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Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy cover

Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy

Chapter 135: Hundertfünfunddreißigstes Kapitel.
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About This Book

A playful, digressive first-person narrator tells his life and opinions through a series of nonlinear episodes that repeatedly detour into anecdotes, philosophical asides, and comic observation. The narration famously delays the account of the narrator's own birth while dwelling on family relationships, foibles, and cherished obsessions, using irony, self-commentary, and typographical tricks to undermine conventional storytelling. Episodes blend sentiment and satire, shift between intimate recollection and broad reflection, and repeatedly return to themes of memory, affection, human absurdity, and the unstable nature of narrative itself.

Hundertfünfunddreißigstes Kapitel.

»Sie sollen die eigentliche Stelle sehen, Madame,« sagte mein Onkel Toby.

Dieses erheischt abermals eine Erklärung. Es zeigt, wie wenig man aus bloßen Worten lernen kann. Wir müssen zu der ersten Quelle zurückgehen.

Um nun den Nebel aufzuhellen, welcher über diesen drei Seiten liegt, muß ich mich bestreben, selbst so hell und deutlich zu sehen wie möglich.

Reiben Sie Ihre Hände dreimal über Ihre Stirnen, — schneuzen Sie sich, — reinigen Sie die Schleimdrüsen, — niesen Sie, meine lieben Freunde! — So! Gott helf!

Nun kommen Sie mir aus aller Macht zu Hilfe.

Wir leben in unserer Welt, an allen Seiten mit Geheimnissen und Rätseln umgeben. Also tut's nichts, sonst schiene es wunderbar, daß die Natur, welche alle Dinge so zweckmäßig macht und selten oder niemals irrt (es sei denn aus Spielerei), indem sie allem, was durch ihre Hand geht, sie bestimme es für den Pflug, für die Karawane oder für den Karren — oder was für ein Geschöpf sie modelliert, wär's auch nur ein Eselsfüllen —, solche Bildung und Fähigkeiten gibt und mitteilt, daß Sie sicher sind, das Ding zu bekommen, was Sie verlangen; — daß die Natur, sage ich, doch zu gleicher Zeit beständig so fortpfuscht, wenn sie ein so einfältiges Ding macht wie einen Ehemann.

Liegt das an der Wahl des Erdkloßes oder daß solcher häufig durchs Kneten verdorben wird. Durch zu häufiges Kneten, wissen Sie, kann der Leim und ein Ehemann einerseits zu krustig werden, anderseits durch Mangel an Wärme nicht krustig genug. Oder ist diese große Künstlerin nicht aufmerksam genug auf die kleinen platonischen Bedürfnisse desjenigen Teils des menschlichen Geschlechts, zu dessen Gebrauch sie diesen macht? — Oder weiß die gnädige Frau zuweilen selbst nicht recht, was für eine Art Ehemann es sein soll? — Kurz, das alles weiß ich nicht. Nach dem Abendessen wollen wir davon sprechen.

Es ist genug, daß weder die Bemerkung selbst noch die daraus gemachte Folgerung im geringsten für die Sache sind, sondern vielmehr dagegen. Weil in Ansehung der Fähigkeiten meines Onkels Toby zum heiligen Ehestande nichts in der Welt besser sein konnte. Die Natur hatte ihn aus dem besten und gutartigsten Leim gebildet, hatte solchen mit ihrer eigenen Milch eingeweicht und den sanftesten Geist hineingeblasen. Sie machte ihn durch und durch tapfer, großmütig und menschlich. Sie hatte sein Herz mit Treue und gutem Glauben angefüllt, und hatte jede Leitung zu demselben zur Mitteilung der zärtlichsten Dienste eingerichtet. Sie hatte noch bei dem allen die anderen Ursachen mit in Betracht gezogen, weswegen der Ehestand eingesetzt wurde.

Und hatte also — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — —

Der Segen war auch durch meines Onkels Toby Wunde nicht von ihm genommen.