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Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy cover

Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy

Chapter 55: Dreiundfünfzigstes Kapitel.
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About This Book

A playful, digressive first-person narrator tells his life and opinions through a series of nonlinear episodes that repeatedly detour into anecdotes, philosophical asides, and comic observation. The narration famously delays the account of the narrator's own birth while dwelling on family relationships, foibles, and cherished obsessions, using irony, self-commentary, and typographical tricks to undermine conventional storytelling. Episodes blend sentiment and satire, shift between intimate recollection and broad reflection, and repeatedly return to themes of memory, affection, human absurdity, and the unstable nature of narrative itself.

Dreiundfünfzigstes Kapitel.

Als das Unglück mit meiner Nase so schwer auf meines Vaters Haupt fiel, wie sich der Leser erinnert, ging er flugs treppauf und warf sich über sein Bette. Hieraus, oder er müßte eine tiefe Einsicht in die menschliche Natur haben, wird er geneigt sein, eine Reihe ebensolcher steigender und fallender Bewegungen über das Unglück mit meinem Namen von ihm zu erwarten. Nichts!

Das verschiedene Gewicht, mein teurer Herr. Ja was, Gewicht? Das verschiedene Gepäck zweier Widerwärtigkeiten, von einer — macht schon eine himmelweite Verschiedenheit in unserer Art und Weise, wie wir solche aufnehmen und tragen. Noch keine halbe Stunde ist es her, daß ich — in der großen Eile und Hast eines armen Teufels, der ums liebe tägliche Brot schreibt — einen druckfertigen Bogen, den ich eben sorgfältig rein abgeschrieben hatte, anstatt der Kladde patsch ins Feuer warf.

Stracks riß ich mir die Perücke ab und warf sie mit aller möglichen Gewalt gerade auf den Balken. Ich fing sie zwar im Herunterfallen wieder auf. Aber damit war's auch vorbei, und denke ich auch nicht, daß sonst etwas in der Natur mir eine so unmittelbare Erleichterung verschafft hätte. Sie, die teure Göttin, treibt uns durch eine plötzliche Anwandlung, in allen aufreizenden Fällen, zu einem Ausfalle mit diesem oder jenem Gliede. Oder sie wirft uns an diesen oder jenen Platz oder an diese oder jene Stellung des Körpers. Wir wissen nicht, wie? Merken Sie aber, Madame, wir sind von Geheimnissen und Rätseln umringt. Die einfachsten Dinge, die uns umgeben, haben ihre dunklen Seiten, die der Scharfsichtigste nicht durchschauen kann. Selbst der hellste und größte Kopf unter uns befindet sich fast bei jedem Riß im Werke der Natur in Verlegenheit und weiß nicht, was er daraus machen soll. Dieses so gut wie tausend andere Dinge fallen auf eine solche Art für uns aus, von der wir zwar die Ursache nicht ergründen, von der wir aber, mit Euer Hochwürden und Euer Wohlgeboren Genehmigung den Nutzen ziehen können. Und das ist genug für uns.

Nun konnte mein Vater sich ums Leben mit dieser Betrübnis nicht niederlegen, konnte sie auch nicht, wie die andere, die Treppen hinauftragen. Er ging ganz gesetzt damit spazieren zum Fischteiche.

Hätte mein Vater den Kopf in die Hand gelegt, und eine Stunde darüber nachgedacht, welchen Weg er nehmen müßte, die Vernunft mit aller ihrer Stärke hätte ihm nichts Besseres anweisen können. Herr, es steckt so etwas in den Fischteichen! Was es aber ist, das überlasse ich den Systemschmieden und Fischteichgräbern untereinander ausfindig zu machen. Für die erste aufwallende Leidenschaft ist ein Spaziergang zum Fischteich etwas unbegreiflich Besänftigendes, daß ich mich oft gewundert habe, wie weder Pythagoras, noch Plato, noch Solon, noch Lykurg, noch Mohammed oder sonst einer der berühmten Gesetzgeber jemals das geringste davon erwähnt haben.