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A Middle High German Primer / Third Edition cover

A Middle High German Primer / Third Edition

Chapter 17: TEXTS
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About This Book

A practical introduction to Middle High German that presents pronunciation, phonology, and a systematic grammar alongside graded reading passages with notes and a glossary. It surveys vowel and consonant systems and sound changes, sets out noun declensions, adjective comparison, pronouns, verb classes, and syntax, and supplies paradigms, examples, and exercises. Selections from medieval poets and annotated texts provide practice in reading original materials, while editorial notes and bibliographic pointers guide further study. The revised edition expands the grammatical exposition and adds texts so beginners acquire the core tools needed to approach more advanced reference works and editions.

TEXTS

Line numbers have been removed from the prose passages. In the verse passages, some unstressed e’s, and a few i’s, were printed with an under-dot: ẹ ị. This usage is not explained. Some under-dots may be flyspecks, and a few umlauts were uncertain.

I
BERTHOLD VON REGENSBURG.

His name was properly Berthold Lech. He was the most celebrated preacher of the thirteenth century. He died in Regensburg in 1272. The following extract is from a sermon on Matt. v. 8.

‘Sælic sint die armen: wan daȥ himelrīch ist ir,’ etc. Mit disen aht tugenden sint alle die ze himelrīche komen, die dā sint, und mit den selben aht tugenden müeȥent noch alle die dar komen, die iemer mēr dar komen süln. Nū wil ich die siben under wegen lān und wil niuwen von ir einer sagen, wan alse vil guoter dinge an ir ieglīcher ist; und von ir ieglīcher wære gar vil und gar lanc sunderlīchen ze sagenne; und wie manigiu untugent uns an disen ahte tugenden irret, daȥ würde eht von ieglīcher gar lanc ze sagenne. Wan man eȥ alleȥ in einer predigen niht verenden mac, noch in vieren, noch in zehenen, sō wil ich iu hiute niuwen sagen von den, die ein reine herze habent, und von den man hiute dā liset in dem heiligen ewangelio ‘sælic sint, die reines herzen sint: die werdent got sehende.’A Die sint wol von rehte sælic, die dā got sehent. Ein übergülde ist eȥ aller der sælikeit, diu ie wart oder iemer mēr eht werden mac, swer got ansehende eht wirt, alsō süeȥe und alsō wünneclich ist diu gesiht, die man an got siht. Sō wart nie deheiner muoter ir kint nie sō liep, ān unser frouwen, und solte si eȥ drīe tage ane sehen ān underlāȥ, daȥ si anders niht enpflæge, wan eht si ir liebeȥ kint solte an sehen: si æȥe an dem vierden tage vil gerner ein stücke brōtes. Und wolte ich vil gerner, daȥ ich alsō ein guot mensche wære, als daȥ wār ist, daȥ ich iezuo reden wil. Ob daȥ alsō wære, daȥ man zuo einem menschen spræche, der iezuo bī gote ist, ‘du hāst zehen kint ūf ertrīche, und du solt in koufen allen samt, daȥ sie ēre und guot haben unz an ir tōt, dā mit, daȥ du einigen ougenblic von gotes angesiht tuost, niuwen als lange als einȥ sīn hant möht umbe kēren, und sich danne wider zuo gote, und du solt dīn ougen niemer mēr von im kēren’: der mensche entæte sīn niht. Alse wār, herre, dīn wārheit ist, alse wār ist disiu rede, daȥ er disiu zehen kint unze an ir tōt ē nāch dem almuosen lieȥe gēn, ē danne er sich die kleine wīle von gote wolte wenden. In habent die engel wol sehzic hundert jār an gesehen, und sehent in hiute als gerne als des ērsten tages. Und sie sint ouch alle samt sam des ērsten tages, dō sie got an sehende wurden. Dō wart ir deheiner sīt nie eltlīcher danne des ērsten tages, und sint doch sider wol sehzic hundert jār alt. Swelher hundert jār alt würde under uns, der wære den liuten alse smæhe an ze sehenne von ungestaltheit und von dem gebresten, den daȥ alter an im hæte gemaht: sō mālet man die engele—dā sehet ir wol, swā man sie mālt, daȥ man sie eht anders niht enmālt wan als ein kint von fünf jāren, als junclich, oder von sehsen. Wan alle, die got sehent, die werdent niemer eltlīcher, die in in himelrīche sehent in sīnen freuden und in sīnen ēren. Ūf ertrīche sehen wir in alle tage in sīnem gewalte. Dehein irdenischer muot noch irdenisch līp möhte daȥ niht erlīden, daȥ in dehein irdenisch ouge iemer an gesehen möhte in sīnen freuden und in sīnen ēren, als er ze himelrīche ist. Wir sagen iu ettewenne ein glīchnisse, wie schœne got sī. Seht, alleȥ daȥ wir iemer gesagen künnen oder mügen, daȥ ist rehte dem glīche, als obe ein kint uns solte sagen, ob eȥ müglich wære, von aller der wirde und von aller der gezierde, die diu werlt hāt, von der liehten sunnen, von den liehten sternen, von edelre gesteine craft und von ir maniger slahte varwe, von der edelen würze craft und von dem edelen gesmacke, und von der rīchen gezierde, die man ūȥer sīden und ūȥer golde machet in dirre werlte, und von maniger hande süeȥen stimme, die diu werlt hāt, von vögelīn sange und von seitenspil, und von maniger hande bluomen varwe, und von aller der gezierde, die disiu werlt hāt. Alse unmügelich unde alse unkuntlīchen eime kinde dā von ze redenne ist, als unkunt ist ouch uns dā von ze redenne, von der unsegelīchen wünne, diu dā ze himel ist, und von dem wünneclīchen antlütze des lebendigen gotes. Wan alliu diu freude, diu dā ze himele ist, der ist niht wan von dem schīne, der von unsers herren antlütze gēt. Und rehte als alle sternen ir lieht von der sunnen nement, alsō habent alle heiligen ir gezierde und ir schōnheit von gote, und engele und alleȥ himelische her. Reht als alle die sternen des himeles, der māne und die planēten, grōȥ und kleine, die habent alle samt ir lieht von der sunnen, diu uns dā liuhtet: und alsō hāt alleȥ himelischeȥ her, engel und heiligen, die hœhsten und die minnesten, die habent alle samt ir freude und ir wünne und ir gezierde und die ēre und die wirde und ouch die schœnde, daȥ habent sie alle samt von der angesihte gotes, daȥ sie got an sehent. Die engele, die dā unser hüetent, die sehent in ze aller zīt an, als ob sie bī im wæren. Wan alliu diu freude, diu in himelrīche ist, diu diuhte sie ze nihte, solten sie got niht an sehen. Und dā von ‘sælic sint, die reines herzen sint; wan sie werdent got sehende.’ Nu sehent, wie sælic die sint, die dā reineȥ herze tragent. Ir, junge werlt, die noch unbewollen sint mit sünden, behaltent iuwer herze vor allen tœtlīchen sünden, sō werdent ir got sehende in solīchen freuden und in sō grōȥen ēren, die ouge nie gesach oder ōre nie gehōrte, alse sant Paulus dā sprichet; und alse sant Johannes sprichet: ‘wær eȥ mügelich, daȥ man eȥ alleȥ samt geschrīben möhte, sō möhte diu werlt diu buoch in ir niht behalten, dā eȥ an gestüende, daȥ ich gesach. Und alleȥ, daȥ ich gesach, daȥ was niht wan got alleine.’ Und dar umbe möhten wir doch gerne ze dem himelrīche komen und drumbe arbeiten. Ob uns niht diu minne und diu liebe dar twünge, der wir gote schuldic sīn, seht, sō möhten wir dar umbe dar komen, durch daȥ wunder, daȥ dā ist. Eȥ ist maniger vor mir: der im von sō getāner freude seite, daȥ si jenhalp meres wære, er füere gar gerinclīchen dar von hinnen über mer, niuwen daȥ erȥ gesæhe. Sō möhtent ir hundertstunt gerner dar umb arbeiten, daȥ irȥ iemer mēre ēwiclīchen nieȥen soltet. Die vil wünneclīchen angesiht des almehtigen gotes und der himelischen küniginne ze der zeswen sīner sīten in guldīner wæte, die möhtet ir gerne an sehen. Wan würde iu einiger anblic, sō wære in alliu diu freude und diu ēre und aller der wollust, den diu werlt ie gewan, daȥ wær iu hinne für als widerzæme und ouch alse unmære, reht als sant Paulus dā sprach. Nu hœret wie er sprach; er sprach: ‘alliu diu ēre und diu freude und daȥ gemach, diu disiu werlt ie gewan von keisern und von künigen, wider der freude, diu in himelrīch ist; als widerzæme einem wære ein diep an einem galgen, als kurz einem diu wīle dā mite wære, daȥ er einen erhangen man triuten solte, wider aller der freude, die diu werlt hāt: alse widerzæme ist mir diu freude aller der werlte wider der ēwigen freude.’ Ei wol iuch wart, daȥ iuch iuwer muoter ie getruoc, die sō getāne freude süln besitzen. Der ist, ob got wil, vil maniger vor mīnen ougen. Ouch ist maniger, der vil kleine freude dar für nimt hie ūf ertrīche, und daȥ dem guoten sante Paulen gar versmāhte, des wirt im der tūsentste teil niht. Und die habent übel kouft, die sō übergrōȥe freude gebent umb ein sō kurzeȥ freudelīn in dirre werlte. Die habent übel gevarn; wan sie habent weder hie noch dort niht. Als ich iezuo sprach, rehte in glīcher wīse, rehte alse alle sternen des himeles ir lieht von der sunnen habent, alsō hāt alleȥ himelisch her ir lieht von dem wāren sunnen, sīt danne unser herre der wāre sunne und daȥ wāre lieht ist, alse der guote sant Johannes dā sprichet. Der hei et in daȥ wāre lieht; als ouch daȥ vil wār ist: wan er ist daȥ wāre lieht, daȥ niemer mēr verlischet. Und alle, die von sīme gotvarwen liehte enzündet werdent, die erleschent ouch niemer mēre von der schōnheit, die sie von dem wāren sunnen hānt. Und als vil diu sunne liehter und gelpfer ist, danne wir dā sehen, rehte als vil diu liehtes und glastes über alle sterne hāt, die an dem himel stēnt: als vil hāt der wāre sunne in himelrīche schīnes und glastes mēr über alle engele und ist geschœnet und gewirdet an allen ēren, alse billich ist. Und dā von sint sie sælic, die ein reineȥ herze habent; wan si werdent got sehende

