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Das liebe Nest

Chapter 46: Flutschpeter
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About This Book

A collection of short lyrical poems and verses for young readers, written in simple rhythms and playful language. Pieces portray domestic routines—bathing, dressing, meals, and sleep—using sensory detail and gentle humor. Nature and animals are personified as companions in small vignettes that spark imaginative play. A recurring toddler figure moves through everyday adventures and dreams, shifting between real moments and fanciful travels. Mischief and tender comfort alternate throughout, offering soothing lullabies, lively play songs, and whimsical sketches that gently reassure and amuse.

The Project Gutenberg eBook of Das liebe Nest

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Title: Das liebe Nest

Author: Paula Dehmel

Release date: October 13, 2004 [eBook #13732]
Most recently updated: October 28, 2024

Language: German

Credits: Produced by David Starner, Hagen von Eitzen and the PG Online
Distributed Proofreading Team.

*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DAS LIEBE NEST ***

Das liebe Nest

Gesammelte Kindergedichte
von
Paula Dehmel

Herausgegeben von Richard Dehmel
mit Zeichnungen von Hans Thoma
bei E. A. Seemann in Leipzig
1919

Aus lichtem See,

über Sterne und Schnee,

rauschen die Schäume,

lauschen die Träume,

Himmel hinab, Himmel hinan,

ewige Bahn.

Aus Kinderland,

über Acker und Sand,

wachsen die Gluten,

die bösen, die guten,

Himmel hinab, Himmel hinan,

ewige Bahn.

Ich möcht euch alle miteinander

auf bunten Wiesen sehn,

bei Klarinetten und Geigen

die Füßchen im Tanze drehn.

Ich möcht euch alle miteinander

mitnehmen im Fliegerkahn,

euch die schöne Erde zeigen,

und was fleißige Menschen getan.

Ich möcht euch alle miteinander

still führen an der Hand,

euch heimliche Dinge sagen

von Gott und dem Sternenland.

9Erster Teil

10 

Putzt die Fenster! fegt die Ecken!

Darf sich kein Staub, kein Krümel verstecken,

muß alles so blank wie Ostertag sein,

denn das Wunderchen zieht ein.

Zieht ein—schon stimmen die Englein die Geigen;

alle Könige werden sich neigen,

Hirten und Könige mit dem Stern

haben Wunderchen gern.

Wer soll Wunderchens Taufpate sein?

Sieben große Meister laden wir ein;

sieben große Helden mit Kron und Schalmein

sollen Wunderchens Taufpaten sein.

Und wer ist schnell

sein Spielgesell?

Da kommen gesprungen

die reizenden jungen

Wachholderweibchen und Fliedermännchen,

Taunixchen mit silbernen Wasserkännchen.

Aus Vogelnestern und Weidenkätzchen

gucken neugierige Schelmenmätzchen:

Wir lachen fein,

wir singen fein,

wir wollen Wunderchens Spielgesellen sein!

Geht leise—

es ist müd von der Reise.

Es kommt weit her:

vom Himmel übers Meer,

vom Meer den dunklen Weg ins Land,

bis es die kleine Wiege fand—

Geht leise.

Wittewoll schlafen

Frühstück

So morgens um halb acht herum:

Rumpumpel macht das Mäulchen krumm.

Und keine fünf Minuten drauf

wacht Rumpumpel auf.

Hu! kommt der kalte Badeschwamm,

Rumpumpel hält die Ohren stramm;

und schlägt die Ticke-Tacke acht,

wird ihm die Milch gebracht.

Die schmeckt Rumpumpeln aber fein;

er patscht mit beiden Fäustchen drein

und trinkt und trinkt, bis alles leer.

Rumpumpelchen, das freut mich sehr:

morgen gibt's gut Wetter!

Seereise

So lala

Mein Wagen

Kutscher auf dem Knie

Wagen im Wind.

Wie sitzt mein Kind?

Wie geht mein Pferd?

Alles verkehrt.

Holdriutsch—

oben die Räder, unten die Kutsch!

Wagen im Schnee.

Da guckt das Reh,

da schnuppert der Has

mit der wackligen Nas.

Holdriuff—

da sitzt unser Kutscher wieder oben uff!

Ereignis

(von Paula und Richard Dehmel)

Heilsprüchel

Kra, kra, kalter Schnee,

dem Raben tut sein Beinchen weh,

dem Häsechen sein Herzchen;

die böse Zeit, die kalte Zeit,

ein jedes hat sein Schmerzchen.

Heile, Fingerchen, heile,

es dauert noch 'ne Weile,

es dauert noch bis Rosmarein,

dann ist lauter Sonnenschein.

Im Stall unser Schäfchen—bäht,

im Hof unser Hähnchen kräht,

und der Karo an der Kette

bellt mit Spitz um die Wette.

Auf'm Dach unser Kätzchen—maut,

und im Ententeich die Frösche, alle Frösche quaken laut:

Kinder, denkt euch den Schreck,

unserm kleinen Wackelbein sein linker Schuh ist weg.

Austreibung

Das kann doch nicht Rumpumpel sein?

So kann Rumpumpel doch nicht schrein?

