The Project Gutenberg eBook of 500 Rätsel und Rätselscherze für jung und alt
Title: 500 Rätsel und Rätselscherze für jung und alt
Author: Joseph Frick
Release date: February 15, 2010 [eBook #31281]
Language: German
Credits: Produced by Markus Brenner and the Online Distributed
Proofreading Team at http://www.pgdp.net
500 Rätsel
und
Rätselscherze
für jung und alt
Herausgegeben von
Ein Bringmichraus
für Schul und Haus
Der Sammlung »Spielbücher« 12. Band
Verlag von Otto Maier, Ravensburg
Ferd. Oechelhäuser’sche Buchdruckerei, Kempten-Allg.
I. Worträtsel:
Das ganze Wort wird umschrieben dargestellt.
1.
Vorne bin ich breit und hohl,
Hinten bin ich lang und schmal.
Fütt’re dich beim Mittagsmahl.
2.
Das Licht scheint durch. Was ist denn das?
3.
Ich weiß noch mehr;
Dann grün wie Gras,
Ich weiß noch was;
Dann rot wie Blut,
Ist’s noch nicht gut.
Schwarz wie Pech,
Jetzt ist es recht.
4.
Netz ihm gleich die Augenlider.
5.
Der seinen Namen rufen kann?
6.
Ich schreie ohne Lunge,
Ich habe auch kein Herz,
Und nehm’ doch teil an Freud und Schmerz.
7.
Und vor- und rückwärts lest dasselbe ihr.
8.
Ist es der Schüler, so wird ihn die leichteste Arbeit verdrießen.
9.
Es besitzen jedoch, können Monarchen allein.
10.
Zwei Finger brauch’ ich,
So mach’ ich Langes und Breites klein
Und trenne, was nicht beisammen soll sein.
11.
Bin ich zu allen Zeiten;
Doch Onkel, Tante, Stiefmama,
Die kann ich gar nicht leiden; –
Ein jedes Rätsel fang ich an,
Und jeden guten Rat;
Ja leider bin ich stets beim Wort
Und niemals bei der Tat.
12.
Sie haben mit Eifer ihr Spiel gemacht,
Und keiner verlor und jeder gewann,
Wer waren die Spieler? o, sage es an!
13.
Sondern was ich dir sage, sage ich dir, damit du
Mir sagst, was ich dir nicht sage.
14.
Es kennt sie sicher jedes Kind.
15.
Entzwei’n wir alles, was wir kriegen.
16.
So bin ich doch ein Diener nur;
Ich lasse mich verschieden nennen,
So wie ich steh’ auf Himmelsflur;
Ob ich voran der Herrin gehe,
Ob ihr ich oft im Rücken stehe.
17.
Du findest mich in jedem Hain;
Im Tal und Wasser bin ich auch,
Sogar in jedem Qualm und Rauch;
Im Schlaf komm ich dir zu Gesicht....
Weißt du des Rätsels Lösung nicht?
18.
Und jetzt, du weißt nicht, wie’s geschah,
Bin ganz im Dunkel ich entstanden
Und bin als schönes Kunstwerk da.
Der Künstler mußte mich behandeln,
Der Sonne Licht in Schwarz verwandeln,
Und glänzend Silber mußte schwinden,
Damit dich kannst getroffen finden.
19.
Wer es nimmt, der kennt es nicht;
Wer es kennt, der nimmt es nicht.
20.
Ich kann nicht, denn er tat gar schnell, was uns sein Name sagt.
21.
22.
Der Lahme sprang ihm hurtig nach,
Der Nackte steckt ihn in die Tasche:
Was ist das für ein Ungemach?
23.
Und hat doch kein Gewicht.
Es ruht auf mancher Flur;
Und dennoch sieht man’s nicht;
Nicht selten wird’s gelöscht
Und brennt zuvor doch nicht!
24.
Und hast in Höflichkeit gebeten,
Daß er es möchte doch dir geben.
Trotzdem wird es dich nicht beglücken,
Gibt jemand es aus freien Stücken.
25.
In jeder Brust, die sich bewegt,
In jedem Schmerz, der dich bedrückt,
In jeder Freud, die dich entzückt,
Doch nie in Leid und Seelenpein,
Wirst du mir schon begegnet sein.
26.
Und schlag des Gegners Waffe stumpf.
Nennst du mich »die«, führ’ ich mich ein
Als die Vasallin unseres Rhein.
27.
Auf Erden nicht gezeugt,
Mit der an Schnelle keine,
An Wut sich keine vergleicht.