II
THE SWABIAN LANTREHTBUOCH.

This work was compiled by David von Augsburg, about 1280 A.D.

Hie hebet sich an daȥ Lantrehtbuoch.

Herre got, himelischer vater, durch dīne milte güete geschüefe du den menschen in drīvaltiger werdikeit. Diu ērste, daȥ er nāch dir gebildet ist. Daȥ ist ouch ein alsō hōhiu werdikeit, der dir alleȥ menschlich künne sunderlīchen immer danken sol. Wan des haben wir gar michel reht, vil lieber herre, himelischer vater, sīt du uns zuo dīner hōhen gotheit alsō werdiclīchen geedelt hāst. Diu ander werdikeit, dā du, herre got, almähtic schepfer, den menschen zuo geschaffen hāst, daȥ ist diu, daȥ du alle dise werelt, die sunnen unde den mānen, die sterne unde diu vier element, viur, waȥȥer, luft unde die erden, die vogel in den lüften, die vische in dem wāge, diu tier in dem walde, die würme in der erden, golt unde edel gesteine, der edeln würze süeȥen smac, der bluomen liehte varwe, der boume fruht unde ēt alle crēatūre: daȥ hāst du, herre, alleȥ dem menschen ze nutze unde ze dienste geschaffen durch die triuwe unde durch die minne, die du ze dem menschen hetest. Diu dritte werdikeit, dā du, herre, den menschen mit gewirdet unde geedelt hāst, daȥ ist diu, daȥ der mensche die wirde unde die ēre, die vreude unde die wünne immer mit dir ēwiclīchen nieȥen sol. Der werelde dienst unde nuz hāst du, herre, dem menschen umbe sust gegeben ze einer manunge unde ze einem vorbilde. Sīt des sō vil ist, des du, herre, dem menschen umbe sust gegeben hāst, dā bī sol der mensche nu trahten, sō mege des wol gar übermæȥiclīchen vil sīn, des du dem menschen umbe sīnen dienst geben wilt. Unde dar umbe sol ein iegelīch mensche got dienen mit ganzen triuwen; wan der lōn ist alsō übermæȥiclīchen grōȥ, daȥ in herzen sin nie betrahten möhte noch menschen zunge nie gesprechen möhte, noch ougen sehen künde in nie beliuhten, noch ōre nie gehœren. Daȥ wir nu got der hōhen werdikeit gedanken unde den grōȥen lōn verdienen, des helfe uns der almähtige got. āmen.

