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Aus der Jugendzeit; Historie von der schönen Lau cover

Aus der Jugendzeit; Historie von der schönen Lau

Chapter 23: Abreise.
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About This Book

A compact collection pairs lyrical poems with a short narrative, tracing youthful memory, tender longing, and rural reverie. Brief lyrics render dawn, wind, winter mornings, and private encounters in musical, concise language, while occasional homely admonitions and dialogues offer sober advice and social observation. Pastoral imagery and folk motifs infuse courtship, nostalgia, and playful scenes with mythic resonance. The longer prose piece complements the poems by folding legend and romance into the same tonal world, producing a quietly reflective portrait of early feeling, imagination, and the consolations of nature.

Abreise.

Fertig schon zur Abfahrt steht der Wagen,
und das Posthorn bläst zum letzten Male.
Sagt, wo bleibt der vierte Mann so lange?
Ruft ihn, soll er nicht dahinten bleiben!
— Indes fällt ein rascher Sommerregen;
eh' man hundert zählt, ist er vorüber;
fast zu kurz, den heißen Staub zu löschen;
doch auch diese Letzung ist willkommen.
Kühlung füllt und Wohlgeruch den weiten
Platz, und an den Häusern ringsum öffnet
sich ein Blumenfenster um das andre.
Endlich kommt der junge Mann. Geschwinde!
Eingestiegen! — Und fort rollt der Wagen.
Aber sehet, auf dem nassen Pflaster
vor dem Posthaus, wo er stillgehalten,
läßt er einen trocknen Fleck zurücke,
lang und breit, sogar die Räder sieht man
angezeigt, und wo die Pferde standen.
Aber dort in jenem hübschen Hause,
drin der Jüngling sich so lang' verweilte,
steht ein Mädchen hinterm Fensterladen,
blicket auf die weiß gelass'ne Stelle,
hält ihr Tüchlein vors Gesicht und weinet.
Mag es ihr so ernst sein? Ohne Zweifel;
doch der Jammer wird nicht lange währen:
Mädchenaugen, wißt ihr, trocknen hurtig,
und eh' auf dem Markt die Steine wieder
alle hell geworden von der Sonne,
könnet ihr den Wildfang lachen hören.