Auf ihren Raub sich los,
Vertilgt in einem Grimme
Den Reiter und sein Roß.
Nicht Schloß, nicht Riegel kann
Vor ihrem Anfall schützen;
Der Harnisch – lockt sie an.
Den stärksten Baum entzwei;
Sie kann das Erz zermalmen,
Wie dicht und fest es sei.
Hat zweimal nie gedroht. –
Es stirbt im eignen Feuer;
Wie’s tötet, ist es tot!
(Schiller.)
28.
Den ich dir bildlich dargestellt,
Dann hör ich auf, dir das zu gelten,
Für was mich jetzt dein Sinn noch hält.
29.
Und wem es fehlt, der ist gesund.
Wer es verschweigt, vermag uns viel zu sagen,
Und wer es sagt, der hält stets reinen Mund.
Der Geizige vermag es fortzuschenken;
Der üppige Verschwender knappt sich’s ab.
Wer niemals denkt, wird immer daran denken,
Und jeder nimmt es mit sich in das Grab.
30.
Gespenstisch oft, ist es ein Feind des Lichts.
Wo Blümlein welken auf der öden Flur,
In Trauer hüllt’s die sterbende Natur;
Die Müden all zu süßer Rast und Ruh
In stillen Stunden deckt es friedlich zu.
Es schmückt die Maid, wenn Lieb und Glück ihr winkt,
Umhüllet sie, wenn Lieb und Glück versinkt,
Wenn ihr die Letzte, die ihr Hort und Halt,
Entrissen durch des Todes Allgewalt.
Es deckt im Sarge sie, wie einst die Wiege,
Bis die Posaune schallt zum großen Siege.
31.
Hoch über einen grauen See;
Sie baut sich auf im Augenblicke,
Und schwindelnd steigt sie in die Höh.
Ziehn unter ihrem Bogen hin,
Sie selber trug noch keine Lasten
Und scheint, wie du ihr nahst, zu fliehn.
So wie des Wassers Flut versiegt.
So sprich, wo sich die Brücke findet,
Und wer sie künstlich hat gefügt?
(Schiller.)
32.
Viel tausend Schafe silberweiß;
Wie wir sie heute wandeln sehen,
Sah sie der allerältste Greis.
Aus einem unerschöpften Born,
Ein Hirt ist ihnen zugegeben
Mit schön gebognem Silberhorn.
Er überzählt sie jede Nacht,
Und hat der Lämmer keins verloren,
So oft er auch den Weg vollbracht.
Ein muntrer Widder geht voran.
Die Herde, kannst du sie mir deuten?
Und auch den Hirten zeig mir an!
(Schiller.)
II. Charaden:
(Silbenrätsel.)
Zuerst sollen die einzelnen Silben, dann das Ganze eines mehrsilbigen Wortes erraten werden.
33.
Wenn’s Zweite sich im Sumpfe regt;
Das Ganze schreit und ist nicht still,
Wenn sich das Wetter ändern will.
34.
Auf Erden ausgestreut;
Es ziert den Garten und das Feld,
Es schmückt manch buntes Kleid.
Das Zweite trägt des Herrschers Haupt, –
Wo auch sein Reich mag sein,
Das Ganze jedes Blümelein
Und sei es noch so klein.
35.
Mein Zweites ist nicht rund;
Mein Ganzes ist ein schlaues Tier,
Weit schlauer als der Hund.
36.
Die Zweite ist dem Fels verwandt; –
Das Ganze gibt der Meeresstrand
Und wird, verschönt durch Menschenhand,
Als Schmuck in alle Welt versandt.
37.
Die Zweite man am Himmel schaut;
Das Ganze aus dem Meeresgrunde,
Behagt des Reichen leck’rem Munde.
38.
Die letzten Zwei die Köchin dir bereitet; –
Das Ganze etwas dir besagt,
Aus dem man die zwei Ersten macht.
39.
Und letzte Beide vom Ganzen für erste Beide gemacht.
40.
Mein Ganzes ziert, bewacht, verteidigt, stößt auch nieder.
41.
Die Andere die Sachen zum Beißen;
Das Ganze hindert am Beißen.
42.
Das Zweite ist kein Scherz;
Halt dich vom Ganzen rein,
Denn es schreit himmelwärts!
43.
Mein Zweites wächst am sonnigen Gelände;
Mein Erstes macht man aus der Zweiten,
Das Ganze kannst im Herbst am Stock du schneiden.
44.