Sīt uns got in sō hōher werdikeit geschaffen hāt, sō wil er ouch, daȥ wir werdeȥ leben haben, unde daȥ wir einander wirde unde ēre erbieten, triuwe unde wārheit, niht haȥ unde nīt einander tragen. Wir sullen mit fride unde mit suone under einander leben. Fridlich leben hāt unser herre got liep. Wan er kom von himelrīche ūf erderīche durch anders niht wan durch den rehten fride, daȥ er uns einen rehten fride schüefe vor der ēwigen marter, ob wir selben wellen. Unde dā von sungen die engel ob der krippen: ‘Gloria in excelsis deo et in terra pax hominibus bonae voluntatis’—‘Gots ēre in dem himel unde guot fride ūf der erden allen den, die guoten willen habent ūf erderīche!’ Dō unser herre got hie ūf erderīche gie, sō was daȥ ie sīn ellich wort: ‘Pax vobis!’ daȥ sprichet: ‘der fride sī mit iu!’ unde alsō sprach er alle zīt zuo sīnen jungern unde zuo andern liuten. Unde dā bī suln wir merken, wie rehte liep der almehtige got den rehten vride hāt. Wan dō er von erderīche wider ūf zuo himel fuor, dō sprach er aber zuo sīnen jungern: ‘der vride sī mit iu!’ unde enphalh dem guoten Sant Pēter, daȥ er phleger wære über den rehten fride, unde gap im den gewalt, daȥ er den himel ūf slüȥȥe allen den, die den fride hielten, unde swer den fride bræche, daȥ er dem den himel vor beslüȥȥe. Daȥ ist alsō gesprochen: ēt alle, die diu gebot unsers herren zebrechent, die habent ouch den rehten fride gebrochen. Daȥ ist ouch von gote reht, swer diu gebot unsers herren zebrichet, daȥ man dem den himel vor besliuȥet, sīt uns got nu geholfen hāt, daȥ wir mit rehtem leben unde mit fridlīchem leben daȥ himelrīch verdienen mügen. Wan daȥ was niht vor gotes geburt, swie wol der mensche tæt in aller der werelde, sō mohte er doch ze dem himelrīch niht komen. Got geschuof des ērsten himel unde erden, dar nāch den menschen unde sazte in in daȥ paradys. Der zebrach die gehōrsam uns allen ze schaden; dar umbe gienge wir irre sam diu hirtelōsen schāf, daȥ wir in daȥ himelrīch niht mohten, unz an die zīt, daȥ uns got den wec dar wīste mit sīner marter, unde dar umbe solde wir got immer loben unde ēren von allem unserm herzen unde von aller unserre sēle unde von aller unserre maht, daȥ wir nu sō wol ze den ēwigen freuden kæmen, ob wir wolden; daȥ hie vor manigen heiligen patriarken unde prophēten tiure was. Diu genāde unde diu sælikeit ist uns kristen liuten nu widervaren, daȥ wir nu wol daȥ himelrīch mugen verdienen. Unde swer des niht entuot unde diu gebot unsers herren zebrichet, daȥ richet er billīchen an im.

Von vrīen liuten.

Wir zelen drīer hande vrīen. Der heiȥent eine sempervrīen: daȥ sint die vrīen herren, als fürsten unde die ander frīen ze man hānt. Sō heiȥent die andern miter vrīen: daȥ sint die, die der hōhen vrīen man sint. Die driten vrīen daȥ sint die vrīen lantsæȥen, die gebūren, die dā vrī sint. Der hāt ieglīcher sīn sunder reht, als wir her nāch wol bescheiden.

Von tiutscher liute ēren.

Die tiutschen kiesent den künic: daȥ erwarb in der künic Karl. Swenne er gewīhet wirt unt ūf den stuol ze Ache gesetzet wirt mit der willen, die in erwelt hānt, sō hāt er küniclīchen gewalt unde namen.—Den künic kiuset man ze rihter umbe eigen unde umbe lēhen unde über ieglīches menschen līp unde umbe alleȥ, daȥ vür in ze klagen kumet. Der keiser mac in allen landen niht gesīn, unde mac alleȥ ungerihte niht verrihten. Dā von līhet er den fürsten unde andern herren wereltlīch gerihte. An die vierten hant mac dehein gerihte nimmer komen mit rehte, dā man umbe menschenbluot rihten sol ode umbe alle vrevel.

III
HARTMAN VON OUWE.

He was born somewhere between 1160-1170, in the neighbourhood of Rottenburg in Swabia, and died about 1220.

The following extract is taken from Paul’s edition: Der Arme Heinrich, Halle, 1882.

Ein ritter sō gelēret was

daȥ er an den buochen las

swaȥ er dar an geschriben vant.

der was Hartman genant,

5

dienstman was er ze Ouwe.

er nam im mange schouwe

an mislīchen buochen:

dar an begunde er suochen

ob er iht des funde

10

dā mite er swære stunde

möhte senfter machen,

und von sō gewanten sachen

daȥ gotes ēren töhte

und dā mite er sich möhte

15

gelieben den liuten.

nu beginnet er in diuten

ein rede die er geschriben vant.

dar umbe hāt er sich genant,

daȥ er sīner arbeit

20

die er dar an hāt geleit

iht āne lōn belībe,

und swer nāch sīnem lībe

sī hœre sagen oder lese,

daȥ er im bittende wese

25

der sēle heiles hin ze gote.

man seit, er sī sīn selbes bote

unde erlœse sich dā mite,

swer über des andern schulde bite.

Er las ditze mære,

30

wie ein herre wære

ze Swāben geseȥȥen:

an dem enwas vergeȥȥen

deheiner der tugende

die ein ritter in sīner jugende

35

ze vollem lobe haben sol.

man sprach dō niemen alsō wol

in allen den landen.

er hete ze sīnen handen

geburt und dar zuo rīcheit:

40

ouch was sīn tugent vil breit.

swie ganz sīn habe wære,

sīn geburt unwandelbære

und wol den fürsten gelīch,

doch was er unnāch alsō rīch

45

der gebürte und des guotes

sō der ēren und des muotes.

Sīn name der was erkennelich,

und hieȥ der herre Heinrich,

und was von Ouwe geborn.

50

sīn herze hāte versworn

valsch und alle törperheit,

und behielt ouch vaste den eit

stæte unz an sīn ende.

ān alle missewende

55

stuont sī ēre und sīn leben.

im was der rehte wunsch gegeben

ze werltlīchen ēren:

die kunde er wol gemēren

mit aller hande reiner tugent.

60

er was ein bluome der jugent,

der werlte fröude ein spiegelglas.

stæter triuwe ein adamas,

ein ganziu krōne der zuht.

er was der nōthaften fluht,

65

ein schilt sīner māge,

der milte ein glīchiu wāge:

im enwart über noch gebrast.

er truoc den arbeitsamen last

der ēren über rücke.

70

er was des rātes brücke,

und sanc vil wol von minnen.

alsus kund er gewinnen

der werlte lop unde prīs.

er was hübesch und dar zuo wīs.

75

Dō der herre Heinrich

alsō geniete sich

ēren unde guotes

und frœlīches muotes

und werltlīcher wünne

80

(er was für al sīn künne

geprīset unde geēret),

sīn hōher muot wart verkēret

in ein leben gar geneiget.

an im wart erzeiget,

85

also ouch an Absolōne,

daȥ diu üppige krōne

werltlīcher süeȥe

vellet under füeȥe

ab ir besten werdekeit,

90

als uns diu schrift hāt geseit.

eȥ spricht an einer stete dā,

‘mēdiā vītā

in morte sumus’:

daȥ bediutet sich alsus,

95

daȥ wir in dem tōde sweben

sō wir aller beste wænen leben.

Dirre werlte veste,

ir stæte, unde ir beste

unde ir grœste magenkraft,

100

diu stāt āne meisterschaft.

des muge wir an der kerzen sehen

ein wāreȥ bilde geschehen,

daȥ sī zeiner aschen wirt

enmitten dō sī lieht birt.

105

wir sīn von brœden sachen.

sehent wie unser lachen

mit weinen erlischet.

unser süeȥe ist vermischet

mit bitterre gallen.

110

unser bluome der muoȥ vallen

so er allergrüenest wænet sīn.

an hern Heinrīche wart wol schīn,

der in dem hœhsten werde

lebet ūf dirre erde,

115

derst der versmæhete vor gote.

er viel von sīme gebote

ab sīner besten werdekeit

in ein versmæhelīcheȥ leit:

in ergreif diu miselsuht.

