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Vater Patterson hatte recht gehabt: Die kleine Bessie konnte einem schon auf die Nerven fallen.
Sie fand es selbstverständlich, daß sie den Vater überallhin begleiten durfte. An seiner Seite drang sie in die ängstlich umhüteten Bureaus der unnahbarsten Direktoren — im H. T. L.-Haus wie drüben auf der Werft. Und nicht minder ungeniert spazierte sie durch die endlos hingedehnten Werkstätten, ließ sich im Aufzug zum schwindelnden Helgengerüst emporfahren, turnte zum Entsetzen der ölbeklexten Maler zwischen ihnen über die frisch mit Mennig überholten Stahlgerüste, tauchte neben dem alten Tietgens im Kranführerhäuschen auf, war plötzlich wieder drunten, kroch durch den Doppelboden des werdenden Riesendampfers, kletterte an den Leitern der Aufrichtegerüste hinauf, flitzte über die Laufstege des schon zur vollen Höhe hinangewachsenen Zehntausendtonnendampfers, stand voll brennenden Interesses neben dem glosenden Vorwärm-Feuer und beobachtete, wie der Junge die rotglühenden Niete aus dem Kohlenbecken holte und durch eine offengebliebene Lücke der Beplattung ins Innere des Schiffes reichte ... staunte, wie der Stiel des Nietes plötzlich aus einem der Nietlöcher auftauchte, wie die Nieterzwillinge mit ihren langgestielten Hämmern zuschlugen und ticktack, ticktack aus dem Stiel ein glattes, rundes Köpfchen zurechthämmerten ... Und überall Fragen, Fragen — überall, knips, der Kodak in Tätigkeit ...
Und kaum war sie zu ebener Erde angekommen, dann tat sie einen Griff in die Tasche, und das Pintschermütterchen wurde in Freiheit gesetzt ... Es entschädigte sich für die stumm ertragene Haft, indem es mit widerlich grellem Kläffen den ernsthaften Herren in den Direktionsbureaus zwischen die Beine fuhr, die Arbeiter, deren Geruch das kleine Scheusal empörte, in die schlampigen Hosen biß ... Dann lachte seine Herrin, so daß der kostbare Reiherbusch auf ihrem Strohhütchen wippte wie vom Sturm gezaust.
Eines Morgens zog sie beim Frühstück ihrem Vater das Scheckbuch aus der Brusttasche, reichte ihm ihren Füllfederhalter hin:
»Schreib, daddy ... sechshundert Dollar ...«
»Goddam — wofür?«
»Wirst du gleich sehen. Habe mir ein Auto gekauft.«
»Du bist toll — wozu?«
»Für meine Studienreisen.«
»Ach, bitte — was studierst du, wenn man fragen darf?«
»Die Deutschen. Sie sind sehr merkwürdig, die Deutschen. Sie haben wenig zu essen, sind schlecht angezogen, mögen nur acht Stunden arbeiten und schimpfen, wenn man einen guten Anzug trägt. Aber ich weiß mit ihnen fertig zu werden. Ich lache sie aus, dann werden sie friedlich. Und noch eins: ihre Kinder ... Wenn man gut zu ihren Kindern ist, dann kann man alles mit ihnen anfangen.« Sie wies auf ein mächtiges Paket, das sie aus ihrem Zimmer mitgebracht: »Schau her, daddy ... alles Süßigkeiten und Schokolade für meine kleinen Freunde in den schlimmen Vierteln ...«
»In den schlimmen Vierteln?!«
»Gewiß — ich gehe immer in die schlimmen Viertel. Darum mußte ich mir das Auto kaufen — daß ich ordentlich herumkomme in den schlimmen Vierteln. Oh, du glaubst nicht, wie interessant es ist in den schlimmen Vierteln!«