Hundertviertes Kapitel.
Ein Kriegsrat oder ein paar von dieser entzückenden täuschenden Gattung, gepflogen zwischen meinem Onkel Toby und Trim, über die Schleifung von Dünkirchen, brachten auf einen Augenblick die Ideen von den Vergnügungen wieder in Reih und Glieder, welche gar davonwischen wollten. — Aber es ging damit nur schlaff her. Der Zauber schwächte das Gemüt nur mehr. Die Göttin des Schlafes kam mit ihrem stummen Gefolge ins einsame Wohnzimmer geschlichen und hüllte meines Onkels Toby Kopf in ihren flornen Mantel. Und die Verdrossenheit mit ihren schlaffen Fiebern und unbestimmtem Auge setzte sich ruhig bei ihm in seinen Lehnstuhl hin. Amberg und Rheinburg, und Limburg und Huy, und Bonn jagten nicht mehr dies Jahr — und die Prospekte von Landen und Trarbach, und Drusen und Dendermonde nicht im anderen Jahre das Blut herum. Die Sappen, Minen, Schirme, Schanzkörbe und Palisaden wehrten diesen schönen Feind der Ruhe des Menschen nicht länger ab. Nicht mehr konnte mein Onkel Toby, wenn er bei seinem gekochten Ei zum Abendessen die französischen Linien passierte, tiefer hinein ins Herz von Frankreich dringen, über die Oyes setzen, die ganze Pikardie offen hinter sich liegen lassen, bis vor die Tore von Paris marschieren und mit lauter Bildern von Ehre und Ruhm einschlafen. Nicht mehr sollte es ihm träumen, er habe das britische Panier auf den Turm der Bastille gepflanzt, und erwachen, da es ihm noch im Kopfe flatterte.
Liebreichere Erscheinungen, sanftere Regungen stahlen sich unvermerkt in seinen Schlummer, — die Drommete des Krieges entfiel seiner Hand. Er ergriff dafür die Laute, das liebliche Instrument! Unter allen anderen das delikateste, das schwerste! — Wie wirst du sie spielen, liebster Onkel Toby!