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Ansiedlungen in den Urwäldern von Canada. / Ein Wegweiser für Auswandrer nach Amerika von einer Emigrantin. cover

Ansiedlungen in den Urwäldern von Canada. / Ein Wegweiser für Auswandrer nach Amerika von einer Emigrantin.

Chapter 27: Lichte.
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About This Book

This work serves as a practical guide for emigrants to Canada, particularly focusing on the experiences and responsibilities of women in settler families. It provides detailed descriptions of the land, climate, and lifestyle of settlers, along with practical advice based on the author's own experiences. The text emphasizes the importance of preparation and realistic expectations for newcomers, particularly regarding domestic duties and the challenges of rural life. It encourages women to embrace the natural environment and find fulfillment in their new roles, while also advising them to prioritize useful items over unnecessary luxuries. Overall, it aims to equip women with the knowledge and confidence needed to thrive in the wilderness.

Lichte.

Jedermann machte hier zu Lande seine Lichte selbst, (das heißt, sobald er in Besitz der dazu erforderlichen Materialien ist). Die große Schwierigkeit, und meines Bedünkens die einzige, bei dieser Fabrikation ist die Herbeischaffung von Talg, den der Buschsiedler, so lange er nicht seine eignen Rinder, Schafe und Schweine schlachten kann, nicht leicht aufzutreiben vermag, wofern er ihn nicht kauft; und ein Ansiedler kauft, wenn er es umgehen kann, nicht so leicht etwas. Eine Kuh indeß, welche nichts einbringt, alt ist oder aller Wahrscheinlichkeit nach der Strenge des Winters nicht Trotz bieten kann, läßt man oft den Sommer über trocken gehen, und ihr Futter selbst suchen, bis sie im Herbste zum Schlachten geschickt ist. Ein dergleichen Thier wird oft mit großem Vortheil geschlachtet, vorzüglich wenn der Ansiedler wenig Futter für sein Vieh hat. Das Fleisch (beef) ist oft trefflich, und das Fett der innern Theile liefert treffliche Lichte und gute Seife. Lichte, die man aus drei Theilen Rindstalg und einem Theil Schweinfett bereitet, brennen besser als die, welche man bei den Vorraths-Händlern kauft, und kosten nicht halb so viel. Der Talg wird ganz einfach in einem Topfe oder einer Schüssel, die dazu geeignet ist, zerlassen, und hat man Baumwollen-Dochte in die Formen gezogen, (zinnerne oder blecherne Formen für sechs Lichte kosten das Stück bei den Vorraths-Händlern drei Schillinge, und halten viele, viele Jahre aus,) so steckt man einen Stock oder Spieß durch die Docht-Schleifen, die über den obersten Theil der Form hinausragen und dazu dienen, die Lichte aus den Formen zu ziehen.

Das zerlaßne Fett, nicht zu heiß, aber in flüssigem Zustande, wird dann in die Formen gegossen, bis sie voll sind; so wie das Fett erkaltet, schrumpft es zusammen, und läßt oben in der Form eine Höhlung zurück; diese muß nach seinem völligen Erkalten ausgefüllt werden. Lassen sich die Lichte nicht gut aus den Formen ziehen, so tauche man letztre auf einen Augenblick in heißes Wasser, worauf erstere leicht herausgehen. Manche ziehen es vor, Lichte für den Küchengebrauch durch Eintauchen der Dochte in zerlaßnen Talg zu bereiten; allein was mich betrifft, so halte ich die Mühe für fast eben so groß, und gebe daher, in Ansehung des saubern Aeußeren, den Formen den Vorzug. Es kann wohl sein, daß mir und meinem Mädchen das erste Verfahren weniger geläufig ist, als das letzte.