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Das Mikroskop und seine Anwendung / Ein Leitfaden bei mikroskopischen Untersuchungen cover

Das Mikroskop und seine Anwendung / Ein Leitfaden bei mikroskopischen Untersuchungen

Chapter 23: Weintraubenpilz.
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About This Book

A practical guide to the compound dioptric microscope that explains essential optical principles (lenses, focal length, magnification, aberrations) and describes instrument parts, adjustments, and illumination methods including condenser, diaphragms, immersion, and micrometry. It gives advice on purchasing, centering, cleaning, and routine maintenance, then presents slide preparation, mounting techniques, preservatives, and mounting devices. Illustrated practical examinations survey a wide range of specimens and routine analyses—foodstuffs and adulterants, spices and starches, fungi and diatoms, blood elements and other tissues, parasites such as trichinae, hairs and fibers—aiming to equip users for inspection and everyday microscopic work.

Weintraubenpilz.

Weintraubenpilz, Traubenpilz, Oidium Tuckeri, ein parasitischer Pilz und Ursache der Traubenkrankheit, tritt im ersten Stadium seiner Vegetation als ein zarter weisser Hauch oder Anflug auf den jungen Weinstockzweigen, Blättern und den Weinbeeren auf, bildet später bräunliche Flecke; die Trauben schrumpfen ein und vertrocknen oder gehen bei nasser Witterung in eine faulige Masse über. Die mikroskopische Prüfung ergiebt ein Mycelium (Trieblager), mit welchem die Epidermis der genannten Weinpflanzentheile überzogen sind und welches vermittelst Saug- oder Haftorganen den Zellen der Epidermis fest anhängt, das Wachsthum der Epidermis verhindert und ein Bersten derselben zur Folge hat. Durch die Spalten und Risse dringt das Mycelium in das innere Gewebe der Beere und erzeugt hier Fäulniss. An den nach aussen gewendeten Enden der Mycelienfäden entwickeln sich in unserem Klima gewöhnlich in Stelle der Sporangien eiförmige Gebilde (sogenannte Cicinobolusfrüchte, Oogonien, Oidiumformen), gleichsam mit gitterförmiger Cuticula bekleidete Asken, welche abfallen und auf Zweigen und Beeren des Weinstockes wieder zu einem Mycelium auswachsen. An der Rinde des neugebildeten Holzes der Nährpflanze überwintert das Mycelium.

Fig 89.

Traubenpilz.

c Myceliumfäden. c′ Haftorgane. a Cicinobolusfrüchte. b keimende (Mycelium bildende) Cicinobolusfrucht (400mal vergr.). d eine Cicinobolusfrucht noch mehr vergr. e Sporen.