Siebenundneunzigstes Kapitel.
Der Korporal hatte sich ungefähr zehn Minuten vor meinem Onkel Toby hinausgeschlichen, um seine Anstalten in Ordnung zu bringen und dem Feinde nur eine oder zwei Salven zu geben, ehe mein Onkel Toby käme.
Zu diesem Ende hatte er die sechs Feldstücke zusammen, dicht beieinander, bei meines Onkels Toby Schilderhause in Fronte gestellt, und nur etliche Fuß Platz zwischen den dreien rechter Hand und den dreien linker Hand gelassen, um Raum zum Laden usw. zu behalten und vielleicht auch, wer weiß, um zwei Batterien zu haben, die ihm nach seinen Gedanken doppelt soviel Ehre brachten als eine.
Hinter der Linie, dieser Öffnung gegenüber, den Rücken nach der Türe des Schilderhauses gekehrt, aus Furcht, überflügelt zu werden, hatte der Korporal sehr weislich seinen Posten genommen. — Er hielt die Röhre mit Elfenbein, zur Batterie rechter Hand gehörend, zwischen Finger und Daumen seiner Rechten und die Röhre aus mit Silber belegtem Ebenholze, zur Batterie linker Hand gehörend, zwischen Daumen und Finger der anderen. Mit seinem rechten Knie fest auf den Boden gestemmt, als ob er im ersten Gliede im Anschlage läge, schoß der Korporal mit seiner Reitmütze auf dem Kopfe mit seinen beiden Kreuzbatterien zugleich gar gewaltig auf die Kontergarde, welche die Konterskarpe deckte, wo diesen Morgen die Attacke geschehen sollte. Sein erster Vorsatz war, wie gesagt, nichts weiter, als einen Puff oder ein paar zu geben. Aber das Vergnügen, sowohl über die Püffe als am Puffen hatte sich unbemerkt des Korporals bemächtigt und ihn von Puff zu Puff bis zur vollen Attacke geführt, gegen die Zeit, als mein Onkel Toby zu ihm stieß.
Ein Glück war es für meinen Vater, daß mein Onkel Toby nicht ebenden Tag sein Testament machte.