Mit letzten zwei kriegst du wohl Geld überall;
Schaust du dich nach dem Ganzen um,
So findest du ein Großfürstentum.
45.
Sähest du dich nie;
Auf die grünen letzten zwei
Treibt man oft das Vieh.
Droben auf des Berges Grad
Man das Ganze sicher hat.
46.
Die Zweite ist dem Helden eigen;
Im Ganzen wird im wahren Sinne
Der Mensch sich nimmer freundlich zeigen.
47.
Wer meine Zweite ist, dem mangelt Geld.
Das Ganze wird in ernsten Tagen
Gar oft geblasen und geschlagen.
48.
Mein Zweites – nicht schwer;
Mein Ganzes gibt Hoffnung,
Doch trau nicht zu sehr!
49.
Ist die ersten Beiden, drum ein guter Christ;
Eine Farbe meine dritte Silbe ist;
Der Tiroler trägt das zarte Ganze auf dem Hut.
50.
Mit jedem Tage sind sie neu.
Gar viel verliert das Leben dess’ an seinem Glanze,
Der schon als Kind vermissen mußt das süße Ganze.
51.
Nicht klug ist, wer lange den Kopf sich zerbricht.
52.
Die Zweite kommet nur bei Nacht.
Einzeln – nur jedes nützen kann,
Zusammen – richtet’s Schaden an.
53.
Die letzten sollten sicher treffen.
In mancher Schlacht, in manchem Treffen
Nützt wohl das Ganze ungemein.
54.
Die dritte kann uns wärmen;
Das Ganze aber zittert,
Von jedem Wort erschüttert.
55.
Eines Tieres Schrei
Bilden eine Blume;
Deute, was das sei!
56.
Als ein schöner Feiertag;
Nettes Tierchen ist das Zweite,
Lebt in Feldern, wohnt im Hag;
Ist das Ganze gleich kein Vogel,
Doch es Eier legen mag.
57.
Füg sie zu einem Worte du!
So hast du, wenn es dir gerät,
’ne viel genannte Majestät.
58.
Und eine ist der andern gleich;
Sie führen dich zu ungeschlachten Wilden
Und in der Roheit häßlich Reich.
59.
Sieh, wie am Weihnachtsbaum sich das Ganze verzehrt.
60.
Merkst du es zeitig, du wirst: »haltet die letzte mir« schrei’n.
61.
Durch dunkle Nacht drängt sich das erste Silbenpaar:
Mög’ oft das Ganze dein erwachend Aug’ erfreun –
Und ungetrübt die Lust des Lebens dir erneuen.
62.
Zu Kleidern grob und fein.
Die dritte darf im Glase nicht,
Soll Wert es haben, sein.
Wer ’s Ganze heute noch nicht kennt,
Der geh’ und such’s im Parlament.
63.
Das Zweite gut, um zuzuschlagen;
Das Ganze läßt den Gaumen zagen,
Ist aber heilsam für den Magen.
64.
Das Ganze soll man heilig halten.
65.
Drei, Vier, die bestrafen das Büblein sogleich,
Hat’s Jemand gespielt ein’ tückischen Streich;
Das Ganze benutzt man, merk’s wohl, zu ’nem Sport.
66.
Mit gleich und ungleich wechselt die Dritte;
Das Ganze blickt aus vergangener Zeit,
Und lebt in Märchen weit und breit.
67.
So zeigt mein Zweites dir der Stunden Eile;
Willst du das Erste zu dem Zweiten fügen,
So kann das Ganze auch dein Ohr vergnügen.
68.
Heraus aus der Ersten, das Ganze viel schafft.
69.
Schwing freudig dich mit ihnen auf,
Wenn sie zu Hohem führen;
Doch hurtig halte sie zurück,
Wenn sie im nächsten Augenblick
Dich suchen und verführen.
Oft eilen sie der Zeit voraus
Und malen deine Zukunft aus
Umstrahlt vom Glück und Glanze.
Schnell tritt die Wirklichkeit herfür,
Macht dir durch alles eine Vier,
Und ich – ich mach’ das Ganze.
70.
Der Anatomie und Analogie,
Die letzten Beiden aus Sophokles
Man kennt sie aus der Mythologie.
Das Ganze sang Weines und Weibes Preis,
Selbst als schon sein Haar war silberweiß.
71.
Das zweite ist in Küche, Keller, Stube;
Das Ganze wird geschätzt nur sehr gering,
Und dennoch ist’s ein oft begehrtes Ding.
72.