120

dō man die swæren gotes zuht

gesach an sīnem lībe,

manne unde wībe

wart er dō widerzæme.

nū sehent wie genæme

125

er ē der werlte wære,

und wart nū alse unmære

daȥ in niemen gerne an sach:

alse ouch Jōbe geschach,

dem edeln und dem rīchen,

130

der ouch vil jæmerlīchen

dem miste wart ze teile

mitten in sīme heile.

Und dō der arme Heinrich

alrēst verstuont sich

135

daȥ er der werlte widerstuont,

als alle sīne gelīchen tuont,

dō schiet in sīn bitter leit

von Jōbes gedultikeit.

wan eȥ leit Jōb der guote

140

mit gedultigem muote,

do eȥ ime ze līdenne geschach,

durch der sēle gemach.

den siechtuom und die smācheit

die er von der werlte leit,

145

des lobet er got und fröute sich.

dō tet der arme Heinrich

leider niender alsō:

wan er was trūrec unde unfrō.

sīn swebendeȥ herze daȥ verswanc,

150

sīn swimmendiu fröude ertranc,

sīn hōchvart muoste vallen,

sīn honic wart ze gallen,

ein swinde vinster donreslac

zerbrach im sīnen mitten tac,

155

ein trüebeȥ wolken unde dic

bedaht’ im sīner sunnen blic.

er sente sich vil sēre

daȥ er sō manege ēre

hinder im müeste lāȥen.

160

verfluochet und verwāȥen

wart vil ofte der tac

dā sīn geburt ane lac.

Ein wēnic fröuwet er sich doch

von eime trōste dannoch:

165

wan im wart dicke geseit

daȥ disiu selbe siecheit

wære vil mislich

und etelīchiu gnislich.

des wart vil maneger slahte

170

sīn gedinge und sīn ahte.

er gedāhte daȥ er wære

vil līhte genisbære,

und fuor alsō drāte

nāch der arzāte rāte

175

gegen Munpasiliere.

dā vant er vil schiere

niht wan den untrōst

daȥ er niemer würde erlōst.

Daȥ hōrte er vil ungerne,

180

und fuor gegen Sālerne

und suochte ouch dā durch genist

der wīsen arzāte list.

den besten meister er dā vant.

der seite ime zehant

185

ein seltsæne mære,

daȥ er genislich wære

und wære doch iemer ungenesen.

dō sprach er ‘wie mac daȥ wesen?

diu rede ist harte unmügelich.

190

bin ich gnislich, sō genise ich:

und swaȥ mir für wirt geleit

von guote oder von arbeit,

daȥ trūwe ich vollebringen.’

‘nū lāt daȥ gedingen’

195

sprach der meister aber dō:

‘iuwẹrre sühte ist alsō

(waȥ frumet daȥ ichȥ iu kunt tuo?):

dā hœret arzenīe zuo:

des wæret ir genislīch.

200

nu enist ab nieman sō rīch

noch von sō starken sinnen

der sī müge gewinnen.

des sint ir iemer ungenesen,

got enwellẹ der arzāt wesen.’

205

Dō sprach der arme Heinrich

‘war umbe untrœstent ir mich?

jā hān ich guotes wol die kraft:

ir enwellent iuwer meisterschaft

und iuwer reht ouch brechen

210

und dar zuo versprechen

beidiu mīn silber und mīn golt,

ich mache iuch mir alsō holt

daȥ ir mich harte gerne ernert.’

‘mir wærẹ der wille unrewert’

215

sprach der meister aber dō:

‘und wærẹ der arzenīe alsō

daȥ man sī veile funde

oder daȥ man sī kunde

mit deheinen dingẹn erwerben,

220

ich enlieȥe iuch niht verderben.

nu enmac des leider niht sīn:

dā von muoȥ iu diu helfe mīn

durch alle nōt sīn versaget.

ir müesent haben eine maget

225

diu vollen ērbære

und ouch des willen wære

daȥ sī den tōt durch iuch lite.

nu enist eȥ niht der liute site

daȥ eȥ iemen gerne tuo.

230

sō hœrt ouch anders niht dar zuo

niwan der megede herzen bluot:

daȥ wærẹ für iuwer suht guot.’

Nu erkantẹ der arme Heinrich

daȥ daȥ wære unmügelich

235

daȥ iemen den erwürbe

der gerne für in stürbe.

alsus was im der trōst benomen

ūf den er dar was komen,

und dar nāch für die selben frist

240

hāt er ze sīner genist

dehein gedinge mēre.

des wart sīn herzesēre

alsō kreftic unde grōȥ

daȥ in des aller meist verdrōȥ,

245

ob er langer solte leben.

nū fuor er heim und begunde geben

sīn erbe und ouch sīn varnde guot,

als in dō sīn selbes muot

und wīser rāt lērte,

250

da erȥ aller bestẹ bekērte.

er begundẹ bescheidenlīchen

sīn armen friunde rīchen

und trōste ouch frömde armen,

daȥ sich got erbarmen

255

geruochte über der sēle heil:

gotes hiusern viel daȥ ander teil.

alsus sō tet er sich abe

bescheidenlīchen sīner habe

unz an ein geriute:

260

dar flōch er die liute.

disiu jæmerlīchẹ geschiht

diu was sīn eines klage niht:

in klageten elliu diu lant

dā er inne was erkant,

265

und ouch von vrömden landen

die in nāch sage erkanden.

Der ē ditz geriute

und der eȥ dannoch biute,

daȥ was ein frīer būman

270

der vil selten ie gewan

dehein grōȥ ungemach,

daȥ andẹrn gebūren doch geschach,

die wirs geherret wāren,

und sī die niht verbāren

275

beidiu mit stiure und mit bete.

swaȥ dirrẹ gebūre gerne tete,

des dūhte sīnen herren gnuoc:

dar zuo er in übertruoc

daȥ er dehein arbeit

280

von frömdem gewalte leit.

des was deheiner sīn gelīch

in dem lande alsō rīch.

zuo deme zōch sich

sīn herrẹ, der arme Heinrich.

285

swaȥ er in het ē gespart,

wie wol daȥ nū gedienet wart

und wie schōne er sīn genōȥ!

wan in vil lützel des verdrōȥ

swaȥ im geschach durch in.

290

er hete die triuwe und ouch den sin

daȥ er vil willeclīche leit

den kumber und die arbeit

diu ime ze līdenne geschach.

er schuof ime rīch gemach.

295

Got hete dem meiger gegeben

nāch sīner ahte ein reineȥ leben.

er hete ein wol erbeiten līp

und ein wol werbendeȥ wīp,

dar zuo het er schœniu kint,

300

diu gar des mannes fröude sint,

unde hete, sō man saget,

undẹr den kinden eine maget,

ein kint von ahte jāren:

daȥ kunde wol gebāren

305

sō rehte güetlīchen:

sī wolte nie entwīchen

von ir herren einen fuoȥ:

umb sīne hulde und sīnen gruoȥ

sō diente si ime alle wege

310

mit ir güetlīchen pflege.

sī was ouch sō genæme

daȥ sī wol gezæme

ze kinde deme rīche

an ir wætlīche.

