Einundzwanzigstes Kapitel.
»Bruder Toby,« sagte mein Vater, »ich weiß, du bist ein so ehrlicher Mann und hast ein so gutes und aufrichtiges Herz, als jemals Gott erschaffen hat. Es ist auch deine Schuld nicht, wenn alle die Kinder, welche gezeugt worden sind, können, werden, mögen, sollen oder müssen mit dem Kopfe voran auf die Welt kommen; aber glaube es mir, lieber Toby, es ist schon genug an den Zufällen, welche ihnen unvermeidlicherweise über den Häuptern schweben, an den Gefahren und Widerwärtigkeiten, die unsere Kinder umgeben, nachdem sie ihren Weg auf die Welt gefunden haben, daß es gar nicht nötig ist, sie auf diesem Wege unnötigerweise noch neuen Gefahren bloßzustellen.« — »Sind diese Gefahren,« sagte mein Onkel Toby, indem er seine Hand auf meines Vaters Knie legte und ihm ganz ernsthaft nach einer Antwort ins Gesicht sah, »heutzutage größer, Bruder, als vordem?« — »Bruder Toby,« antwortete mein Vater, »wenn ein Kind nur redlicherweise gesund und lebendig auf die Welt kam, und sich die Mutter im Wochenbette wohl befand, weiter bekümmerten sich unsere Vorfahren um nichts.« — Den Augenblick zog mein Onkel Toby seine Hand von meines Vaters Knie weg, lehnte sich ganz sanft in seinen Stuhl zurück, hob seinen Kopf so weit in die Höhe, daß er eben das Gesims des Zimmers sehen konnte, und alsdann brachte er in seinen Backen die Pfeifmuskeln und in seinen Lippen die Gewölbmuskeln in die gehörige Lage, um sein gewöhnliches Konzert anzufangen — er pfiff seinen Regimentsmarsch.