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Das Buch vom Brüderchen: Roman einer Ehe cover

Das Buch vom Brüderchen: Roman einer Ehe

Chapter 7: 4.
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About This Book

The narrative follows a contented writer whose cheerful household and books about his two older sons shift focus to the youngest child, a toddler who insists on being included in the family story. Through episodic scenes of domestic life, play, and small adventures, the text explores parental affection, the fragile illusion of security that ignores mortality, and a child's claim to recognition. Gentle irony and quiet emotion combine to portray marital life and family roles while contemplating the gap between adult assumptions and a child's immediate needs, culminating in a solemn promise to record the youngest within the family's remembered life.

4.

Zu dieser Zeit waren unsere Knaben herangewachsen und waren schon große Jungen. Olof hatte bereits mit der Schule angefangen, und Svante näherte sich auch schon der Zeit, wo er beginnen sollte, die trockenen Nüsse vom Baume der Erkenntnis zu knacken.

Zu dieser Zeit war es, daß die dunklen Stunden zum ersten Male anfingen, meiner Frau übermächtig zu werden, und mehr als einmal sah ich, daß sie geweint hatte. Sie wich mir in ihrer stillen Weise aus, und sie that es, damit ich sie bei solchen Anlässen nicht fragen sollte. Ich kann nie vergessen, welche Angst mich in dieser Zeit beherrschte. Diese Angst schlich sich Nachts an mich heran, wenn ich einsam an meinem Schreibtisch saß. Sie folgte mir, wenn ich ging, um mich zur Ruhe zu legen, und sie blieb in der Dunkelheit auf dem Rande des Bettes sitzen, während ich wach lag und den Atemzügen meiner Frau lauschte, um zu hören, ob sie schlief.

So still wurde es zwischen uns in dieser Zeit, so wunderlich still. Wir konnten in unser Wohnzimmer kommen und die Lampe anzünden, und wir konnten dort sitzen, ohne ein Wort zu sagen, und wir fühlten, wie das Schweigen sich gleich einer Mauer zwischen uns aufrichtete, die Niemand aufgebaut, aber die auch Niemand niederreißen konnte. Und wenn unsere Hände sich suchten, war es nur, weil wir es mußten und Keiner von uns es ertragen konnte, ferne von dem Anderen zu sein, obgleich wir Beide fühlten, daß wir es im Grunde doch waren.

Die Knaben kamen herein, um Gutenacht zu sagen. Wir küßten sie Beide, und wir sahen ihnen nach, wenn sie gegangen waren. Aber kein Wort wurde gesprochen, und wenn ich meinen Kopf wieder nach der Richtung wandte, wo meine Frau saß, fühlte ich, daß sie weinte, aber ich hörte es nicht. Wir hätten nicht unglücklicher sein können, wenn Eines von uns oder wir Beide ein dunkles Geheimnis zu verbergen gehabt hätten. Und doch wußten wir Beide, daß es kein solches gab.

„Bist Du unglücklich mit mir, Elsa?“ fragte ich sie.

Und zur Antwort hörte ich sie schluchzen, wie in höchster Angst:

„Wenn ich Dich nicht hätte, glaubst Du, daß ich da leben könnte?“