WeRead Powered by ReaderPub
Am Teich- und Flußufer cover

Am Teich- und Flußufer

Chapter 7: Lektion 4. Das Nest des Stichlings.
Open in WeRead

Explore more books like this:

About This Book

A sequence of short, self-contained lessons for young readers about the plants and animals of ponds and riverbanks, explaining life cycles such as frogs from egg to adult and the development of dragonflies and other aquatic insects. Chapters describe nests and breeding habits, the behaviours of kingfishers, water-dwelling rodents, moorhens and coots, the family life of otters, and the variety of water bugs. Practical guidance on making a pond-net and collecting specimens accompanies advice on gathering and displaying flowers and tending a child's water plants, all intended to encourage direct outdoor observation and simple natural-history understanding.

Lektion 4.
Das Nest des Stichlings.

Es war ein lieblicher Frühlingstag. Die Sonne schien hell auf das frische Grün des Grases, und die Büsche an den Ufern des Flusses waren mit jungen Blättern bedeckt.

In einer Ausbuchtung des Flusses baute ein kleiner Fisch sein Nest. Es war ein Stichling. Er war nicht länger als 5 cm. Auf seinem Rücken standen drei Flossenstacheln empor. Knaben fangen diesen Fisch oft, halten ihn in Flaschen oder verkaufen ihn an Leute, die ein Aquarium haben.

Es war interessant, ihn zu beobachten, wie er im Schatten der Büsche bei der Arbeit war. Er brachte Stückchen von Wurzelfasern und feines Gras herbei und machte daraus ein kleines Gewebe in Form einer Schüssel am Boden des Flusses. Dann schleppte er andere Stücke herbei und klebte sie mit Speichel zusammen. Auf diese Weise baute er Seiten und ein rundes Dach. Als das Nest fertig war, hatte es die Größe einer dicken Stachelbeere.

Es lag ungefähr 15 cm unter dem Wasserspiegel und war an zwei Seiten offen. Wenn der Stichling den Kopf am einen Ende heraussteckte, so sah der Schwanz am anderen hervor. Aber er hatte es auch nicht gebaut, um darin zu wohnen. Er brauchte es für die Eier.

Stichlinge und ihr Nest.

Es war ein hübscher kleiner Fisch mit glänzendem Rücken und leuchtendrotem Bauch. Seine Augen waren bläulich-grün und glänzten wie Juwelen.

Als das Nest fertig war, schwamm er fort, um eine Gefährtin zu suchen. Er kam bald mit einer solchen zurück, einem kleinen Fisch, der nicht so glänzend war wie er. Er spielte mit dem Weibchen, trieb es vor sich her und schmeichelte ihm, bis es zuletzt in das eine Loch des Nestes hineinschwamm und nach einer Weile am anderen Ende wieder herauskam.

Das Weibchen hatte eine Anzahl kleiner gelber Eier in das Nest gelegt. Dann schwamm es fort und kümmerte sich nicht mehr darum.

Der männliche Stichling schwamm nun in das Nest hinein und übernahm die Sorge für die Eier. Ein Ei war nicht größer als ein Mohnsamen, und das ganze Bündel war sehr klein. Er schüttelte das Nest auf und stieß die Eier in eine versteckte, sichere Ecke. Dann schwamm er vor dem Neste herum und bewegte lebhaft seine Brustflossen und erneuerte dadurch beständig die Atemluft in der Umgebung der Eier.

Manchmal schwamm er in das Nest hinein und brachte schmutzigen Sand im Maule heraus. Man sieht, er wollte das Nest rein halten.

Dies setzte er drei Wochen lang fort, bis die Brut ausgekrochen war. Eine Anzahl winziger Fischchen entschlüpfte den Eiern. Sie waren so klein und durchsichtig, daß man es nicht für möglich gehalten hätte, daß ein anderer Fisch sie sehen konnte. Aber der Stichling wußte es besser. Es gab eine Menge hungriger Fische, die der zarten Brut aufpaßten, um sie zu fressen. Die kleinen Fischlein waren sehr schwach und hatten noch dazu einen Dottersack unter ihrem Körper zu tragen, dem sie so lange Nahrung entnahmen, bis sie fressen konnten.

So richtete denn der tapfere kleine Stichling seine drei Flossenstacheln in die Höhe und schoß zornig auf die Fische los, die nach seinen Kleinen schnappten. Er packte sie bei den Flossen, schlug nach ihren Augen und trieb sie in die Flucht.

Dann machte er ein kleines rundes Loch im Sande auf dem Grunde des Flusses, sammelte die kleinen Stichlinge darin und bewachte sie. Selbst nachdem ihre Rückenstacheln gewachsen waren, und sie schon dreist umherschwammen, folgte er ihnen in den Fluß hinaus, um sie zu beschützen.

Man kann viele Nester von Stichlingen in Flüssen und Teichen finden, wenn man aufmerksam danach sucht. Man kann auch gefangene Stichlinge mit einer reichlichen Menge von Wasserpflanzen und Futter in ein kleines Aquarium setzen und wird dann sehen, wie sie ihr Nest bauen, und was für ein guter Vater ein Stichling ist.