315

Die andern heten den sin

daȥ sī ze rehter māȥe in

wol gemīden kunden:

sō flōch sī zallen stunden

zuo ime und niender anders war.

320

sī was sīn kurzewīle gar.

sī hete gar ir gemüete

mit reiner kindes güete

an ir herren gewant,

daȥ man sī zallen zīten vant

325

undẹr ir herren fuoȥe.

mit süeȥer unmuoȥe

wonte sī ir herren bī.

dar zuo sō liebte er ouch sī

swā mite sō er mohte,

330

und daȥ der meide tohte

zuo ir kintlīchen spil,

des gab der herre ir vil.

ouch half in sēre daȥ diu kint

sō līhte ze gewenenne sint.

335

er gewan ir swaȥ er veile vant,

spiegel unde hārbant,

gürtel unde vingerlīn

und swaȥ kinden liep solte sīn.

mit dienste brāhte er s’ ūf die vart

340

daȥ sī im alsō heimlich wart

daȥ er sī sīn gemahele hieȥ.

diu guote maget in lieȥ

belīben selten eine:

er dūhte sī vil reine.

345

swie starke ir daȥ geriete

diu kindische miete,

iedoch geliebte irȥ aller meist

von gotes gebe ein süeȥer geist.

Ir dienst war sō güetlich.

350

dō dō der arme Heinrich

driu jār dā getwelte

unde im got gequelte

mit grōȥem jāmer den līp,

nū saȥ der meier und sīn wīp

355

unde ir tohter, diu maget

von der ich iu ē hān gesaget,

bī im in ir unmüeȥekeit

und begunden klagen ir herren leit.

diu klage tet in michel nōt:

360

wan sī vorhten daȥ sīn tot

sī sēre solte letzen

und vil gar entsetzen

ēren unde guotes

und daȥ herters muotes

365

würde ein ander herre.

si gedāhten alsō verre

unz dirre selbe būman

alsus frāgen began.

Er sprach ‘lieber herre mīn,

370

möht eȥ mit iuwern hulden sīn,

ich frāgte vil gerne,

sō vil ze Sālerne

von arzenīen meister ist,

wie kumet daȥ ir deheines list

375

ze iuwerme ungesunde

niht gerāten kunde?

herre, des wundert mich.’

dō holtẹ der arme Heinrich

tiefen sūft von herzen

380

mit bitterlīchem smerzen:

mit solher riuwe er dō sprach

daȥ ime der sūft daȥ wort zerbrach.

‘Ich hān disen schemelīchen spot

vil wol gedienet umbe got.

385

wan dū sæhe wol hie vor

daȥ hōh offen stuont mīn tor

nāch werltlīcher wünne

und daȥ niemen in sīnem künne

sīnen willen baȥ hete dan ich:

390

und was daȥ doch unmügelich,

wan ich enhete niht gar.

dō nam ich sīn vil kleine war

der mir daȥ selbe wunschleben

von sīnen gnāden hete gegeben.

395

daȥ herze mir dō alsō stuont

als alle werlttōren tuont,

den daȥ saget ir muot

daȥ sī ēre unde guot

āne got mügen hān.

400

sus troug ouch mich mīn tumber wān,

wan ich in lützel ane sach

von des genāden mir geschach

vil ēren unde guotes.

dō dō des hōhen muotes

405

den hōhen portenærẹ bedrōȥ,

die sælden porte er mir beslōȥ.

dane kum ich leider niemer in:

daȥ verworhte mir mīn tumber sin.

got hāt durch rāche an mich geleit

410

ein sus gewante siecheit

die niemen mag erlœsen,

nū versmæhent mich die bœsen,

die biderben ruochent mīn niht.

swie bœse er ist der mich gesiht,

415

des boeser muoȥ ich dannoch sīn.

sīn unwert tuot er mir schīn:

er wirfẹt diu ougen abe mir.

nū schīnet ērste an dir

dīn triuwe die dū hāst,

420

daȥ dū mich siechen bī dir lāst

und von mir niht enfliuhest.

swie dū mich niht enschiuhest,

swie ich niemen liep sī danne dir,

swie vil dīns heiles stē an mir,

425

du vertrüegest doch wol mīnen tōt.

nū wes unwert und wes nōt

wart ie zer werlte merre?

hie vor was ich dīn herre

und bin dīn dürftige nū.

430

mīn lieber friunt, nu koufest dū

und mīn gemahele und dīn wīp

an mir den ēwigen līp

daȥ dū mich siechen bī dir lāst.

des dū mich gefrāget hāst,

435

daȥ sage ich dir vil gerne.

ichn kunde ze Sālerne

einen meister niender vinden

der sich mīn underwinden

getörste oder wolte.

440

wan dā mite ich solte

mīner sühte genesen,

daȥ müeste ein solhiu sache wesen

die in der werlte nieman

mit nihte gewinnen kan.

445

mir wart niht anders dā gesaget

wan ich müeste haben eine maget

diu vollen manbære

und ouch des willen wære

daȥ sī den tōt durch mich lite

450

und man sī zuo dem herzen snite,

und mir wærẹ niht anders guot

wan von ir herzen daȥ bluot.

nū ist genuoc unmügelich

daȥ ir deheiniu durch mich

455

gerne līde den tōt.

des muoȥ, ich schemelīche nōt

tragen unz an mīn ende.

daȥ mirȥ got schiere sende!’

Daȥ er dem vater hete gesagt,

460

daȥ erhōrte ouch diu reine magt:

wan eȥ hete diu vil süeȥe

ir lieben herren füeȥe

stānde in ir schōȥen,

man möhte wol genōȥen

465

ir kintlīch gemüete

hin ze der engel güete.

sīner rede nam sī war

unde marhte sī ouch gar:

sī enkam von ir herzen nie

470

unz man des nahtes slāfen gie.

dō sī zir vater füeȥen lac

und ouch ir muoter, sō sī pflac,

und sī beide entsliefen,

manegen sūft tiefen

475

holte sī von herzen.

umbe ir herren smerzen

wart ir riuwe alsō grōȥ

daȥ ir ougen regen begōȥ

der slāfenden füeȥe,

480

sus erwahte sī diu süeȥe.

Dō sī der trehene enpfunden,

si erwachten und begunden

sī frāgen waȥ ir wære

und welher hande swære

485

sī alsō stille möhte klagen.

nu enwolte sī es in niht sagen,

wan daȥ ir vater aber tete

vil manege drō unde bete

daȥ sī eȥ ime wolte sagen.

490

sī sprach ‘ir möhtent mit mir klagen.

waȥ möhte uns mē gewerren

danne umb unsern herren,

daȥ wir den suln verliesen

und mit ime verkiesen

495

beide guot und ēre?

wir gewinnen niemer mēre

deheinen herren alsō guot

der uns tuo daȥ er uns tuot.’

Sī sprāchen ‘tohter, dū hāst wār.

500

nū frumet uns leider niht ein hār

unser riuwe und dīn klage:

liebeȥ kint, dā von gedage.

eȥ ist uns alsō leit sō dir.

leider nū enmuge wir

505

ime ze keinen staten komen.

got der hāt in uns benomen:

het eȥ iemen anders getān,

der müese unsern fluoch hān.’

