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Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy cover

Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy

Chapter 11: Neuntes Kapitel.
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About This Book

A playful, digressive first-person narrator tells his life and opinions through a series of nonlinear episodes that repeatedly detour into anecdotes, philosophical asides, and comic observation. The narration famously delays the account of the narrator's own birth while dwelling on family relationships, foibles, and cherished obsessions, using irony, self-commentary, and typographical tricks to undermine conventional storytelling. Episodes blend sentiment and satire, shift between intimate recollection and broad reflection, and repeatedly return to themes of memory, affection, human absurdity, and the unstable nature of narrative itself.

Neuntes Kapitel.

Wäre ich nicht moralisch gewiß, daß der Leser voller Ungeduld nach meines Onkels Toby Charakter sein muß, so hätte ich ihn hier vorläufig überzeugt, daß kein Instrument so geschickt ist, so etwas zu zeichnen, als das, worauf ich verfallen bin.

Von einem Manne und seinem Steckenpferde kann ich nun zwar nicht sagen, daß sie genau so, wie die Seele und der Leib, aufeinander Wirkung und Gegenwirkung täten. Ohne Zweifel aber ist unter ihnen eine Art von Kommunikation, und zwar bin ich der Meinung, daß es sehr nach der Art zugehe wie mit elektrisierten Körpern.

Nun war das Steckenpferd, welches mein Onkel Toby beständig ritt, nach meiner Meinung ein Steckenpferd, das schon einer Beschreibung wert ist. War's auch nur seiner großen Sonderbarkeit wegen; denn Sie möchten von York nach Dover, von Dover nach Penzanze im Cornwallis, und von Penzanze wieder nach York gereist sein, und doch auf der ganzen Heerstraße seinesgleichen nicht gefunden haben. Oder hätten Sie ein solches gesehen, so hätten Sie noch so eilig sein mögen, Sie hätten unfehlbar stillhalten müssen, um es zu beschauen. In der Tat war sein Wuchs und sein Gang so wunderbar und vom Kopfe bis zum Schweife jedem anderen von der ganzen Gattung so über und über unähnlich, daß es zuweilen Anlaß zu streiten gab, ob es wirklich ein Steckenpferd sei oder nicht? Allein wie der Philosoph dem Skeptiker, der ihm die Wirklichkeit der Bewegung ableugnen wollte, keinen anderen Beweis entgegensetzte, als daß er auf die Füße trat und durchs Zimmer ging, so wollte mein Onkel Toby sich keines anderen Arguments bedienen, um zu beweisen, daß sein Steckenpferd wirklich ein Steckenpferd sei, als daß er sich daraufsetzte und es vorritt. — Hernach möchte die Welt den Punkt entscheiden, wie's ihr gut dünkte.

Im rechten Ernste, mein Onkel Toby bestieg es mit soviel Wohlgefallen, und es trug meinen Onkel Toby so schön, daß er sich herzlich wenig darum bekümmerte, was die Welt davon sagte oder dachte.

Indessen ist's endlich wohl einmal hohe Zeit, daß ich Ihnen eine Beschreibung davon gebe. — Um aber mit aller Ordnung zu verfahren, muß ich mir nur erst die Erlaubnis ausbitten, Ihnen zu berichten, wie mein Onkel Toby darankam.