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Das Buch vom Brüderchen: Roman einer Ehe cover

Das Buch vom Brüderchen: Roman einer Ehe

Chapter 61: 13.
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About This Book

The narrative follows a contented writer whose cheerful household and books about his two older sons shift focus to the youngest child, a toddler who insists on being included in the family story. Through episodic scenes of domestic life, play, and small adventures, the text explores parental affection, the fragile illusion of security that ignores mortality, and a child's claim to recognition. Gentle irony and quiet emotion combine to portray marital life and family roles while contemplating the gap between adult assumptions and a child's immediate needs, culminating in a solemn promise to record the youngest within the family's remembered life.

13.

Ich öffnete den Brief, der zu oberst in der kleinen Kommode meiner eigenen Kindheit dort drinnen in Svens Heiligtum lag. Da las ich dieses:

„Ich habe so oft vom Sterben gesprochen, aber einmal wird es ja doch geschehen. Wer dieses Blatt zuerst findet, soll es Dem oder Denen zeigen, die mein Begräbnis anordnen werden. Oh Gott, wenn ich dieses Wort niederschreibe — wäre ich so nahe dem Grabe, wie das Wort dem Papier. Ich wollte ja für Geliebte leben, die mehr für mich gethan haben, als Menschen für einen Anderen thun, und ich versuche, so gut ich kann. Aber wenn es nicht gelingt — und es ist mir so zu Mute — dann möchte ich in mein weißes Kleid gekleidet werden. In meiner untersten Kommodenlade ist all das Linnen, das Nenne, mein Engel, benützte. Aber gebt es mir mit. Laßt so viel von dem, was sein ist und in meinem Sarge Platz hat, mit hineinkommen. Auch auf seinen harten, kleinen Spielsachen werde ich weich liegen. — —

Ein letzter Wunsch noch. Sterbe ich zuhause, so versucht, wenn es möglich ist, mich in Nennes Zimmer aufzubahren.

Dank für alles, alles. Aber ich war ein unglücklicher Mensch und konnte nicht leben trotz aller Liebe und Zärtlichkeit — —.

Eure
Elsa.“

Und so wurde sie in das weiße Kleid gekleidet, das sie nicht getragen, seit sie sich an der Erde nicht mehr freute und an allem, was der Erde war. Alles geschah, so wie sie es gewünscht, und in Svens kleinem Zimmerchen ward ihr letztes Lager gebettet. Da lag sie, das weiche, schwarze Haar gelöst über das weiße Gewand fallend, und rings um sie waren alle Blumen des Frühlings. Hinter ihr erhob sich zu dem kleinen Fenster eine purpurrothe Azalee, und auf dem Bette lag ein Regen von gelben Rosen.

Sie sah aus, als ob sie schliefe, und ihr Gesicht hatte sich im Tod verjüngt.

So ging sie zu Sven, wie sie selbst gesagt, und darum ist dies das „Buch vom kleinen Brüderchen“, das kam und seiner Mutter Engel wurde, wenn auch nicht so, wie wir gehofft hatten. Denn er nahm sie mit, als er ging.