Seelöwen sind in unserm Haus;

schnell, Rumpumpel, wir jagen sie raus.

Ich 'n Stock,

Du 'n Stock,

alle beide einen Stock.

Ei der Daus,

wollt ihr raus,

wollt ihr in euer Seelöwenhaus!

Wenn Rumpumpel brummig ist

Der Pudding

Rumpumpel will essen,

nun fix gebraten:

ein Kätzel, ein Spätzel

und sieben Soldaten.

Das gibt einen Pudding

so groß wie ein Haus.

Zuletzt leckt Rumpumpel

die Kuchenschüssel aus.

Winkele, wankele,

vor der Tür steht ein Bankele,

auf der Bank sitzt mein Kindele,

spielt mit mei'm Hündele,

winkele, wankele.

Winkele, wankele,

ich hab ein Gedankele:

ein Äpfle fürs Kindele,

ein Knöchle fürs Hündele.

Dankele.

Mückebold

Mückchen, Mückchen, Dünnebein,

Mückchen, laß das Stechen sein,

Stechen tut ja weh!

Mückchen, Mückchen, weißt du was:

beiß doch in das grüne Gras,

beiß doch in den Klee!

Das Scherchen

Geschichtchen vom Winde

Anziehliedchen

Das Lämmechen

Die wilden Beinchen

Guten Morgen, ihr Beinchen!

Wie heißt ihr denn?

Ich heiße Hampel,

ich heiße Strampel;

und das ist Füßchen Übermut,

und das ist Füßchen Tunichtgut.

Übermut und Tunichtgut

gehn auf die Reise,

platsch, durch alle Sümpfe,

naß sind Schuh und Strümpfe;

guckt die Rute um die Eck—

laufen sie alle beide weg.

Der lumpichte Bu

Ka Strümpferl im Kasten,

ka Bänderl am Schuh,

ka Knöpferl am Wams—

oh, der lumpichte Bu!

Heini, Heini,

ach, ist Heini dumm:

stippt mit allen Fingerchen

im Tintenfaß herum.

Heini, Heini,

kleiner dummer Mohr:

stippt sich alle Fingerchen,

klecks, ins Ohr.

Und unten am Brunnen,

da steht ein Faß,

da macht sich unsre Lotte

pitschepatschenaß.

Und oben die Sonne

hat drüber gelacht

und hat unsre Lotte

wieder trocken gemacht.

Es regnet

Trösterchen

Häschen in der Grube

(mit Benutzung des Volkspiels)

Häschen in der Grube

saß und schlief,

kam der heilge Kuckdiguck

und bracht ihm einen Brief.

Häschen, bist du müde

oder bist du krank?

Steck doch deine Läufer raus,

ob du noch hüpfen kannst.

Und was stand geschrieben

in Kuckdiguckens Brief?

"Dem Kutscher, der nicht fahren kann,

geht der Wagen schief."

Hasenspiel

Drei Bäumchen

Schabernack

Am Abend

Gutenachtliedchen

Leise, Peterle, leise,

der Mond geht auf die Reise;

er hat sein weißes Pferd gezäumt,

das geht so still, als ob es träumt,

leise, Peterle, leise.

Stille, Peterle, stille,

der Mond hat eine Brille;

ein graues Wölkchen schob sich vor,

das sitzt ihm grad auf Nas' und Ohr,

stille, Peterle, stille.

Träume, Peterle, träume,

der Mond guckt durch die Bäume;

ich glaube gar, nun bleibt er stehn,

um Peterle im Schlaf zu sehn—

träume, Peterle, träume.

(von Paula und Richard Dehmel)

Husch, husch, husch,

ich schlüpfe aus dem Busch;

ich stecke mein Laternchen an,

ich zünde uns die Sternchen an,

husch.

Husch, husch, husch,

ich putze meinen Busch.

Der Mond ist da, der Mond ist hell;

der Mond, der ist mein Spielgesell,

husch.

Husch, husch, husch,

ich schüttel meinen Busch.

Die Kinderchen sind all zur Ruh,

ich schüttel ihnen Träume zu;

die haben wir vergangne Nacht,

der Mond und ich, uns ausgedacht,

husch, husch, husch,

im Busch.

Rumpumpels Geburtstag

Mutters Geburtstag

Rumpumpel tanzt

Kreiselliedchen

Herr Dreidel tanzt auf einem Bein

rundum, rundum,

kommt die dicke Marmelkugel,

rollt ihn um, rollt ihn um;

paß auf, Herr Dreidel!

Herr Dreidel tanzt auf einem Bein

rundum, rundum,

pfeift der Wind aus einer Ecke,

pfeift ihn um, pfeift ihn um;

steh auf, Herr Dreidel!

Herr Dreidel tanzt auf einem Bein,

peitsch di Hieb, peitsch di Hieb;

hopp hopp, wie springt das Brüderlein,

halt den Dieb, halt den Dieb,

heißa, Herr Dreidel!

