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Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy cover

Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy

Chapter 82: Zweiundachtzigstes Kapitel.
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About This Book

A playful, digressive first-person narrator tells his life and opinions through a series of nonlinear episodes that repeatedly detour into anecdotes, philosophical asides, and comic observation. The narration famously delays the account of the narrator's own birth while dwelling on family relationships, foibles, and cherished obsessions, using irony, self-commentary, and typographical tricks to undermine conventional storytelling. Episodes blend sentiment and satire, shift between intimate recollection and broad reflection, and repeatedly return to themes of memory, affection, human absurdity, and the unstable nature of narrative itself.

Zweiundachtzigstes Kapitel.

»Ich wollte mich lieber in der Türkenallee totpeitschen lassen,« rief der Korporal, »als leiden, daß dem Frauenzimmerchen deswegen Leides geschehe. — Es war meine Schuld, Euer Gnaden, nicht ihre.«

»Korporal Trim,« erwiderte mein Onkel Toby, wobei er seinen Hut aufsetzte, der auf dem Tische lag, »wenn man das eine Schuld nennen kann, was der Dienst unumgänglich notwendig macht, so bin ich's unstreitig, auf den sie fällt. Er gehorchte dem Kommando.«

»Hätte der Graf Solms, mein guter Trim, es bei der Steenkircher Schlacht ebenso gemacht,« sagte Yorick ein wenig spaßhaft zu dem Korporal, der im Rückzug von einem Dragoner übergeritten worden, »so hätte er Ihn gerettet.« — »Gerettet!« schrie Trim und fiel ihm in die Rede. »Fünf ganze Regimenter, Hochehrwürden, hätte er gerettet. Da war Cutts, Mackays, Angus, Grahams und Levens Regiment, die wurden alle in die Pfanne gehauen. Unserer Leibgarde wäre es nicht besser gegangen, hätten's nicht etliche Regimenter vom rechten Flügel verhindert, welche ihnen beherzt zu Hilfe kamen und den Feind erst auf sich abfeuern ließen, ehe eine Seele von ihnen einen Hahn abdrückte. Sie haben dabei den Himmel mit verdient,« setzte Trim hinzu. »Trim hat recht,« sagte mein Onkel Toby und nickte Yorick zu. »Er hat ganz recht.« — »Was wollte er damit, daß er die Reiter aufmarschieren ließ,« fuhr der Korporal fort. »Wo das Terrain so knapp war und die Franzosen solch eine Nation von Hecken, von Koppeln, von Graben und in die Kreuz und Quer umgehackten Bäumen hatten, daß man ihnen nicht an den Leib kommen konnte — wie sie's immer machen —. Graf Solms sollte uns hinkommandiert haben. Wir hätten ihnen Schuß um Schuß ganz anders einheizen wollen. Die Kavallerie konnte nicht ankommen. Aber wie ging's ihm auch dafür? Wurde ihm nicht gleich die nächste Kampagne darauf bei Landen der Fuß abgeschossen?« — »Der arme Trim bekam da seine Wunde,« sagte mein Onkel Toby. — »Ich hatte es keinem Menschen sonst, mit Euer Gnaden Wohlnehmen, zu danken als dem Grafen Solms. Hätten wir sie zu Steenkirchen brav zusammengeschossen, so hätten sie bei Landen nicht stehen können.« — »Vielleicht, und vielleicht auch nicht, Trim,« sagte mein Onkel Toby. »Denn wenn sie nur ein Holz vor sich kriegen oder einen Augenblick Zeit gewinnen können, sich einzugraben, so ist's eine Nation, die einen immer bald hinten, bald vorne neckt und zwickt. Man kommt nicht anders mit ihnen aus, als man muß ihnen nur kaltblütig auf die Haut rücken, ihr Feuer aushalten und dann frisch über sie herfallen.« — »Piff, paff,« setzte Trim hinzu. »Zu Fuß und zu Pferde,« sagte mein Onkel Toby. — »Was hast du, was kannst du,« sagte Trim. — »Links und rechts,« rief mein Onkel Toby. — »Feuer auf die Hunde!« schrie der Korporal. Das Treffen war hitzig, Yorick rückte der Sicherheit wegen seinen Stuhl ein wenig auf die Seite und nach einer Minute Pause ließ mein Onkel Toby seine Stimme um eine Sekunde sinken und faßte das Gespräch wieder auf, wie folgt: