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Aus der Jugendzeit; Historie von der schönen Lau cover

Aus der Jugendzeit; Historie von der schönen Lau

Chapter 18: Schön-Rotraut.
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About This Book

A compact collection pairs lyrical poems with a short narrative, tracing youthful memory, tender longing, and rural reverie. Brief lyrics render dawn, wind, winter mornings, and private encounters in musical, concise language, while occasional homely admonitions and dialogues offer sober advice and social observation. Pastoral imagery and folk motifs infuse courtship, nostalgia, and playful scenes with mythic resonance. The longer prose piece complements the poems by folding legend and romance into the same tonal world, producing a quietly reflective portrait of early feeling, imagination, and the consolations of nature.

Schön-Rotraut.

Wie heißt König Ringangs Töchterlein?
Rotraut, Schön-Rotraut.
Was tut sie denn den ganzen Tag,
da sie wohl nicht spinnen und nähen mag?
Tut fischen und jagen.
O daß ich doch ihr Jäger wär'!
Fischen und jagen freute mich sehr.
— Schweig stille, mein Herze!

Und über eine kleine Weil',
Rotraut, Schön-Rotraut,
so dient der Knab' auf Ringangs Schloß
in Jägertracht und hat ein Roß,
mit Rotraut zu jagen.
O daß ich doch ein Königssohn wär'!
Rotraut, Schön-Rotraut lieb' ich so sehr.
— Schweig stille, mein Herze!
Einsmals sie ruhten am Eichenbaum,
da lacht Schön-Rotraut:
„Was siehst mich an so wunniglich?
Wenn du das Herz hast, küsse mich!“
Ach erschrak der Knabe!
Doch denket er: ‚mir ist's vergunnt‘,
und küsset Schön-Rotraut auf den Mund.
— Schweig stille, mein Herze!

Darauf sie ritten schweigend heim,
Rotraut, Schön-Rotraut;
es jauchzt der Knab' in seinem Sinn:
‚Und würd'st du heute Kaiserin,
mich sollt's nicht kränken!
Ihr tausend Blätter im Walde wißt,
ich hab' Schön-Rotrauts Mund geküßt!
— Schweig stille, mein Herze!‘