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Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy cover

Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy

Chapter 87: Siebenundachtzigstes Kapitel.
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About This Book

A playful, digressive first-person narrator tells his life and opinions through a series of nonlinear episodes that repeatedly detour into anecdotes, philosophical asides, and comic observation. The narration famously delays the account of the narrator's own birth while dwelling on family relationships, foibles, and cherished obsessions, using irony, self-commentary, and typographical tricks to undermine conventional storytelling. Episodes blend sentiment and satire, shift between intimate recollection and broad reflection, and repeatedly return to themes of memory, affection, human absurdity, and the unstable nature of narrative itself.

Siebenundachtzigstes Kapitel.

Fünfzigtausend Körbe mit Teufeln geladen — ich meine nicht des Erzbischofs von Beneventos, sondern Rabelais' Teufel — denen die Schwänze dicht am Rumpfe abgehackt worden, könnten den Hals nicht so höllisch darüber aufgerissen haben, wie ich bei meinem Unfall tat. Mein Geschrei lockte meine Mutter den Augenblick nach der Kinderstube, so daß Susanna nur ebensoviel Zeit hatte, durch die Hintertreppe zu entwischen, als meine Mutter die große Stiege heraufkam.

Nun wäre ich freilich alt genug gewesen, diese Historie selbst zu erzählen, und jung genug, hoffe ich, es zu tun, ohne Arges daraus zu haben; aber Susanna hatte es in ihrer Furcht, als sie an der Küche vorbeiging, der Köchin in Eile überliefert. Die Köchin hatte es mit einem Kommentar dem Jonathan und Jonathan dem Obadiah erzählt. Dergestalt, daß, nachdem mein Vater ein halbes Dutzend Male geklingelt hatte, zu erfahren, was da oben vorginge, Obadiah bereits imstande war, ihm genaue Nachricht zugeben, was und wie es sich zugetragen hätte. — »Dacht' ich's nicht!« sagte mein Vater, warf seinen Schlafrock über und stürmte so die Treppe hinauf.

Aus diesem sollte man fast schließen — obgleich ich für meinen Teil es ein wenig in Zweifel ziehe —, daß mein Vater schon vor dieser Zeit das merkwürdige Kapitel in der Tristra pædia wirklich geschrieben haben müßte, welches für mich das Originellste und Unterhaltendste im ganzen Buche ist — ich meine das Kapitel von den Fallfenstern, mit einer derben Strafpredigt am Ende desselben, über die Vergessenheit der Stubenmädchen. Ich habe nur zwei Ursachen, anders zu denken.

Erstlich, wäre die Sache in seine Gedanken gekommen, bevor der Unfall geschah, so würde mein Vater ein für allemal das Fallfenster zugenagelt haben. Was er, wenn man bedenkt, wie sauer ihm das Bücherschreiben wurde, mit zehnmal leichterer Mühe hätte tun können, als das Kapitel schreiben. Dieser Grund, sehe ich schon, könnte auch dazu angewendet werden, daß er das Kapitel auch nach dem Vorfall nicht geschrieben habe. Ist aber nicht nötig, ihn dazu zu verwenden, wegen der zweiten Ursache nicht, welche ich die Ehre habe, der Welt zur Unterstützung meiner Meinung vorzulegen: warum mein Vater das Kapitel von den Fallfenstern und Kammergefässen zu der besagten Zeit nicht geschrieben haben könne. Und das ist diese: Daß, um die Tristra pædia vollständig zu machen, ich selbst das Kapitel geschrieben habe.