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Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy cover

Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy

Chapter 47: Fünfundvierzigstes Kapitel.
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About This Book

A playful, digressive first-person narrator tells his life and opinions through a series of nonlinear episodes that repeatedly detour into anecdotes, philosophical asides, and comic observation. The narration famously delays the account of the narrator's own birth while dwelling on family relationships, foibles, and cherished obsessions, using irony, self-commentary, and typographical tricks to undermine conventional storytelling. Episodes blend sentiment and satire, shift between intimate recollection and broad reflection, and repeatedly return to themes of memory, affection, human absurdity, and the unstable nature of narrative itself.

Fünfundvierzigstes Kapitel.

»Obgleich der Mensch das herrlichste Fuhrwerk von allen ist,« sagte mein Vater, »so ist's gleichwohl dabei so leicht gebaut und so wackelnd gefügt, daß die harten Püffe und Stöße, die es in dieser höckerigen Fahrt des Lebens ausstehen muß, jeden Tag es wohl zwölfmal umwerfen und in Stücke bröckeln würden, hätten wir nicht, mein lieber Toby, eine geheime Stahlfeder in uns.« — »Das muß wohl, meine ich,« sagte mein Onkel Toby, »nichts anderes sein als die Religion.« — »Will die meines Kindes Nase ansetzen?« rief mein Vater, indem er den Finger losließ und eine Hand gegen die andere schlug. — »Sie macht alles eben und schlicht,« antwortete mein Onkel Toby. — »Das mag figürlich recht wohl sein, mein guter Toby,« sagte mein Vater. »Die Stahlfeder aber, von der ich spreche, ist diejenige große und elastische Kraft in unserem Wesen, den Übeln entgegenzuwirken, die wie eine verborgen angebrachte Feder in einem gutgemachten Wagen zwar nicht den Stoß abwendet, aber doch macht, daß wir ihn weniger fühlen.«

»Und siehe nun, mein lieber Bruder,« sagte mein Vater, und faßte seinen Zeigefinger wieder, als er näher zur Hauptsache kam. »Wäre mein Kind ganz und gut zur Welt gekommen, dann wäre es nicht an seinem köstlichsten Gliede ein Märtyrer geworden. Siehe, so ein Grillenfänger und Sonderling ich der Welt in meiner Meinung über die Taufnamen auch immer scheinen mag, so ist doch der Himmel mein Zeuge, daß ich in der Ergießung der heißesten Wünsche für die Wohlfahrt meines Kindes nie gewünscht habe, sein Haupt mit mehr Ruhm und Ehre zu krönen, als womit Georg und Eduard es bekränzen könnten.

Aber nun, leider,« fuhr mein Vater fort, »da ihm das größte Unglück überkommen ist, muß ich dem entgegenwirken und es durch das größte Glück aufheben.

Er soll Trismegistus getauft werden, Bruder.«

»Daß es gut anschlage, wünsche ich!« versetzte mein Onkel Toby und stand dabei auf.