Alsus gesweigẹten sī sī dō.

510

die naht beleip sī unfrō

und morne allen den tac.

swes iemen anders pflac,

diz enkam von ir herzen nie

unz man des andern nahtes gie

515

slāfen nāch gewonheit.

dō sī sich hete geleit

an ir alte bettestat,

sī bereite aber ein bat

mit weinenden ougen:

520

wan sī truoc tougen

nāhe in ir gemüete

die aller meisten güete

die ich von kinde ie vernam.

welch kint getete ouch ie alsam?

525

des einen sī sich gar verwac,

gelebetẹ sī morne den tac,

daȥ sī benamen ir leben

umbe ir herren wolte geben.

Von dem gedanke wart sī dō

530

vil ringes muotes unde frō,

und hete deheine sorge mē,

wan ein vorhtẹ diu tete ir wē,

sō sīȥ ir herren sagte,

daȥ er dar an verzagte,

535

und swenne sīȥ in allen drin

getæte kunt, daȥ sī an in

der gehenge niht enfunde

daȥ mans ir iht gunde.

Des wart sō grōȥ ir ungehabe

540

daȥ ir muoter dar abe

unde ir vater wart erwaht

als ouch an der vordern naht.

sī rihten sich ūf zuo ir

und sprāchen ‘sich, waȥ wirret dir?

545

dū bist vil alwære

daȥ du dich sō manege swære

von solher klage hāst an genomen

der niemen mac zeim ende komen.

war umbẹ lāstu uns niht slāfen?’

550

sus begunden sī sī strāfen.

waȥ ir diu klage töhte,

die niemen doch enmöhte

verenden noch gebüeȥen?

sus wānden sī die süeȥen

555

gesweigen an der selben stunt:

dō was ir wille in vil unkunt.

Sus antwurte in diu maget.

‘als uns mīn herre hāt gesaget,

sō mac man in vil wol ernern.

560

zewāre, ir welt mirȥ danne wern,

sō bin ich ze der arzenīe guot.

ich bin ein maget und hān den muot,

ē ich in sihe verderben,

ich wil ē für in sterben.’

565

Von dirre rede wurden dō

trūric unde unfrō

beide muoter unde vater.

sīne tohter die bat er

daȥ sī die rede lieȥe

570

und ir herren gehieȥe

daȥ sī geleisten möhte,

wand ir diz niht entöhte.

Er sprach ‘tohter, du bist ein kint

und dīne triuwe die sint

575

ze grōȥ an disen dingen.

du enmaht es niht für bringen

als dū uns hie hāst verjehen.

dū hāst des tōdes niht gesehen.

swenn eȥ dir kumet ūf die frist

580

daȥ des dehein rāt ist,

dū enmüeȥest sterben,

und möhtest dūȥ erwerben,

dū lebetest gerner dannoch:

wan dun kæme nie in leider loch.

585

dā von tuo zuo dīnen munt:

und wirstū für dise stunt

der rede iemer mēre lūt,

eȥ gāt dir ūf dīne hūt.’

Alsus sō wānde er sī dō

590

bēdiu mit bete und mit drō

gesweigen: dō enmohter.

sus antwurt ime sīn tohter.

‘Vater mīn, swie tump ich sī,

mir wonet iedoch diu witze bī

595

daȥ ich von sage wol die nōt

erkenne daȥ des lībes tōt

ist starc unde strenge.

swer ouch dannẹ die lenge

mit arbeiten leben sol,

600

dem ist iedoch niht ze wol.

wan swenne er hie geringet

und ūf sīn alter bringet

den līp mit michelre nōt,

sō muoȥ er līden doch den tōt.

605

ist ime diu sēle dannẹ verlorn,

sō wære er beȥȥer ungeborn.

eȥ ist mir komen ūf daȥ zil,

des ich got iemer loben wil,

daȥ ich den jungen līp mac geben

610

umbẹ daȥ ēwige leben.

nū sult ir mirȥ niht leiden.

ich wil mir unde iu beiden

vil harte wol mite varn.

ich mag iuch eine wol bewarn

615

vor schaden und vor leide,

als ich iu nū bescheide.

ir hānt ēre unde guot:

daȥ meinet mīnes herren muot;

wan er iu leit nie gesprach

620

und ouch daȥ guot nie abe gebrach.

die wīle daȥ er leben sol

sō stēt iuwer sache wol:

und lāȥe wir den sterben,

sō müeȥen wir verderben.

625

den wil ich uns fristen

mit alsō schœnen listen

dā mite wir alle sīn genesen.

nū gunnet mirs, wan eȥ muoȥ wesen.’

Diu muoter weinende sprach,

630

dō sī der tohter ernst ersach,

‘gedenke, tohter, liebeȥ kint,

wie grōȥ die arbeite sint

die ich durch dich erliten hān,

und lā mich beȥȥern lōn enpfān

635

dan ich dich hœre sprechen.

dū wilt mīn herze brechen.

senfte mir der rede ein teil.

jā wiltū alleȥ dīn heil

an uns verwürken wider got.

640

wan gedenkest dū an sīn gebot?

jā gebōt er unde bat er

daȥ man muoter unde vater

minne und ēre biete,

und geheiȥet daȥ ze miete

645

daȥ der sēle rāt werde

und lanclīp ūf der erde.

dū gihst, dū wellest dīn leben

umb unser beider fröude geben:

dū wilt uns beiden

650

daȥ leben vaste leiden.

daȥ dīn vater unde ich

gerne leben, daȥ ist durch dich.

a

waȥ solte uns līp unde guot,

b

waȥ solte uns werltlich muot,

c

swenne wir dīn enbæren?

d

dune. . . . . .

jā soltū, liebiu tohter mīn,

unser beider fröude sīn,

655

gar unsers lībes wünne,

ein bluome in dīme künne,

unsers alters ein stap.

und lāstū uns über dīn grap

gestēn von dīnen schulden,

660

dū muost von gotes hulden

iemer sīn gescheiden:

daȥ koufest an uns beiden.’

a

‘wiltu uns tohter wesen guot,

b

sō soltū rede und den muot

c

durch unsers herren hulde lān,

d

die ich von dir vernomen hān.’

Si sprach ‘muoter, ich getrūwe dir

und mīnem vater her ze mir

665

aller der genāden wol

der vater unde muoter sol

leisten ir kinde,

als ich eȥ wol bevinde

an iu allertegelich.

670

von iuwern gnāden hān ich

die sēle und einen schœnen līp.

mich lobet man unde wīp,

und alle die mich sehende sint,

ich sī daȥ schœneste kint

675

daȥ sī zir lebene haben gesehen.

wem soll ich der genāden jehen

niuwan iu zwein nāch gote?

des sol ich ze iuwerm gebote

iemer vil gerne stān:

680

wie michel reht ich des hān!

muoter, sæligeȥ wīp,

sīt ich nū sēle unde līp

von iuwern genāden hān,

sō lāntȥ an iuwern hulden stān

685

daȥ ich ouch die beide

von dem tiuvel scheide

und mich gote müeȥe geben.

jā ist dirre werlte leben

niuwan der sēle verlust.

