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Briefe an Ludwig Tieck (2/4) / Zweiter Band cover

Briefe an Ludwig Tieck (2/4) / Zweiter Band

Chapter 184: Mörike, Eduard.
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About This Book

A curated volume gathers personal and professional letters received by a prominent literary figure, presenting correspondence from poets, critics, and cultural acquaintances. The letters range from appreciative tributes and recollections to practical exchanges about publications, theatrical productions, health, and travel; they include editorial requests, invitations, and discussions of artistic taste. Organized by correspondent with brief contextual notes, the collection sketches the social and artistic networks around the addressee and provides varied firsthand glimpses into contemporary literary and cultural life.

Mörike, Eduard.

Geb. den 8. Sept. 1804 zu Ludwigsburg, seit 1834 Pfarrer in Clever-Sulzbach bei Weinsberg.

Maler Nolten, Roman (1838). — Iris, Novellen und Märchen (1839). — Idylle vom Bodensee (1846). — Das Stuttgarter Hutzelmännlein, Märchen (1853). — Mozart auf der Reise nach Prag, Novelle (1856). — Die sanfte, liebewarme Empfindung dieses Dichters klingt mild und innig aus den wenigen Zeilen, welche sich von ihm in Tieck’s Nachlasse vorfanden.

Ochsenrang bei Kirchheim unter Teck
im Königr. Wirtemberg,
d. 20. Febr. 1833.

Hochverehrter Herr!

Eine poetische Arbeit direkte und ohne alle äußere Veranlassung Ihnen vorzulegen, habe ich inzwischen billig Anstand genommen; und selbst da nun verlauten will, daß Dieselben aus Gelegenheit eines Gesprächs mit einem meiner wirtembergischen Freunde Sich dieser Lektüre im Voraus nicht ganz abgeneigt erwiesen hätten, gebe ich der Versuchung, mich Ihnen darzustellen, nicht ohne Zaudern nach.

Denke ich aber, mit welcher unbedingten Hingebung und immer neuen Bewunderung ich mich seit so viel Jahren an Ihren Werken erfreut, an Ihrem Genius mich aufgerichtet habe, wie ich mich überall zuerst an die Reisenden drängte, welche zu Dresden und bei Tieck gewesen waren, so finde ich mich nun aufs wunderbarste durch die Vorstellung gerührt, daß Sie, doch wenigstens so lange jene Blätter Sie festhalten können, Sich noch mit meinem Wesen berühren sollen! Schon dieß Bewußtseyn, kann ich wohl sagen, ist an uns für sich selbst hinreichend, mich glücklich zu machen. Dürft ich aber vollends hoffen, daß es für Sie keine unangenehme, ja vielleicht für mich eine fruchtbare Berührung werden könnte, so wäre meine Freude desto größer, je geringer in Wahrheit die Ansprüche waren, womit ich das Buch überhaupt in die Welt hinausgab.

Mit größter Verehrung verharrend

Euer Wohlgeboren

gehorsamster

Eduard Mörike,

Pfarr-Vikar.


Druck von Robert Rischkowsky in Breslau.