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Briefe an Ludwig Tieck (1/4) / Erster Band cover

Briefe an Ludwig Tieck (1/4) / Erster Band

Chapter 212: Hoffmann, Ernst Theodor Amadeus.
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About This Book

A selection of correspondence received by a noted German writer presents letters from a wide range of contemporaries and associates, gathered and edited with a prefatory essay that explains the editorial choices. The volume preserves an alphabetical arrangement where possible, notes gaps and damage from binding and illegible manuscripts, and omits family papers and passages judged private or injurious. Together the surviving letters illuminate the author’s literary activities, critical opinions, social networks and personal relationships across successive generations while the editor draws attention to editorial limitations and the difficulties of establishing a strict chronological sequence.

Hoffmann, Ernst Theodor Amadeus.

Geb. zu Königsberg am 24. Januar 1776, gest. zu Berlin am 24. Juli 1822. Musikdirektor, Kompositeur, Kammergerichtsrath und berühmter Schriftsteller; Eduard Hitzig’s vertrauter Freund, wie Ludwig Devrient’s Genosse; phantastischer Dichter, wie strenger, gewissenhafter Aktenmann — welche wunderbaren Gegensätze! — Es ist befremdend von seiner Hand in Tieck’s Briefsammlung nur dieses eine Zettelchen zu entecken. Er hat doch unfehlbar öfters an Letzteren geschrieben. Was ist aus den übrigen Blättern geworden?

Berlin, d. 19. August 1820.

Mit innigem Vergnügen habe ich ihre freundlichen Worte, mein hochverehrtester Freund! (stolz bin ich darauf Sie so nennen zu dürfen) durch H. Molbeen (?)[13] erhalten, ohne den Ueberbringer zu sehen, der mich leider nicht im Hause traf, da ich in Geschäften abwesend. Morgen werde ich aber den intereßanten Norden bey mir bewillkommnen und mich mühen dem günstigen Vorurtheil, das Sie, mein gütiger Freund! ihm für mich eingeflößt zu haben scheinen, zu entsprechen! —

Ach! — nur zu sehr fühle ich das, was Sie mir über die Tendenz, über die ganze (hin und her wohl verfehlte) Art meiner schriftstellerischen Versuche sagen. Mögen Sie aber meiner übrigen Verhältniße qua Kammer-Gerichtsrath &c. &c. &c. gedenken? — Doch freilich, in der Kunst gelten dergleichen Ausreden ganz und gar nichts —

Ich empfehle Ihnen H. Kühne[14], Schauspieler aus Hamburg, der in der That auf schöne Weise in den höchstherrlichen Phantasus hineingehört, und zwar, wie ich denke, rühmlicher Weise. — Er überbringt Ihnen diese wenigen Worte, die ich mir weiteres vorbehaltend, eilig aufschrieb.

Hochachtungsvoll

Ihr innigst ergebenster

Hoffmann.