben des Wortes werden verändert.
232.
Zwei Dutzend Brüder habe ich,
Und wenn wir nach der Ordnung stehen,
Bin ich der Zweite sicherlich;
Im Bad bin ich der Erst und werd nicht naß,
Im Grab der Letzte. – Was ist das?
233.
Ein Tierchen, munter stets und flink;
Mit St hat’s England aufzuweisen,
Man hört es dort als Münze preisen.
234.
Verbrenn’s, so wird aus E ein A.
235.
Mit »e« als tapf’rer Held genannt;
Mit »ü« als Kleiderstoff verwandt;
Mit »o« als Hund verfolgt durch Stadt und Land.
236.
Hat es mit »L« nur Lumpenwert.
237.
Weich iß’st du mich (d).
238.
Mit »i« an deinem Angesicht.
239.
Wer ruht nicht gern in selbem aus;
Mit »u« ist es im Herzensgrund,
Wer wird nicht gern von ihm gesund?
240.
Doch kannst du ihr gar leicht entgehen.
Mit »u« wird’s dir viel wen’ger glücken,
Wirst oft von ihr verletzt dich sehen.
241.
Und kam, als P, davon nach Haus;
Mein Herr, dem ich einst Feind gewesen,
Hat drauf zum Helfer mich erlesen.
242.
Der Herr die Länder stets behüten!
Verändert wird es dorthin zeigen,
Wo nach des Tages Stundenreigen
Die Stunde scheidend uns entschwindet,
Der Abendstern die nahe Nacht verkündet.
243.
Weil’s nutzbar, folgenreich und schwer;
Mit N als wertlos zu betrachten,
Weil nutzlos ist, gehaltlos, leer.
244.
Mit R weilt’s;
Mit M nährt’s;
Mit L beschwert’s;
Mit M ragt’s;
Mit G Dank sagt’s.
245.
Mit H, was schnell verrinnt.
246.
Vorn ein Zeichen hinweg, nennt es dir schnell einen Fluß.
247.
So einfach sind wie sein Gefieder.
Mit »e« ist’s eine Pflanze wert,
Mit »o« von Damen oft begehrt,
Mit »ü« such mich als Pflanze wieder.
248.
Und verwandelt den Glanz in den verderblichen Rost.
So auch wandelt ein Laut das Sinnbild der Reinheit und Unschuld
In das Sinnbild von Schmutz, Laster, Verderben und Schuld.
249.
An jedem Tag mit D;
An einem Binnenmeere ist’s
Ein Hafenort mit B.
Wo immer nur der Mensch auch weilt,
Mit F bestimmt es ihn ereilt.
250.
Mit G zählt es stets viele Jahre,
Mit K hat’s niemals Spitzen, Ecken –
Nun such’ die Lösung zu entdecken.
251.
Als eine Münze wohlbekannt;
Mit »o«, ein munterer Gesell,
Läuft auf vier Beinen er gar schnell.
252.
Mit T ein Land!
Ist Beides dir
Vielleicht bekannt?
253.
Ist es ein deutscher Fluß;
Doch eine deutsche Stadt
Wenn’s »l« am Ende hat.
254.
Mit R, der Ruhe, der Gesetze Feind,
Mit M, ein kleines Tier, des Lichtes Freund,
Mit L, ein Mädchenname schön und hehr,
Mit Fl, durchfurchet es das weite Meer.
255.
Trägt oftmals man sehr schwer daran,
Doch wenn sein drittes Zeichen weich,
Ist’s lieb dem Hungrigen sogleich.
256.
Der seines Hauptes Schmuck büßt’ ein. –
Mit »a« jedoch nur der allein,
Wer sagt die Lösung mir?
257.
Mit »e« erscheint’s, sobald die Nacht verschwindet,
Mit »o« ist es als gute Frau bekannt,
Mit »ö« ist es ein Ort voll Glut und Brand,
Mit »ü« es schützend um den Leib sich windet.
258.
Wird’s warm und trocken deinen Füßen sein.
259.
Mit F dem Auge bringt’s Genuß,
Mit G sieht’s froh der Landmann stehen,
Mit N läßt’s stolz der Krieger sehen.
260.
Es führen ihn viel schöne Damen.
