Sarah schrieb aus Cannes. Sie wollte erst gegen das Frühjahr wiederkommen, die warme Luft täte ihr gut. –
Allmählich gewann die Aussicht, daß Renée zu Sarah gehen sollte, feste Gestalt. Renée sprach nicht davon und dachte nicht daran. Sie hatte in jener ersten Zeit einen großen Aufwand von Gefühl und Willen darum gemacht, damals als Papa es nicht zugeben wollte; nun hatte sie es halb vergessen, es sah ihr so unwahrscheinlich aus, und nun – „Ich finde, es wäre sehr gut und wünschenswert für dich mit Sarah,“ sagte Elisabeth. „Viktor meint es auch. – Und dann im Sommer hat Papa doch uns in der Nähe. Im Winter bist du ja in derselben Stadt wie er, dann kannst du täglich hingehen.“ „Ja,“ sagte Renée – „Viktor meint – natürlich nach der Trauerzeit – könnte doch Sarah auch viel mehr für dich tun, Renéechen, in bezug auf Geselligkeit und Bekanntschaften. Wir freuen uns ja natürlich auch sehr darauf, dich oft bei uns zu haben, aber unsere Wohnung ist eben doch etwas beengt, und wir haben auch so wenig tanzbare Herren.“ –
„Ja, die kann ich gar nicht brauchen,“ sagte Renée. Elisabeth redete noch eine ganze Weile. Es schien nichts Idealeres zu geben, als daß Renée fortging von Groß-Gehren – fortging – ach es war dumm und sentimental. Sie ging ja gar nicht ganz fort. Und es war doch für Hannsbabo.