WeRead Powered by ReaderPub
Das Mikroskop und seine Anwendung / Ein Leitfaden bei mikroskopischen Untersuchungen cover

Das Mikroskop und seine Anwendung / Ein Leitfaden bei mikroskopischen Untersuchungen

Chapter 30: Schleim. Eiter.
Open in WeRead

About This Book

A practical guide to the compound dioptric microscope that explains essential optical principles (lenses, focal length, magnification, aberrations) and describes instrument parts, adjustments, and illumination methods including condenser, diaphragms, immersion, and micrometry. It gives advice on purchasing, centering, cleaning, and routine maintenance, then presents slide preparation, mounting techniques, preservatives, and mounting devices. Illustrated practical examinations survey a wide range of specimens and routine analyses—foodstuffs and adulterants, spices and starches, fungi and diatoms, blood elements and other tissues, parasites such as trichinae, hairs and fibers—aiming to equip users for inspection and everyday microscopic work.

Schleim. Eiter.

Schleim, das Absonderungsprodukt der thierischen Schleimhäute (z. B. der Speichel), ist eine durchscheinende oder durchsichtige dickflüssige Masse mit darin befindlichen Epithelialzellen (den Zellen der äussersten Schicht der Schleimhaut). Jene dickflüssige Masse besteht aus den Schleimkörperchen. Diese erscheinen unter dem Objectiv als runde, stark granulirte, farblose, einzelne oder an einander hängende, Gruppen und Flächen ausfüllende Körperchen, welche einen und mehrere Kerne enthalten.

Schleimkörperchen.
200mal vergr.

Eiter. Eiterkörperchen sind schwierig von den Schleimkörperchen zu unterscheiden. Bei einiger Uebung in der optischen Musterung von Schleim und Eiter erlangt man sehr bald in der Bestimmung und Unterscheidung der Schleim- und Eiterkörperchen Sicherheit. Die Eiterkörperchen erscheinen unter dem Mikroskop wie runde, matt granulirte Zellen mit einem Kern, der häufig 2-, 3- bis 4mal gespalten ist oder eine längliche oder eine hufeisenförmige Gestalt hat. Die Umrisse (Contouren) sind öfter matt als scharf hervortretend. Unter Einwirkung verdünnter Essigsäure quellen die Eiterkörperchen auf, ihr granulirtes Ansehen verschwindet, sie werden hyalin und die vorerwähnten Kerne treten sichtbarer hervor.

Eiterzellen.
circa 400mal vergr., a Eiterzellen, b dieselben nach Einwirkung der Essigsäure, c freie, aus den Zellen getretene, in Theilung begriffene Kerne der Eiterzellen.

sg Schleimgerinnsel, s in stärkerer Vergr., e Eiterkörperchen, p Gährpilze, circa 150mal vergr.