An eine Äolsharfe.
Angelehnt an die Efeuwand
dieser alten Terrasse,
du, einer lustgebornen Muse
geheimnisvolles Saitenspiel,
fang' an,
fange wieder an
deine melodische Klage!
Ihr kommet, Winde, fern herüber,
ach! von des Knaben,
der mir so lieb war,
frisch grünendem Hügel.
Und Frühlingsblüten unterweges streifend,
übersättigt mit Wohlgerüchen,
wie süß bedrängt ihr dies Herz!
Und säuselt her in die Saiten,
angezogen von wohllautender Wehmut,
wachsend im Zug meiner Sehnsucht,
und hinsterbend wieder.
Aber auf einmal,
wie der Wind heftiger herstößt,
ein holder Schrei der Harfe
wiederholt, mir zu süßem Erschrecken,
meiner Seele plötzliche Regung;
und hier — die volle Rose streut, geschüttelt,
all' ihre Blätter vor meine Füße!