Konzert

Die ersten Höschen

Der kleine Sünder

(von Paula und Richard Dehmel)

Flutschpeter

Die Trommelpartie

Rumpelreim

Ride-bide-Bummstock fing 'ne Maus,

Ride-bide-Bummstock ließ sie wieder raus;

Ride-bide-Bummstock, du bist dumm,

die Mäuse sind 'n Rackerpack, das bringt man um.

Das Karnickel

Lektion

Hühner, wollt ihr wohl artig sein!

hübsch langsam essen und nicht so schrein!

Müßt ihr denn immer zanken und beißen?

euch um jedes Körnchen reißen?

Pfui, dicke Henne, abscheuliches Tier,

du ißt ja für vier.

Weg! hörst du nicht? du sollst dich trollen!

Die niedlichen kleinen Küken wollen

auch mal heran an das schöne Futter.

Wenn du nicht hörst, sag ich's der Mutter;

die fängt dich ein und macht dich tot,

dann essen wir dich zum Mittagbrot.

So sieht unsre Wirtschaft aus

Unser Müller hat ein Mühlenhaus,

mi-ma-Mühlenhaus,

kommt Korn hinein und Mehl heraus,

mi-ma-Mehl heraus;

Mühlenhaus, Mehl heraus,

so sieht unsre Wirtschaft aus.

Unser Schlächter schlacht't ein feistes Schwein,

fi-fa-feistes Schwein,

und pökelt Wurst und Schinken ein,

schi-scha-Schinken ein;

feistes Schwein, Schinken ein,

weiße Wecken, Streußelschnecken,

Mühlenhaus, Mehl heraus,

so sieht unsre Wirtschaft aus.

Unsre Mutter hat 'ne bunte Kuh,

bi-ba-bunte Kuh,

die gibt uns Milch und Butter dazu,

bi-ba-Butter dazu;

bunte Kuh, Butter dazu,

feistes Schwein, Schinken ein,

weiße Wecken, Streußelschnecken,

Mühlenhaus, Mehl heraus,

so sieht unsre Wirtschaft aus.

Rumpumpel ist ein kluges Kind,

kli-kla-kluges Kind,

das fragt nicht viel und ißt geschwind,

i-a-ißt geschwind;

kluges Kind, ißt geschwind,

frisches Ei, laut Geschrei,

bunte Kuh, Butter dazu,

feistes Schwein, Schinken ein,

weiße Wecken, Streußelschnecken,

Mühlenhaus, Mehl heraus,

so sieht unsre Wirtschaft aus.

46 

48 

49Zweiter Teil

50 

Ich bau, ich bau ein steinern Haus;

vorne guckt ein Esel raus,

hinten eine Kuh,

muh.

Mit Trommel und Trab

Sitzen zwei alte Weiber im Sand,

spinnen viel feine Fäden über Land,

über Bäume,

über Zäune,

um Stoppel und Dorn,

immer von vorn.

Für wen sitzen die alten Weiber im Sand,

spinnen viel feine Fäden über Land?

Für Wildbub Kraushaar,

kommt alle hundert Jahr

mit Trommel und Trab

vom Himmel herab,

reißt alle Fäden auf einmal ab,

macht sich ein'n Mützenpuschel draus

und lacht die alten Weiber aus.

Ihr Siebenschläfer in den Höhlen,

reckt euch, streckt euch, aufgewacht!

Der Frühling leuchtet in den Himmel

nach einer einzigen warmen Nacht.

Schnell, schüttelt eure grauen Zotteln,

und blinzelt in das blaue Licht;

Herrgott, wer wird so langsam trotteln,

ich lauf voraus, ich warte nicht.

Die Amsel übt schon ihre Lieder,

ich pfeif sie nach, ich sing sie auch;

und denkt euch nur, der blaue Flieder

hat Knospen, und der Haselstrauch.

Der Teckel bellt vor lauter Wonne

und wühlt die frische Erde um—

Na? seid ihr noch nicht in der Sonne,

ihr Siebenschläfer faul und dumm?

Osterlied

Maiwunder

(von Paula und Richard Dehmel)

Hansel und Gretel

Prinzeßchen

Wer tanzt mit mir?

wer spielt mit mir?

ich bin so sehr allein.

Kam da der gelbe Sonnenstrahl:

Ich tanze Tippel-huschemal,

willst du meine Tänzerin sein?

Wer tanzt mit mir?

wer spielt mit mir?

der Sonnenstrahl ist zu fein.

Kam da der wilde Pustewind:

Heidih, ich spiele Wegefind,

lauf doch, fang mich ein!

Wer tanzt mit mir?

wer spielt mit mir?

der Wind macht mein Krönchen entzwei.

Kam da unser brauner Junge an,

macht 'nen Diener wie 'n Edelmann:

Prinzeß, ich bin so frei.

Das große Loch,

wie kam es doch

in Gretens neuen Schuh?

Die ganzen Zehn

sind ja zu sehn;

wer macht das Loch uns zu?

Drüben hinterm Rathaus

hängt ein großes Schild raus,

goldner Stiefel drauf.

Da wohnt der Schuster Firlefanz,

der macht dein Schuhchen wieder ganz;

lauf, Grete, lauf!

Zwei Gesellen

Wenn's Pfingsten regnet

Eine Hühnergeschichte

Marieken und die Küken