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Am Teich- und Flußufer cover

Am Teich- und Flußufer

Chapter 12: Lektion 9. Am Flußufer.
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About This Book

A sequence of short, self-contained lessons for young readers about the plants and animals of ponds and riverbanks, explaining life cycles such as frogs from egg to adult and the development of dragonflies and other aquatic insects. Chapters describe nests and breeding habits, the behaviours of kingfishers, water-dwelling rodents, moorhens and coots, the family life of otters, and the variety of water bugs. Practical guidance on making a pond-net and collecting specimens accompanies advice on gathering and displaying flowers and tending a child's water plants, all intended to encourage direct outdoor observation and simple natural-history understanding.

Lektion 9.
Am Flußufer.

Wir wollen eine kurze Strecke am Flußufer hinwandern. Wie hübsch ist es da, wenn die Abendsonne durch das Laub der Bäume scheint! Was für eine Menge von kleinen Geschöpfen freuen sich ihres Lebens in der Luft und im Wasser!

Der kleine blasse Hans, der aus der Stadt gekommen ist, um einen freien Tag hier zu verleben, sagt: „Ich möchte, ich könnte auf dem Lande leben.“ Wenn er nach seiner Wohnung in der engen Stadtstraße zurückkehrt, wo es nur hartes Pflaster gibt und kein grünes Gras, keine schattigen Bäume und kein lustig dahinfließendes Wasser, dann wird er oft an diesen Spaziergang am Flußufer denken.

Kaulkopf und Eintagsfliegen.

Sieh jene Fische von ungefähr 7–8 cm Länge, die unter der Brücke hin- und herschwimmen. Sie heißen Kaulköpfe, weil sie einen breiten, dicken Kopf haben. Sie haben an jeder Seite des Kopfes einen spitzen Wangenstachel, den man fühlen kann, wenn man den Fisch in die Hand nimmt. Der Eisvogel weiß das ganz gut; er verschlingt keinen Kaulkopf, denn sie würden ihm im Halse stecken bleiben.

Der Kaulkopf lebt unter Steinen und frißt Insekten und die Eier anderer Fische. Sieh da! Fritz hat einen gefangen und ihn in das Glas gesteckt. Nun kann Hans sehen, was für ein hübsches Auge der Kaulkopf hat, und wie schön die roten, grünen, braunen und gelben Farben auf seinen Schuppen schillern.

Mücke mit Larve. (Die Linien geben die wirkliche Größe an.)

Wie geschäftig die Fliegen mit den langen Flügeln und den drei langen Borsten an dem Hinterleibe sind! Es sind Eintagsfliegen, die über dem Wasser hin- und herfliegen. Sie suchen keine Nahrung, denn Eintagsfliegen fressen nicht und leben nur kurze Zeit. Aber sie haben lange Zeit als Larven unter dem Wasser gelebt wie die Larve der Wasserjungfer. Sie legen nur ihre Eier und sterben dann.

Die Mücken, die über jener tiefen, ruhigen Stelle in der Nähe der Mühle fliegen, sind ganz anders. Die eine hat mich gerade in die Hand gestochen und mir Blut ausgesogen und so weiß ich, daß sie Nahrung zu sich nimmt. Aber die Mücken haben auch kein so langes Leben im Wasser wie die Eintagsfliegen.

Diese Mücken sind erst vor einigen Wochen ans Licht der Welt gekommen. Die weibliche Mücke legt einige klebrige Eier, nicht größer als die Spitze einer Stecknadel, auf die Oberfläche des Wassers. Bald kriechen aus den Eiern Larven aus, die wie winzige Würmchen aussehen und feine Härchen an den Seiten haben. Sie schwimmen im Wasser umher und nähren sich von kleinen Stückchen der Wasserpflanzen.

Warum schwimmen sie wohl mit den Köpfen nach unten? Weil sie nur durch eine Öffnung am Hinterleib atmen können und deshalb denselben in die Luft emporstrecken müssen.

In ungefähr drei Wochen wechselt jede Larve ihre Haut dreimal. Nach der vierten Häutung ist die Larve von einer Hülle umgeben, und wenn man genauer hinsieht, erkennt man eine vollständige Mücke mit Flügeln im Innern der Umhüllung.

Nun muß sie auskriechen, und das ist sehr gefährlich. Denn wenn sie dabei ins Wasser fällt, muß sie ertrinken. Darum streckt sie sich vorsichtig auf der Oberfläche des Wassers und beginnt den Kopf durch einen Schlitz in der Umhüllung zu stecken. Dann kriecht sie langsam heraus und steht auf den Fußspitzen auf der leeren Haut, die wie ein Boot auf dem Wasser schwimmt. Sie breitet die Flügel aus, und nun ist sie endlich in Sicherheit: sie fliegt fort. Manchmal weht der Wind sie um, ehe sie ganz auskriechen kann, und dann ertrinkt sie.

Wenn man im Monat Mai einen Eimer Wasser aus einem Teiche holt und ihn im Freien hinstellt, kann man vielleicht die Mücke aufwachsen sehen, denn es ist sehr wahrscheinlich, daß eine Menge darin sind. Aber man muß scharfe Augen haben, da die Larven sehr klein sind.

Und nun geht die Sonne unter, und Vögel, Tiere und Blumen gehen zur Ruhe. Bald werden die Nachtschmetterlinge, die Eulen und Fledermäuse hervorkommen. Wir müssen nach Hause gehen.