690

ouch hāt mich werltlīch gelust

unz her noch niht berüeret,

der hin zer helle füeret.

nū wil ich gote genāde sagen

daȥ er in mīnen jungen tagen

695

mir die sinne hāt gegeben

daȥ ich ūf diz brœde leben

ahte harte kleine.

ich wil mich alsus reine

antwürtẹn in gotes gewalt.

700

ich fürhte, solt ich werden alt,

daȥ mich der werlte süeȥe

zuhte under füeȥe,

als sī vil manegen hāt gezogen

den ouch ir süeȥe hāt betrogen:

705

sō würde ich līhte gote entsaget.

gote müeȥe eȥ sīn geklaget

daȥ ich unz morne leben sol:

mir behaget diu werlt niht sō wol.

ir meiste liep ist herzeleit

710

(daȥ sī iu für wār geseit),

ir süeȥer lōn ein bitter nōt,

ir lancleben ein gæher tōt.

wir hān niht gewisses mē

wan hiute wol und morne wē

715

und ie ze jungest der tōt.

daȥ ist ein jæmerlīchiu nōt.

eȥ enschirmet geburt noch guot,

schœne, sterke, hōher muot,

eȥ enfrumt tugent noch ēre

720

für den tōt niht mēre

dann ungeburt und untugent.

unser leben und unser jugent

ist ein nebel unde ein stoup,

unser stæte bibent als ein loup.

725

er ist ein vil verschaffen gouch

der gerne in sich vaȥȥt den rouch,

eȥ sī wīp oder man,

der diz niht wol bedenken kan

und ouch der werlt nāch volgende ist.

730

wan uns ist über den fūlen mist

der pfeller hie gespreitet:

swen nū der blic verleitet,

der ist zuo der hellẹ geborn

unde enhāt niht mē verlorn

735

wan beidiu sēle unde līp.

nu gedenkent, sæligeȥ wīp,

müeterlīcher triuwe

und senftent iuwer riuwe

die ir dā habent umbe mich:

740

so bedenket ouch der vater sich.

ich weiȥ wol daȥ er mir heiles gan.

er ist ein alsō biderber man

daȥ er erkennet wol daȥ ir

unlange doch mit mir

745

iuwer fröude mügent hān,

ob ich joch lebende bestān.

belībe ich āne man bī iu

zwei jār oder driu,

sō ist mīn herre līhte tōt,

750

und kument in sō grōȥe nōt

vil līhte von armuot

daȥ ir mir alsolheȥ guot

zeinem man niht mugent geben,

ich enmüeȥe alse swache leben

755

daȥ ich iu lieber wære tōt.

nu verswīgẹ wir aber der nōt,

daȥ uns niht enwerre

und uns mīn lieber herre

were und alsō lange lebe

760

unz daȥ man mich zeim manne gebe

der rīche sī unde wert:

sō ist geschehen des ir dā gert

und wænent mir sī wol geschehen.

anders hāt mir mīn muot verjehen.

765

wirt er mir liep, daȥ ist ein nōt:

wirt er mir leit, daȥ ist der tōt.

wan sō hān ich iemer leit

und bin mit ganzer arbeit

gescheiden von gemache

770

mit maneger hande sache

diu den wīben wirret

und sī ze fröuden irret.

nū setzt mich in den vollen rāt

der dā niemer zergāt.

775

mīn gert ein frīer būman

dem ich wol mīnes lībes gan.

zwāre, dem sult ir mich geben,

sō ist geschaffet wol mīn leben.

im gēt sīn pfluoc harte wol,

780

sīn hof ist alles rātes vol,

da enstirbet ros noch daȥ rint,

da enmüent diu weinenden kint,

da enist ze heiȥ noch ze kalt,

dā wirt von jāren niemen alt,

785

der alte wirt junger,

da enist frost noch hunger,

da enist deheiner slahte leit,

da ist ganziu fröude ān arbeit.

ze dem wil ich mich ziehen

790

und solhen bū fliehen

den daȥ fiur und der hagel sleht

und der wāc abe tweht,

mit dem man ringet unde ie ranc.

swaȥ man daȥ jār alse lanc

795

dar ūf gearbeiten mac,

daȥ verliuset schiere ein halber tac.

den bū den wil ich lāȥen:

er sī von mir verwāȥen.

ir minnent mich: deist billich.

800

nū sihe ich gerne daȥ mich

iuwer minne iht unminne.

ob ir iuch rehter sinne

an mir verstān kunnent

und ob ir mir gunnent

805

beide guotes unde ēren,

sō lāȥet mich kēren

ze unserm herren Jēsū Krist,

des gnāde alsō stæte ist

daȥ sī niemer zergāt,

810

unde ouch zuo mir armen hāt

alsō grōȥe minne

als zeiner küniginne.

ich sol von mīnen schulden

ūȥ iuwern hulden

815

niemer komen, wil eȥ got.

eȥ ist gewisse sīn gebot

daȥ ich iu sī undertān,

wan ich den līp von iu hān:

daȥ leist ich āne riuwe.

820

ouch sol ich māne triuwe

an mir selber niht brechen.

ich hōrte ie daȥ sprechen,

swer den andern fröuwet sō

daȥ er selbe wirt unfrō,

825

und swer den andern krœnet

und sich selben hœnet,

der triuwen sī ze vil.

wie gerne ich iu des volgen wil

daȥ ich iu triuwe leiste,

830

mir selber doch die meiste.

welt ir mir wenden mīn heil,

sō lāȥ ich iuch ein teil

ē nāch mir geweinen,

ich enwelle mir erscheinen

835

wes ich mir selber schuldic bin.

ich wil iemer dā hin

da ich volle fröude vinde.

ir hānt doch mē kinde:

diu lānt iuwer fröude sīn

840

und getrœstent ir iuch mīn.

wan mir mac daȥ nieman erwern,

zwāre, ich enwelle ernern

mīnen herren unde mich.

muoter, jā hōrte ich dich

845

klagen unde sprechen ē,

eȥ tæte dīme herzen wē,

soltest dū ob mīme grabe stān.

des wirst du harte wol erlān:

dū stāst ob mīme grabe niht.

850

wan dā der tōt geschiht,

daȥ enlāt dich niemen sehen:

eȥ sol ze Sālerne geschehen.

a

dā sol uns viere der tōt

b

lœsẹen von aller slahte nōt.

des tōdes des genese wir,

und ich doch verre baȥ dan ir.’

855

Dō sī daȥ kint dō sāhen

ze dem tōde sō gāhen,

und eȥ sō wīslīchen sprach

unde menschlich reht zerbrach,

si begunden ahten under in

860

daȥ die wīsheit und den sin

niemer erzeigen kunde

dehein zunge in kindes munde.

sī jāhen daȥ der heiliggeist

der rede wære ir volleist,

865

der ouch sante Niklauses pflac

dō er in der wagen lac

und in die wīsheit lērte

daȥ er ze gote kērte

sīne kintlīche güete:

870

und bedāhtẹn sich in ir gemüete

daȥ sī niht enwolden

sī wenden noch ensolden

des sī sich hete an genomen:

der willẹ sī ir von gote komen.

