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Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy cover

Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy

Chapter 3: Erstes Kapitel.
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About This Book

A playful, digressive first-person narrator tells his life and opinions through a series of nonlinear episodes that repeatedly detour into anecdotes, philosophical asides, and comic observation. The narration famously delays the account of the narrator's own birth while dwelling on family relationships, foibles, and cherished obsessions, using irony, self-commentary, and typographical tricks to undermine conventional storytelling. Episodes blend sentiment and satire, shift between intimate recollection and broad reflection, and repeatedly return to themes of memory, affection, human absurdity, and the unstable nature of narrative itself.


Das Leben und die
Meinungen von Herrn Tristram Shandy

Erstes Kapitel.

Am fünften Tage des November 1718, welcher, von der festgesetzten Ära an gerechnet, neun Kalendermonate so richtig vollmachte, als es irgendein Ehemann billigerweise erwarten konnte, ward ich, Tristram Shandy, Erbherr, für diese unsere schäbige, unglücksvolle Welt geboren. — Ich wollte, ich wäre im Monde geboren worden oder in jedem anderen Planeten, nur nicht im Jupiter oder Saturn, weil ich mich gar nicht mit der Kälte vertragen kann; denn es könnte mir schwerlich in einem davon schlimmer ergangen sein — ob ich wohl für die Venus nicht gut sagen möchte — als in diesem schmutzigen Lumpendinge von Planeten, der, wenn ich meines Herzens Meinung, jedoch mit allem Respekt, frei heraus sagen soll, wohl nur von den Schnitzeln und Feilspänen gemacht ist, die von den übrigen abfielen. Noch wäre der Planet gut genug, wäre nur ein Mensch darauf als Erbe zu einem hohen Titel oder großen Vermögen geboren, oder wüßte er's nur so anzugreifen, daß er zu großen Ehrenämtern berufen würde, die ihm fein viel Ansehen und Macht erteilten; aber das ist nun mein Casus nicht, und also — jedermann spricht von der Messe, nachdem er auf derselben seinen Handel gemacht hat; deswegen also, sage ich noch einmal, es ist das elendeste Lumpending von einer Welt, die jemals gemacht worden; denn ich kann mit Wahrheit sagen, daß ich von der ersten Stunde an, da ich darin meinen Atem schöpfte, bis zu der jetzigen, da ich fast gar keinen mehr schöpfen kann wegen meines Asthmas, das ich mir dadurch zugezogen, daß ich in Flandern auf Schlittschuhen gegen den Wind lief, ein Spiel der mutwilligen Dame bin, welche die Welt Fortuna nennt; ob ich ihr gleich nicht das Unrecht tun und ihr nachsagen will, sie habe mich jemals die Last irgendeinen großen oder sich auszeichnenden Leidens fühlen lassen, so bezeuge ich doch mit aller möglichen Friedsamkeit von der Welt, daß bei allen Auftritten meines Lebens, und an jeder Ecke oder in jedem Winkel, wo sie mir nur einigermaßen beikommen konnte, sie mir einen Packen so jämmerlicher Widerwärtigkeiten und Querhändel an den Hals geworfen hat, als jemals ein kleiner Held hat erdulden müssen.