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Das Licht leuchtet in der Finsternis: Drama in vier Aufzügen cover

Das Licht leuchtet in der Finsternis: Drama in vier Aufzügen

Chapter 120: Verwandlung.
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About This Book

Ein wohlhabender Gutsbesitzer beschließt, nach christlichen Grundsätzen zu leben, verschenkt Teile seines Besitzes und wendet sich von kirchlicher Autorität ab, wodurch Ehefrau, Kinder, Verwandte und gesellschaftliche Institutionen Widerstand leisten. Das Drama verfolgt seine inneren Kämpfe und Versuche, ideale Vorstellungen praktisch umzusetzen, sowie das nur teilweise gelungene Verzichtsangebot, das neue unauflösbare Konflikte schafft. Szene für Szene zeigen Bekehrungsversuche, kirchliche Interventionen und soziale Gegenwehr, die in einer gewaltsamen Tat kulminieren und die Kluft zwischen persönlicher Überzeugung und sozialer Wirklichkeit schmerzhaft sichtbar machen. Die Struktur verbindet intensive Innenschau mit scharfer Gesellschaftskritik.

188…; 1900; 1902.

Unter den nachgelassenen Manuskripten Tolstois findet sich weiter folgende Skizze des fünften Aufzuges, der aus drei Auftritten bestehen sollte:

Fünfter Aufzug.

Strafbataillon. Arrestantenzelle. Arrestanten sitzen und liegen ringsum. Boris liest aus dem Evangelium vor und legt es aus.

Ein Arrestant, an dem die Prügelstrafe vollzogen ist, wird hereingeführt. »Ach, daß kein Pugatschew über euch kommt!« Die Fürstin stürzt herein und wird hinausgetrieben. Zusammenstoß mit einem Offizier. Kommando: »Zum Gebet!« Boris wird in eine Einzelzelle geschafft, soll gepeitscht werden.

Verwandlung.

Arbeitszimmer des Kaisers. Zigaretten, Nippsachen, Andenken. Die Fürstin wird gemeldet. »Soll warten.« Bittsteller, unterwürfig schmeichelnd. Dann die Fürstin. Wird abgewiesen.

Verwandlung.

Maria Iwanowna spricht mit dem Arzt über die Krankheit Nikolai Iwanowitschs. Er hat sich verändert, ist milder geworden, aber gleichzeitig mutloser.

Nikolai Iwanowitsch tritt ein, spricht mit dem Arzt. Alle Medizin sei unnütz; der »Geist« sei wertvoller. Seiner Gattin zuliebe gibt er nach.

Es treten ein Tonja mit Stefan, Ljuba mit Starkowski. Unterhaltung über den Landbesitz, Nikolai Iwanowitsch bemüht sich, die anderen nicht zu kränken. Alle ab. Er bleibt mit Lisa. »Ich bin fortwährend im Zweifel, ob ich recht gehandelt habe. Ausgerichtet habe ich nichts; im Gegenteil: habe Boris ins Unglück gestürzt; Wassili Nikanorowitsch ist zur Kirche zurückgekehrt. Ich bin ein Beispiel der Schwäche. Offenbar will Gott nicht, daß ich Sein Diener sei. Er hat viele andere Diener, erreicht Sein Ziel auch ohne mich. Wenn ich mir das deutlich vorhalte, bin ich ruhig.« Lisa ab. Er betet. Die Fürstin stürzt herein, tötet ihn. Alle kommen herbeigeeilt; er sagt, er hätte sich aus Versehen selbst die tödliche Wunde beigebracht. Schreibt noch ein Bittgesuch an den Zaren. Der junge Priester kommt mit Duchoborzen. Er stirbt, froh darüber, daß der Betrug, den die Kirche verübt, enthüllt ist und daß sein Leben einen Sinn bekommen hat.