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Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy cover

Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy

Chapter 48: Sechsundvierzigstes Kapitel.
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About This Book

A playful, digressive first-person narrator tells his life and opinions through a series of nonlinear episodes that repeatedly detour into anecdotes, philosophical asides, and comic observation. The narration famously delays the account of the narrator's own birth while dwelling on family relationships, foibles, and cherished obsessions, using irony, self-commentary, and typographical tricks to undermine conventional storytelling. Episodes blend sentiment and satire, shift between intimate recollection and broad reflection, and repeatedly return to themes of memory, affection, human absurdity, and the unstable nature of narrative itself.

Sechsundvierzigstes Kapitel.

»Was für ein Kapitel von Glückschancen,« sagte mein Vater, wobei er auf dem ersten Treppenabsatze sich umkehrte, als er mit meinem Onkel Toby hinuntergehen wollte. »Was für ein Kapitel von Chancen zeigen uns nicht die Begebnisse dieser Welt. Nimm Feder und Tinte, Bruder Toby, und kalkuliere einmal richtig.« — »Ich weiß soviel von der Kalkulation als das Geländer da!« Er schlug dabei mit der Krücke darauf, die glitt aber ab und versetzte meinem Vater einen derben Schlag vors Schienbein. »Es war hundert gegen eins!« rief mein Onkel Toby. — »Ich meinte,« sagte mein Vater und rieb sich das Schienbein, »ich meinte, du wüßtest nichts von Kalkulationen, Bruder Toby.« — »Ich kann nichts dafür, es ist ein Zufall.« — »So ist das Kapitel um eins vermehrt,« versetzte mein Vater.

Die zweifache Gelegenheit, da mein Vater eine witzige Antwort anbringen konnte, vertrieb ihm auf einmal die Schmerzen aus dem Schienbein. Es war ein Glück. — Schon wieder eine Chance. — Sonst wüßte die Welt bis auf den heutigen Tag noch nicht, was mein Vater kalkuliert haben wollte. Es zu erraten, dafür war keine einzige Chance. — Was für ein glückliches Kapitel von Chancen dieses geworden ist! Dadurch habe ich die Mühe, ausdrücklich eins darüber zu schreiben, und wahrhaftig, ich habe ohnedies schon alle Hände voll zu tun.

»Nimm Feder und Tinte zur Hand, und kalkuliere genau, Bruder Toby,« sagte mein Vater. »Und es wird herauskommen wie eine Million zu eins, daß der Rand des Forceps so unglücklicherweise unter allen Gliedern des Körpers gerade auf das eine fallen und es niederdrücken mußte, das zugleich das Glück unserer Familie mit unterdrückt.«

»Es hätte ärger werden können,« versetzte mein Onkel Toby. — »Das sehe ich nicht ein,« sagte mein Vater. — »Wenn das Kind verkehrt gelegen hätte, was meinst du,« sagte mein Onkel Toby, »wie sich's Doktor Slop entfallen ließ!«

Mein Vater dachte eine halbe Minute nach, sah auf die Erde, legte seinen Finger locker an seine Stirn:

»Wahr!« sagte er.