875

von jāmẹr erkalte in der līp,

dō der meiger und sīn wīp

an dem bette sāȥen

und vil gar vergāȥen

durch des kindes minne

880

der zungen und der sinne

sā ze der selben stunde.

ir enwederȥ enkunde

einic wort gesprechen.

daȥ gegihtẹ begunde brechen

885

die muoter von leide.

sus gesāȥen sī beide

riuwic unde unfrō

unz sī sich bedāhten dō

waȥ in ir trūren töhte:

890

sō man ir doch niht enmöhte

benemen ir willen unde ir muot,

sō enwære in niht alsō guot

sō daȥ sī irs wol gunden,

wan sī doch niht enkunden

895

ir niemer werden āne baȥ;

enpfiengen sī der rede haȥ,

eȥ möhte in umbe ir herren

vil harte wol gewerren,

und verviengen anders niht dā mite.

900

mit vil willeclīchem site

sprāchen sī beide dō

daȥ sī der rede wæren frō.

Des fröute sich diu reine maget.

dō eȥ vil kūme was getaget

905

dō gie sī dā ir herre slief.

sīn trūtgemahele ime rief,

sī sprach ‘herre, slāfent ir?’

‘nein ich, gemahele, sage mir,

wie bistū hiute alsō fruo?’

910

‘herrẹ, dā twinget mich derzuo

der jāmer iuwerr siecheit.’

er sprach ‘gemahelẹ, daȥ ist dir leit:

daȥ erzeigest du an mir wol,

als eȥ dir got vergelten sol.

915

nune mag es dehein rāt sīn.’

‘entriuwen, lieber herre mīn,

iuwer wirt vil guot rāt.

sīt eȥ alsus umbe iuch stāt

daȥ man iu gehelfen mac,

920

ichn gesūme iuch niemer tac.

herre, ir hānt uns doch gesaget,

ob ir hetent eine maget

diu gernẹ den tōt durch iuch lite,

dā soltent ir genesen mite.

925

diu wil ich weiȥgot selbe sīn:

iuwer leben ist nützer dan daȥ mīn.’

Dō gnādẹte ir der herre

des willen harte verre.

und ervollẹten im diu ougen

930

von jāmer alsō tougen.

er sprach ‘gemahelẹ, ja ist der tōt

iedoch niht ein senftiu nōt,

als dū dir līhte hāst gedāht.

du hāst mich des wol innen brāht,

935

möhtestū, dū hülfest mir.

des genüegẹt mich wol von dir.

ich erkenne dīnen süeȥen muot:

dīn wille ist reine unde guot.

ichn sol ouch niht mē von dir gern.

940

dū maht mich des niht wol gewern

daȥ dū dā gesprochen hāst.

die triuwe die du an mir begāst,

die sol dir vergelten got.

ditz wærẹ der lantliute spot,

945

swaȥ ich mich für dise stunde

arzenīen underwunde,

und mich doch niht vervienge

wan als eȥ doch ergienge.

gemahele, dū tuost als diu kint

950

diu dā gæhes muotes sint:

swaȥ den kumet in den muot,

eȥ sī übel oder guot,

dar zuo ist in allen gāch,

und geriuwẹt sī sēre dar nāch.

955

gemahele, alsō tuost ouch dū.

der rede ist dir ze muote nū:

der d e von dir nemen wolte,

sō manȥ danne enden solte,

so geriuweȥ dich vil līhte doch.’

960

und daȥ sī sich ein teil noch

baȥ bedæhte des bat er.

er sprach ‘dīn muoter und dīn vater

die enmugen dīn niht wol enbern.

ich sol ouch niht ir leides gern

965

die mir ie gnāde tāten.

swaȥ sī dir beide rāten,

liebẹ gemahele, daȥ tuo.’

hie mite lachete er dar zuo,

wan er lützel sich versach

970

daȥ doch sider dō geschach.

Sus sprach er zuo der guoter.

der vater und diu muoter

sprāchen ‘lieber herre,

ir hānt uns vil verre

975

geliebet und geēret:

daȥ enwærẹ niht wol bekēret,

wir engültenȥ iu mit guote.

unser tohter ist ze muote

daȥ sī den tōt durch iuch dol:

980

des gunne wir ir harte wol.

eȥ ist hiutẹ der dritte tac

daȥ sī uns alleȥ ane lac

daȥ wir ir sīn gunden:

nū hāt sīȥ an uns funden.

985

nū lāȥe iuch got mit ir genesen:

wir wellen ir durch iuch entwesen.’

Do im sīn gemahele dō bōt

für sīnen siechtuom ir tōt

und man ir ernest ersach,

990

dō wart dō michel ungemach

und jæmerlīch gebærde.

manc mislīchiu beswærde

huop sich dō under in,

zwischẹn dem herren unde in drin.

995

ir vater unde ir muoter die

erhuoben michel weinen hie:

des weinens tet in michel nōt

umb ir vil lieben kindes tōt.

nū begunde ouch der herre

1000

gedenken alsō verre

an des kindes triuwe,

und begreif in ein riuwe,

daȥ er sēre weinen began,

und zwīvelte vaste dran

1005

weder eȥ beȥȥer getān

möhte sīn oder verlān.

von vorhten weinte ouch diu maget:

sī wānde er wære dran verzaget.

sus wārens alle unfrō.

1010

sī gerten keines dankes dō.

Ze jungest dō bedāhte sich

ir herrẹ, der arme Heinrich,

und begunde sagen in

grōȥe gnāde allen drin

1015

der triuwen und des guotes

(diu maget wart rīches muotes

daȥ ers gevolgẹte gerne),

und bereitẹ sich ze Sālerne

sō er schiereste mohte.

1020

swaȥ ouch der megede tohte,

daȥ wart vil schiere bereit:

schœniu pfert und rīchiu kleit,

diu sī getruoc nie vor der zīt:

hermin unde samīt,

1025

den besten zobel den man vant,

daȥ was der megede gewarit.

Nū wer möhte volgesagen

die herzeriuwe und daȥ klagen,

der muoter grimmigeȥ leit

1030

und ouch des vater arbeit?

eȥ wærẹ wol undẹr in beiden

ein jæmerliīcheȥ scheiden,

dō sī ir liebeȥ kint von in

gefrumten sō gesundeȥ hin

1035

niemer mē ze sehenne in den tōt,

wan daȥ in senftet ir nōt

diu reine gotes güete,

von der doch daȥ gemüete

ouch dem jungen kinde quam

1040

daȥ eȥ den tōt gerne nam.

eȥ was āne ir rāt kōmen:

dā von wart von ir herzẹn genomen

alliu klage und swære,

wan eȥ anders wunder wære

1045

daȥ in ir herze niht zerbrach.

ze liebe wart ir ungemach,

daȥ sī dar nāch deheine nōt

liten umbe ir kindes tōt.

IV
WALTHER VON DER VOGELWEIDE.

The exact dates of his birth and death are unknown. His chief poems were written between the years 1187 and 1230.

The best edition of his works is: Walther von der Vogelweide, herausgegeben und erklärt von W. Wilmanns, Halle, 1883 (2nd edit.).