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Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy cover

Das Leben und die Meinungen von Herrn Tristram Shandy

Chapter 88: Achtundachtzigstes Kapitel.
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About This Book

A playful, digressive first-person narrator tells his life and opinions through a series of nonlinear episodes that repeatedly detour into anecdotes, philosophical asides, and comic observation. The narration famously delays the account of the narrator's own birth while dwelling on family relationships, foibles, and cherished obsessions, using irony, self-commentary, and typographical tricks to undermine conventional storytelling. Episodes blend sentiment and satire, shift between intimate recollection and broad reflection, and repeatedly return to themes of memory, affection, human absurdity, and the unstable nature of narrative itself.

Achtundachtzigstes Kapitel.

Mein Vater setzte seine Brille auf — beguckte — nahm sie wieder ab — legte sie ins Futteral — alles in weniger als einer vollen Minute. Ohne die Lippen zu öffnen, kehrte er sich um und ging plötzlich die Treppe hinunter. Meine Mutter dachte, er wäre hinuntergegangen, um gezupftes Leinen und Wundbalsam zu holen. Als sie ihn aber mit ein paar Foliobänden unter dem Arme und Obadiah mit einem großen Lesepuite hinter ihm hereintreten sah, meinte sie nichts anderes, als es sei ein Kräuterbuch, und zog ihm also einen Stuhl an die Seite des Bettes, damit er mit Bequemlichkeit ein Heilkraut suchen könnte.

»Wenn es nur recht geraten ist,« sagte mein Vater und schlug die Sektion auf: de sede vel subjecto circumcisionis. Denn er hatte Spender de legibus Hebræorum ritualibus heraufgebracht und den Maimonides, um uns alle miteinander zu konfrontieren und zu examinieren. —

»Wenn es nur recht geraten ist,« sagte er. — »Wenn ich nur erst weiß, was für ein Kraut.« — »Wenn du das wissen willst, mußt du nach dem Doktor Slop schicken.«

Meine Mutter ging hinunter, und mein Vater las die Sektion weiter, wie folgt:
— — — — — — — —— — — — — — — —— — — — — — — —— — — — — — — —— — — — — — — »recht gut,« sagte mein Vater, — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — —»Ja, wenn die Unbequemlichkeit dabei ist.« Und nun, ohne sich einen Augenblick dabei aufzuhalten, ob die Juden es von den Ägyptern oder die Ägypter von den Juden hatten, stand er auf. Nachdem er mit der flachen Hand zwei- oder dreimal über die Stirn gefahren war — so wie wir wohl die Fußtapfen der Sorge wegzuwischen pflegen, wenn ein Unglück uns nicht so hart getreten, wie wir fürchteten — schlug er das Buch zu und ging hinunter. »Nun denn,« sagte er, und sowie er den Fuß auf einen andern Tritt Setzte, nannte er dabei den Namen je einer großen Nation: »Wenn die Ägypter, die Syrer, die Phönizier, die Araber, die Kappadozier, die Kolchier und die Troglodyten es taten, wenn Solon und Pythagoras es auch unterließen, wer ist Tristram, wer bin ich, daß ich mich über die Sache einen Augenblick übel gebärden sollte?«