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Das Mikroskop und seine Anwendung / Ein Leitfaden bei mikroskopischen Untersuchungen cover

Das Mikroskop und seine Anwendung / Ein Leitfaden bei mikroskopischen Untersuchungen

Chapter 26: Senf. Mostrich.
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About This Book

A practical guide to the compound dioptric microscope that explains essential optical principles (lenses, focal length, magnification, aberrations) and describes instrument parts, adjustments, and illumination methods including condenser, diaphragms, immersion, and micrometry. It gives advice on purchasing, centering, cleaning, and routine maintenance, then presents slide preparation, mounting techniques, preservatives, and mounting devices. Illustrated practical examinations survey a wide range of specimens and routine analyses—foodstuffs and adulterants, spices and starches, fungi and diatoms, blood elements and other tissues, parasites such as trichinae, hairs and fibers—aiming to equip users for inspection and everyday microscopic work.

Senf. Mostrich.

Speisesenfpulver und Mostrich sind für den Gebrauch in der Küche und auf dem Tische entsprechend und dem Geschmack convenirend zusammengesetzte Genussmittel, in welchen schwarzer und auch gelber Senfsamen die den Geschmack bedingenden Substanzen sind.

Das Senfmehl von Sarepta ist das Pulver der Samen von Sinapis juncea und entspricht in seinen mikroskopischen Theilen ganz unserem gelben oder weissen Senfe. Das sogenannte Englische Senfmehl ist gewöhnlich nur ein pulveriges Gemisch aus 1 Th. schwarzem Senf, 8 Th. gelbem Senf und 1–3 Th. Getreidemehl.

Eine mikroskopische Untersuchung beider Genussmittel könnte nur den Zweck haben, darin Substanzen zu bestimmen, welche den Nahrungs- und Genussmitteln nicht angehören und genossen nachtheilige Wirkungen haben und endlich die Gegenwart des Pulvers der Senfsamen zu erkennen, wenn etwa der Geschmack diesen nothwendigen Umstand bezweifeln lässt. Beide, sowohl das Speisesenfpulver (Mostrichpulver) wie der Mostrich, sind zusammengesetzte Genussmittel, welche den Zwecken der Verwendung in der Küche und auf dem Tische, sowie den Ansprüchen des Geschmackes entsprechen sollen. Zur Erreichung dieser Zwecke ist die Vermischung des Pulvers von schwarzem und gelbem Senfsamen mit Salz, Gewürzen, Mehl, Essig, Wein, Zucker und anderen Genussmitteln nothwendig, und können solche Beimischungen nie als ungehörige oder als Fälschungen angesehen werden, und das um so weniger, als man den Werth der Senfpräparate nach der äusseren Beschaffenheit und dem Geschmack beurtheilt und eine einfache Mischung von reinem Pulver des schwarzen oder gelben Senfes mit Wasser, Wein, Essig dem Geschmacke nicht genügt, selbst die Mischung nur mit schwarzem Senfsamen den Giften beizuzählen wäre.

Pulver des schwarzen und weissen Senfsamens.
s Schwarzer Senf, w weisser oder gelber Senf, st Steinzellen, kl Kleberzellen, k Keimzellen ep Epidermalgewebe, o Oeltröpfchen.

Auch eine Beimischung von gemahlenem Rübsen- oder Rapssamen an Stelle des weissen Senfsamens, wenn sie überhaupt vorkommen sollte, ist keine Verfälschung, da dadurch das Angenehme des Geschmacks eher gehoben als herabgedrückt wird. Wäre der Rübsensamen geschält, so ist er auch gar nicht nachzuweisen.

Pulver des Rapskuchens.
st Steinzellen, kg Keimgewebe, kl Kleberzellen, o Oeltröpfchen.

Ein wesentliches Erkennungszeichen der Samenpulver des schwarzen Senfes und des Rübsens unter dem Mikroskop sind die Gewebetrümmer der äusseren dunkelroth-braunen Samenhaut. Die Steinzellen derselben sind beim Rübsensamen grösser und auch etwas abweichend geformt als beim schwarzen Senf, und farblos beim gelben Senf.