Das 133. Kapitel.
Nun gibt es eine solche unendliche Menge von Tönen, Klängen, Weisen, Melodien, Mienen, Blicken und Akzenten, womit das Wort Wischiwaschi in allen solchen Fällen wie dieser ausgesprochen werden kann. Und jedes darunter drückt ihm einen von den anderen so verschiedenen Sinn und Verstand ein, wie Schmutz von Reinlichkeit sind. So daß die Kasuisten — denn in dieser Betrachtung ist es ein Gewissensfall — nicht weniger als vierzehntausend Fälle aufrechnen, in welchen man es richtig oder falsch sagen kann.
Madame Wadmann sagte ihr Wischiwaschi so, daß es meinem Onkel Toby all sein bescheidenes Blut in die Wangen trieb. Da er dergestalt fühlte, daß er unversehenerweise über seine Tiefe hinausgeraten sein müßte, brach er kurz ab. Und ohne sich weiter auf die Sorgen oder Freuden des Ehestandes einzulassen, legte er seine Hand auf sein Herz und tat sein Anerbieten, solche, wie sie vorkämen, auf sich zu nehmen und mit ihr zu teilen.
Als mein Onkel Toby dieses gesagt hatte, mochte er's nicht gerne noch einmal sagen. Da er dabei seine Augen auf die Bibel warf, welche Madame Wadmann auf den Tisch gelegt hatte, nahm er sie in die Hand. Und da ihm gleich — der gute Mann! — eine vor allen anderen sehr interessante Stelle auffiel — es war die Belagerung von Jericho —, so machte er sich daran, sie zu überlesen. Indessen ließ er seinen Heiratsantrag, wie er vorher mit seiner Liebeserklärung gemacht hatte, durch sich selbst bei ihr wirken. Nun wirkte er weder als ein Adstringens noch als ein Solvens, weder als Opium noch als Chinarinde, weder als Merkurius noch als Stechdorn noch als irgendein Apothekermittel, welches die Natur der Welt verliehen hat. Kurz, er wirkte ganz und gar nicht bei ihr. Und das lag daran, daß vorher schon etwas bei ihr in Wirkung war. — Was ich für ein Plappermaul bin! Ein dutzendmal wohl habe ich schon vorher gesagt, was es war. Aber es ist noch Feuer in der Materie. — Nur zu!