Läßt du sein erstes Zeichen fort,
So nennt ein Lied das neue Wort;
Doch fügst in ihn ein »n« du ein,
Wird’s auf dem Meer zu finden sein.
261.
Und niemand schätze es gering:
Wer es nicht pfleget immerdar,
Der bleibet es mit »r« fürwahr.
262.
Mit T so manche Kleidung schmücken;
Mit K wächst es in meinem Garten;
Es gibt darum verschiedene Arten. –
263.
Die Gattin ein Gericht,
Das ist nicht allgewöhnlich
Und oft bekomm’ ich’s nicht.
Sie hängt ein einzig’ Zeichen,
Ein »d« der Speise an:
Freut sich, wenn sie vom Gärtner
Dafür sie kaufen kann.
264.
Und wer es bekommt, dem ist köstlich der Fund.
Seines Kopfes beraube nun dieses Wort
Und such’ es am Wasser, es findet sich dort!
VII. Homonym:
Dasselbe Wort hat verschiedene Bedeutung.
265.
Man läßt ihn stechen;
Es ist ein Vogel
Und ein Gebrechen.
266.
Sie aber ist ’ne süße Frucht.
267.
Als eine wohlbekannte Stadt;
Doch auch im lieben Vaterland,
Wo mich fast jede Stube hat.
268.
Er hat einem Tonstück den Namen verliehen.
269.
Der ich nicht diene.
Ein Dichter ist’s
Im andern Sinn.
270.
Ein Philosoph und weiser Mann.
271.
Als Werkzeug kann es große Lasten heben.
272.
Auch hat’s der Kutscher häufig in der Hand.
273.
Als Fluß durchwandert es Westfalen.
274.
Weiß man deine Schwere;
Bist du es den andern,
Schätzen sie die Ehre.
275.
Und bald ein deutscher Strom, der sich ins Meer ergießt.
276.
Ein Buch ist es, ein Berg, ein Kleiderstoff
Und auch ein Schmetterling.
277.
Doch zeige ich in anderem Sinn auch Trauer an.
278.
Und eines gibt mit ihnen acht.
279.
Und ist doch eine Stadt im Schwarzwaldkreis.
280.
Auch drückt man drauf gar manchen Kuß.
281.
In Jägers und in Kriegers Hand;
Doch mit dem finstern Tod zu ringen,
Werd ich vom Arzte angewandt.
282.
Und auch bei jedem Schneider siehst du uns auf mein Wort.
283.
Mein Vetter, der Tourist, bestieg es neulich.
284.
Macht jedermann im Augenblick.
285.
Du läufst davon!
Ein Stoß in mich
Gibt hellen Ton.
286.
Denk ich’s als Mehrheit mir;
Begleit ich dich auf Reisen,
Bin ich’s als Einheit dir.
287.
Eh’ man ihn genießt,
Und das gleiche Wörtchen
Jeder Gauner ist.
288.
Als wir gen Frankreich zogen;
Wer’s wird bei ’nem Geschäft,
Ist ganz gewiß betrogen.
289.
Wird’s pünktlich auf der Uhr geschlagen;
Ein Hauptwort, das oft manchen traf,
Als große, ja die größte Straf;
Doch muß man auch, damit das Leben
Gesichert sei, es immer geben.
290.
Doch schreibt man’s groß, wird’s eine Insel sein.
291.
Ein Geistlicher, doch kein Christ.
Macht man jedoch zwei Wörter draus,
Liegt es verächtlich vor dem Haus.
292.
So muß es jeder Kaufmann tun.
Groß aber zeigt es mancher Hain,
Und herrlich läßt sich’s drunter ruhn.
293.
Wenn ich Gewinn erstrebe.
Als Hauptwort schaff’ ich’s gleich mir an,
Wenn ich als Rentner lebe.
294.
Drum nimm du mich, wenn’s gilt mich zu verletzen;
Auf mich zu geh’n ist manchem Passion,
Wird auch nicht immer Beute ihm zum Lohn.
295.
Sind Gold und Ehre dein,
Hat, was du liebst, mein Rätselwort,
Wie gramvoll wirst du sein!
296.
Wird es gar zu keck,
Klein – kommt deren muntre Schar
Flink damit vom Fleck.