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Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy cover

Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy

Chapter 106: Hundertsechstes Kapitel.
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About This Book

A playful, digressive first-person narrator tells his life and opinions through a series of nonlinear episodes that repeatedly detour into anecdotes, philosophical asides, and comic observation. The narration famously delays the account of the narrator's own birth while dwelling on family relationships, foibles, and cherished obsessions, using irony, self-commentary, and typographical tricks to undermine conventional storytelling. Episodes blend sentiment and satire, shift between intimate recollection and broad reflection, and repeatedly return to themes of memory, affection, human absurdity, and the unstable nature of narrative itself.

Hundertsechstes Kapitel.

Es wird sich bei Gelegenheit schon von selbst finden. — Alles, was ich hier verfechte, ist, daß ich nicht notwendig mit einer Definition der Liebe anfangen muß. Und solange ich meine Historie wegerzählen und sie mit dem Worte selbst verständlich sein kann, ohne einen anderen Begriff damit zu verknüpfen, als den ich mit allen Leuten gemein habe, warum sollte ich einen Augenblick vor der Zeit davon abgehen? — Kann ich erst nicht mehr weiter und sehe ich mich von allen Seiten in diesem mystischen Labyrinth verwickelt, so wird meine Meinung von selbst dazu kommen und mich herausführen.

Für jetzt, hoffe ich, wird man mich hinlänglich verstehen, wenn ich dem Leser sage: mein Onkel Toby ward verliebt.

Ich kann nicht sagen, daß mir die Redensart gefiele; gar nicht! Denn wenn man sagt, ein Mann ist verliebt, oder er ist heftig verliebt, oder gar er ist rasend verliebt, oder noch ärger, er ist mit Haut und Haar verliebt —, so wollen diese unter den Leuten gang und gäben Redensarten allemal soviel mit andeuten, daß der Zustand eines Menschen, welcher liebt, unnatürlich und gefährlich sei. — Das heißt der Meinung des Plato Anhänger machen, welche ich bei aller seiner Göttlichkeit für verdammlich und ketzerisch halte. Doch genug davon.

Lieben und Verliebtsein mag also sein, was es will: mein Onkel ward verliebt.

Und vermutlich, gütiger Leser, bei einer solchen Untersuchung würdest du es selbst. Denn nie sahen deine Augen oder begehrten deine Begierden auf dieser weiten Welt ein Ding, das begehrenswürdiger gewesen wäre als die Witwe Wadmann.