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Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy cover

Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy

Chapter 60: Neunundfünfzigstes Kapitel.
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About This Book

A playful, digressive first-person narrator tells his life and opinions through a series of nonlinear episodes that repeatedly detour into anecdotes, philosophical asides, and comic observation. The narration famously delays the account of the narrator's own birth while dwelling on family relationships, foibles, and cherished obsessions, using irony, self-commentary, and typographical tricks to undermine conventional storytelling. Episodes blend sentiment and satire, shift between intimate recollection and broad reflection, and repeatedly return to themes of memory, affection, human absurdity, and the unstable nature of narrative itself.

Neunundfünfzigstes Kapitel.

»Seht nur, schneidet er's nicht in lauter Fidibusse und teilt's herum, die Pfeifen damit anzuzünden!« — »Es ist schändlich,« antwortete Didius. — »Das sollte ihm nicht so frei hingehen,« sagte Doktor Kysarcius, einer von den Kysarciis aus den Niederlanden.

»Mich dünkt,« sagte Didius, wobei er halb vom Stuhle aufstand, um eine große Kanne und eine kleine Weinflasche wegzurücken, die in gerader Linie zwischen ihm und Yorick standen, »diesen satirischen Streich hätten Sie hier wohl unterlassen, Herr Yorick, und an einem anderen Orte, bei einer schicklicheren Gelegenheit wenigstens, ihre Verachtung über unsere abgelegte Verrichtung anbringen mögen. Wenn die Predigt nicht mehr wert ist, als die Pfeife damit anzuzünden, mein Herr, so war sie gewiß nicht gut genug, vor einer so gelehrten Versammlung gehalten zu werden. Und war sie gut genug, vor einer so gekehrten Versammlung gehalten zu werden, mein Herr, so war sie gewiß zu gut, daß Sie hernach Ihre Pfeifen damit anzünden.«

Ich habe ihn, sagte Didius bei sich selbst, in der Klemme. An einem der Gründe muß er hängen bleiben. Laß ihn sehen, wie er sich loshilft.

»Die Geburt dieser Predigt,« sagte Yorick, »hat mir so unsägliche Schmerzen gekostet, daß ich Ihnen beteuere, Herr Didius, lieber will ich — und womöglich mein Gaul mit mir — tausendmal die Märtyrerkrone verdienen, als mich noch einmal hinsetzen und eine ähnliche machen. Ich bin am verkehrten Ende davon entbunden. Sie ging mir vom Kopfe ab und sollte vom Herzen kommen. Und wegen der Wehen, die sie mir sowohl beim Aufschreiben wie beim Predigen gemacht hat, räche ich mich auf diese Weise an ihr. Eine Predigt, die den Umfang unserer Belesenheit oder die Feinheit unseres Witzes zeigen will vor den Augen des großen Haufens mit seinem bißchen Gelehrsamkeit, die mit einigen schimmernden Worten, die aber wenig Licht und noch weniger Wärme enthalten, überfirnißt ist, einen Schacher treiben, das ist eine unredliche Verwendung der armseligen, einzigen halben Stunde, die man uns wöchentlich einräumt. Das heißt nicht das Evangelium, das heißt sich selbst predigen. Ich meinesteils,« fuhr Yorick fort, »ich möchte lieber fünf Worte so schußgerade ans Herz —« Als Yorick das Wort schußgerade aussprach, stand mein Onkel Toby auf, um etwas über die Brustwehren zu sagen, als ein einziges Wort, das sich an der anderen Seite des Tisches hören ließ, aller Ohren auf sich zog. Ein Wort, das man unter allen im besten Wörterbuche, am wenigsten an diesem Orte erwarten sollte. Ein Wort, das ich mich schäme zu schreiben, aber geschrieben, gelesen werden muß; illegal, paradox. Spekulieren Sie auf zehntausend Spekulationen, in sich selbst multipliziert, recken und strecken Sie Ihre Einbildung, soviel Sie wollen, Sie treffen es nicht. Kurz, im nächsten Kapitel will ich's sagen.