Und nennen was durch Erb und Kraft
Dir zugehört. Der Dritten Reigen
Fünffältig tritt im Leben auf.
Das Ganze zeigt bei jung und alt
Sich stets in häßlicher Gestalt.
73.
Die beiden letzten nimm’ gut in Verwahrung,
Ihr Dienst dir unentbehrlich ist;
Das Ganze führt zu mancher Klage,
Man sagt, es sei ’ne rechte Plage,
Nun rat einmal, was das wohl ist!
74.
Klafft dir zumal das Dritte weit;
Und doch das Ganze freut alljährlich
Als Blümchen dich zur Sommerzeit.
75.
Des Ersten Silb’ Bezeichnung trägt.
Die Zweite, die von höchstem Wert,
Fünffacher Art dir ward beschert.
Dem Ganzen bleibe immer feind,
Da sich’s mit Tugend schwer vereint!
76.
Die Dichter ihres Geistes Gaben;
Die zweite doch freut Menschen nur,
Die nicht Empfindung für das Schöne haben;
Mein Ganzes ist die Quelle großer Taten,
Und mit ihm muß der Leser mich erraten.
77.
Drei, Vier sind dem Krieger heilig,
Das Ganze hängt von dem Ersten ab,
Bewegt sich bald langsam, bald eilig.
78.
Brächt’, meinst du oft, mein Erstes auch noch Frist,
Weißt du auch nimmer, ob es neu erschließe
Sich deinem Aug’, ob du an ihm noch bist.
Mein Zweites heischt von dir des Bettlers Bitte,
Zum Namensfest gibst du’s, zum heil’gen Christ,
Auch sonst wohl lockt in deiner Lieben Mitte
Es oftmals ab dir Schmeichelei und List.
Mein Ganzes – wie in Koffern, Truhen, Schränken,
Sie’s emsig sammeln, ist der Bräute Denken.
79.
Die Zweite bringet immer Weh’n,
Das Ganze siehst du formenkühn
Durch eines Malers Kunst ersteh’n.
80.
Die Zweite freut Alte und Junge sehr.
Das Ganze läuft leicht auf vier Beinen daher.
81.
Die Zweiten machen Lärm in allen Zonen.
Das Ganze mag bei Furcht, wie grimm’ger Kält’ geschehen,
Wer hätt’ im Leben mich nicht schon oft gesehen!
82.
Das zweite gibt viel wohlgezielte Schläge,
Das Ganze tönt, nicht jedes Ohr erlabend,
Vom frühen Morgen bis zum späten Abend.
83.
Nimmst ihr den Kopf, so kannst du’s an dir seh’n.
Die Zweite ist dem Freunde stets viel wert,
Und wird von jedem Menschen gern geehrt.
Durch’s Ganze aber wird so manche Schlacht
Durch Künstlers Hand recht anschaulich gemacht.
84.
Was es uns verspricht,
Wird die zweite seiner Silben
Uns zur Ersten nicht.
85.
Die Zweite liebt, wer gern der Stadt entflieht;
Das Ganze ist ein mächtig-stolzes Reich,
Dem seine Grenzen oft das Erste scheinen.
86.
Wenn du die Letzten liebst;
Mein Ganzes ist vorüber,
Sobald du Antwort gibst.
87.
Jedoch die Zwei hat jedermann,
Und mit dem Ganzen man ein Ziel
Mit leichter Mühe treffen kann.
88.
Scheu’ der Ersten Spitze nicht!
Sind zum Ganzen sie vereint,
Dir ein Märchenbild erscheint.
89.
Die beiden andern können fliegen.
Das Ganze winkt dir seinen Gruß
Fern von des Harzgebirges Zügen.
90.
Und auch der König hat’s;
Das Zweite führt dich schnell davon
Nach einem andern Platz,
Das Ganze ist ein häßlich Ding,
Steht niemandem wohl an;
Es achtet andere gering,
Weil weiter es nichts kann!
91.
Muß, eh’ man die Erste schaut,
Manche Zweite groß und klein
In den Bau gefüget sein.
Wenn du willst das Ganze seh’n,
Mußt nach Österreich du geh’n:
Nimm den Bergstock in die Hand,
Wandere in’s Alpenland!
92.
In jedem Ort, noch so entlegen,
Das Erste ist dir immer nah.
Was teuer dir und wert erscheinet,
In einem kurzen Wort erscheinet,
Steht in der zweiten Silbe da!
Und fügst du beide dann zusammen,
Gibt’s einen schönen deutschen Namen,
Besinne dich! Du kennst ihn ja.