Hundertvierzehntes Kapitel.
Es ist Jammer und schade — aber mir nicht weniger aus meiner täglichen Beobachtung des Menschen gewiß, daß er wie eine Kerze an beiden Enden angezündet werden kann. Woferne nur der Docht weit genug hervorsteht. Ist keiner da und er wird unten angezündet, so, weil in dem Falle die Flamme gewöhnlich das Unglück hat, sich selbst auszulöschen, geht's wieder nicht.
Was mich anbelangt, könnte ich's immer selbst einrichten, von welchem Ende an ich brennen wollte — denn ich kann den Gedanken nicht ausstehen, so viehdumm zu brennen —, so sollte mich eine ehrliche Hausfrau allemal bei der Spitze anzünden. Denn alsdann könnte ich hübsch mit Ehren herunterbrennen. Das heißt von meinem Kopfe bis zu meinem Herzen, von meiner Leber bis zu meinen Eingeweiden, und so den Weg der mesenterischen Venen und Arterien herunter, durch alle die Windungen und Seitenschnitte der Intestinen und ihrer Häute, bis zum blinden Darm.
»Ich bitte Sie, Herr Doktor Slop,« sagte mein Onkel Toby und fiel ihm in die Rede, als er in einem Gespräch an dem Abende, da meine Mutter von mir entbunden ward, des blinden Darms erwähnte. »Ich bitte Sie,« sagte mein Onkel Toby, »sagen Sie mir doch, welches ist der blinde Darm? Denn ich versichere Sie, so alt ich bin, weiß ich doch bis diesen Tag noch nicht, wo er liegt.«
»Der blinde Darm,« antwortete Doktor Slop, »liegt zwischen dem Illion und Kolon.«
»Bei einem Manne?« sagte mein Vater.
»Es ist genau ebenso bei den Weibern,« versetzte Doktor Slop.
»Das ist mehr, als ich weiß,« sagte mein Vater.