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Allerhand Sprachdummheiten / Kleine deutsche Grammatik des Zweifelhaften, des Falschen und des Häßlichen cover

Allerhand Sprachdummheiten / Kleine deutsche Grammatik des Zweifelhaften, des Falschen und des Häßlichen

Chapter 37: Ein andres und etwas andres
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About This Book

Der Text versammelt typische Fehler und unsichere Wendungen der deutschen Sprache und erläutert sie nach Wortbildung, Formenlehre und Satzbau geordnet. Er behandelt Deklinationen und Konjugationen, Plural- und Genitivformen, Steigerung, Partizipien, Präpositionen, Relativsätze, Tempus- und Modusfragen sowie zahlreiche Beispiele problematischer Formulierungen. Ziel ist weniger ein vollständiges Regelwerk als die Schärfung des Sprachgefühls: durch kritische Analyse und treffende Beispiele soll eine einfachere, natürlichere Ausdrucksweise gefördert werden. Das Werk ist als aufmerksam zu studierender Leitfaden gedacht, nicht als bloßes Nachschlagewerk.

Ein andres und etwas andres

Das Neutrum von jemand anders heißt etwas andres, im Volksmunde was andres. Die Mutter sagt: ich habe dir was schönes oder etwas schönes mitgebracht. Ebenso etwas gutes, etwas rechtes, etwas wahres, etwas großes, etwas wesentliches, etwas neues, etwas weiteres. Dieses schlichte was oder etwas verschmäht man aber jetzt, man schreibt: und noch ein andres muß ich erwähnen – zunächst möchte ich ein allgemeines voranschicken – und nun können wir noch ein weiteres hinzufügen – man darf nicht glauben, daß damit ein wesentliches gewonnen sei – auch der reichhaltigste Stoff muß ein spezifisches haben, das ihn von tausend andern unterscheidet; und man kommt sich äußerst vornehm vor, wenn man so schreibt. Sogar ein Lied von Oskar von Redwitz, das in der Komposition von Liszt das Entzücken aller Backfische ist, fängt an: Es muß ein wunderbares sein ums Lieben zweier Seelen! Es ist aber nichts als alberne Ziererei. Poetischer wird das Lied durch das ein sicherlich nicht.

„Etwas andres“ ist es, wenn ein nicht das unbestimmte Fürwort, sondern das Zahlwort bedeuten soll, z. B.: dann hätte das Unternehmen wenigstens ein gutes gehabt. Das ist natürlich ebenso richtig wie: das eine gute.