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Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy cover

Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy

Chapter 128: Hundertachtundzwanzigstes Kapitel.
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About This Book

A playful, digressive first-person narrator tells his life and opinions through a series of nonlinear episodes that repeatedly detour into anecdotes, philosophical asides, and comic observation. The narration famously delays the account of the narrator's own birth while dwelling on family relationships, foibles, and cherished obsessions, using irony, self-commentary, and typographical tricks to undermine conventional storytelling. Episodes blend sentiment and satire, shift between intimate recollection and broad reflection, and repeatedly return to themes of memory, affection, human absurdity, and the unstable nature of narrative itself.

Hundertachtundzwanzigstes Kapitel.

Obgleich der Korporal sein Wort ehrlich gehalten und meines Onkels Toby große Dreiknotenperücke auf Pfeifenstiele gewickelt hatte, so war doch die Zeit zu kurz, daß es sonderlich große Wirkung hätte tun können. Sie war manches liebe Jahr in einer Ecke seines alten Feldkastens zusammengequetscht worden. Und da sich schlimme Falten nicht so leicht herausmachen lassen und ihm der Handgriff mit den Enden von Talgkerzen nicht so geläufig war, so war es keine so lenksame Arbeit, wie man wohl denken möchte. Der Korporal trat wohl ein Schock Male mit funkelnden Augen und beiden Armen ausgestreckt in gerader Linie von ihr zurück, um ihr, wo möglich, eine bessere Miene einzuflößen. Hätte die Grämlichkeit einen Blick darauf geworfen, es würde Ihro grämlichen Gnaden ein Schmunzeln abgelockt haben. — Sie fiel allenthalben in Locken, nur nicht da, wo es der Korporal haben wollte und wo eine oder ein paar Wellen ihr nach seiner Meinung würden Ehre gemacht haben. Da hätte er ebensoleicht einen Toten erwecken können.

So sah sie aus — oder vielmehr, so würde sie auf jedem anderen Gesichte ausgesehen haben. Der sanfte Blick der Güte aber, der auf dem Gesichte meines Onkels Toby saß, machte jedes Ding in seiner Nähe mit so unwiderstehlicher Macht sich selbst ähnlich. Und dabei hatte die Natur mit so leserlichen Buchstaben in jeden Zug seiner Miene geschrieben: ein feiner Mann, daß ihn selbst sein abgebleichter goldener Tressenhut und die große Hutschleife von schlaffem Taffetband gut kleidete. Obgleich an sich selbst kein Scherflein wert, wurden sie doch den Augenblick, da mein Onkel Toby sie aufsetzte, Dinge von Bedeutung und schienen ausdrücklich von der Hand der Wissenschaft ausgesucht zu sein, ihm ein Ansehen zu geben.

Nichts in dieser Welt hätte so kräftig zu diesem Endzwecke beitragen können, wie meines Onkels Toby blaues Kleid mit Gold, wäre nicht gewissermaßen Fülle mit zur Grazie erforderlich gewesen. In einem Zeitraume von fünfzehn oder sechzehn Jahren, seitdem es gemacht worden, war das blaue Kleid mit Gold meinem Onkel Toby durch ein völlig untätiges Leben — denn er kam selten weiter als nach seinem grünen Spielplatze — so kläglich eng geworden, daß es den Korporal große Mühe und Künste kostete, ehe er ihn hineinbringen konnte. Das Aufheften der Aufschläge hatte nicht viel geholfen. Es war indessen vorne und hinten und auf den Taschen und Schößen usw. mit Tressen besetzt, nach der Mode unter des Königs Wilhelm Regierung. Um die Beschreibung abzukürzen, schienen sie diesen Morgen in der Sonne so glänzend und machten ein so metallisches und tapferes Ansehen, daß mein Onkel Toby, wenn er auf eine kriegerische Attacke mit Schild und Speer ausgegangen wäre, nichts Besseres nach seinem Sinne hätte ausfinden können.

Was die feinen scharlachenen Beinkleider anbetrifft: die waren von dem Schneider in der inwendigen Naht aufgetrennt, und weiter hatte er sich nicht darum bekümmert.

Ja, Madame! — Aber laß uns unserer Einbildung nicht die Zügel schießen. Genug, sie wurden den Abend vorher für unbrauchbar erklärt, und da in meines Onkels Toby Garderobe keine Wahl war, so blieb es bei seinen rotplüschenen.

Der Korporal hatte sich mit der Regimentsuniform herausstaffiert. Das Haar unter seiner Reitmütze zusammengeknotet, die er des Endes neu aufgebürstet hatte, marschierte er in einer Distanz von drei Schritten hinter seinem Herrn. Ein Hauch von militärischem Stolze hatte seine Vorärmel über den Händen hervorgezupft. Auf eine derselben hatte der Korporal an einem ledernen Bande, das unter dem Knoten in eine Quaste geschnitzelt war, seinen Stock hängen.

Mein Onkel Toby trug seinen Stock wie einen Speer.

Es sieht doch wenigstens nicht übel aus, sagte mein Vater bei sich selbst.