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Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy cover

Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy

Chapter 108: Hundertachtes Kapitel.
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About This Book

A playful, digressive first-person narrator tells his life and opinions through a series of nonlinear episodes that repeatedly detour into anecdotes, philosophical asides, and comic observation. The narration famously delays the account of the narrator's own birth while dwelling on family relationships, foibles, and cherished obsessions, using irony, self-commentary, and typographical tricks to undermine conventional storytelling. Episodes blend sentiment and satire, shift between intimate recollection and broad reflection, and repeatedly return to themes of memory, affection, human absurdity, and the unstable nature of narrative itself.

Hundertachtes Kapitel.

Da Susanna durch einen Expressen von Jungfer Brigitte Nachricht erhielt, daß mein Onkel Toby in ihre Herrschaft verliebt sei, schon fünfzehn Tage vorher, ehe sich's zutrug, und Susanna das Wesentliche dieser expressen Nachricht den folgenden Tag gleich meiner Mutter mitteilte, so hat mir das Gelegenheit gegeben, gerade vierzehn Tage früher von meines Onkels Toby Liebesangelegenheiten zu schreiben, als er sie wirklich hatte.

»Ich habe dir was Neues zu sagen, lieber Walther,« sagte meine Mutter, »das dich sehr erstaunen wird.«

Bitte zu merken, daß mein Vater eben die Beschwerlichkeiten des Ehestandes überdachte, als meine Mutter das Stillschweigen brach.

»Bruder Toby,« sagte sie, »ist mit Frau Wadmann versprochen.«

»Nun, so soll er in seinem Leben nicht wieder diagonal im Bette liegen, da stehe ich ihm für,« sagte mein Vater.

Meinem Vater war es ein herznagender Verdruß, daß meine Mutter ihn niemals fragte, wenn er etwas sagte, das sie nicht verstand.

Daß sie kein gelehrtes Frauenzimmer ist, pflegte mein Vater zu sagen, das ist ihr Unglück und nicht ihre Schuld. Aber fragen könnte sie doch.

Meine Mutter tat das niemals. Kurz, sie ging am Ende aus der Welt, ohne zu wissen, ob sie sich rund drehte, ob sie stillstände. Mein Vater hatte es ihr ganz dienstfertigerweise wohl tausendmal gesagt, wie es damit wäre. Aber sie konnte es gar nicht behalten.

Aus dieser Ursache ging ein Gespräch unter ihnen selten weiter, als Proposition, Replik und Duplik. Wenn die vorbei, holte er gewöhnlich auf ein paar Minuten Atem und schlenderte dann weiter.

»Wenn er sich verheiratet,« sagte meine Mutter, »so verlieren wir doch immer dabei.«

»Nicht einen Kirschkern,« sagte mein Vater. »Er mag das seinige ebensolieb auf diese Art als auf eine andere verschießen.«

»Es ist wohl wahr,« sagte meine Mutter. Und hiermit endigten sich Proposition, Replik und Duplik, wovon ich Ihnen sprach.

»So hat er doch noch wohl einigen Zeitvertreib,« sagte mein Vater.

»Sehr angenehmen,« antwortete meine Mutter, »wenn er Kinder bekommen sollte.«

»Gott verzeihe mir meine Sünden!« sagte mein Vater bei sich selbst.