Hundertdreißigstes Kapitel.
»Sie kann's doch nicht,« sagte mein Onkel Toby und machte Halt, als sie bis auf zehn Schritte von Madame Wadmanns Haustüre aufmarschiert waren — »sie kann's doch nicht übelnehmen, Korporal?«
»Sie wird's nehmen, mit Euer Gnaden Wohlnehmen,« sagte der Korporal, »eben wie es die Witwe zu Lisbon von meinem Bruder Thomas nahm.«
»Und wie war das?« sagte mein Onkel Toby und machte fast völlig Front herum gegen den Korporal.
»Euer Gnaden,« versetzte der Korporal, »wissen meines Bruders Tom Unglück. Aber diese Sache hat nichts weiter damit zu tun als nur: hätte Tom die jüdische Witwe nicht gefreiet, oder wäre es des lieben Herrgotts Wille gewesen, daß sie Schweinefleisch in ihre Würstchen getan hätten, so hätten sie die ehrliche Haut meines Bruders nicht aus seinem warmen Bette geholt und zur Inquisition geschleppt. — — Es ist ein verdammtes Loch,« fügte der Korporal hinzu und schüttelte den Kopf. »Wenn einmal erst ein armer Kerl, mit Euer Gnaden Erlaubnis, darin ist, so ist kein Herauskommen wieder.«
»Sehr wahr!« versetzte mein Onkel Toby und sah nach Madame Wadmanns Hause, als er das sagte.
»Nichts,« fuhr der Korporal fort, »kann wohl so elend sein wie eine ewige Gefangenschaft, und nichts süßer, mit Euer Gnaden Wohlnehmen, als die Freiheit.«
»Nichts, Trim,« sagte mein Onkel Toby, in tiefen Gedanken —
»Solange ein Mensch frei ist,« rief der Korporal und Schwang dabei seinen Stock, wie hier
Ein ganzes Tausend von meines Vaters subtilsten Syllogismen hätte nichts Stärkeres für den Ehelosenstand sagen können.
Mein Onkel Toby sah ernsthaft nach seinem Landhäuschen und dem grünen Spielplatze zurück.