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Das Mikroskop und seine Anwendung / Ein Leitfaden bei mikroskopischen Untersuchungen cover

Das Mikroskop und seine Anwendung / Ein Leitfaden bei mikroskopischen Untersuchungen

Chapter 36: Diatomaceen.
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About This Book

A practical guide to the compound dioptric microscope that explains essential optical principles (lenses, focal length, magnification, aberrations) and describes instrument parts, adjustments, and illumination methods including condenser, diaphragms, immersion, and micrometry. It gives advice on purchasing, centering, cleaning, and routine maintenance, then presents slide preparation, mounting techniques, preservatives, and mounting devices. Illustrated practical examinations survey a wide range of specimens and routine analyses—foodstuffs and adulterants, spices and starches, fungi and diatoms, blood elements and other tissues, parasites such as trichinae, hairs and fibers—aiming to equip users for inspection and everyday microscopic work.

Diatomaceen.

Diatomaceen sind einzellige Algen. Sie liefern verschiedene mikroskopische Probeobjecte. Ihnen fehlt das Chlorophyll, dagegen tritt in ihrem Cytioplasma ein gelblicher oder bräunlicher Farbstoff auf, der grün wird, wenn sie absterben oder wenn man sie mit Säuren behandelt. Sie schwimmen entweder frei im Wasser oder sind einem Polster oder einem Stengel aufgewachsen oder in Schleim verschiedener Form gebettet, in und ausser dem Wasser. Die Zellen sind zweiklappig und symmetrisch gestaltet, die Klappen durch eine in Salpetersäure lösliche Zellsubstanz zusammengeleimt. Die Membran (Cytioderm) der Diatomaceen besteht nicht aus Cellulose, wie bei den meisten anderen Algen, sondern aus Kieselerde, die weder durch Fäulniss noch durch Glühhitze zerstörbar ist. Die Gestalt dieser Kieselpanzer ist sehr verschieden, rund, scheibenförmig, walzenförmig, prismatisch, viereckig, nachenförmig, keilförmig etc., oft mit symmetrisch geordneten Verdickungen, wodurch der Panzer mit mannigfaltigen Zeichnungen geziert erscheint.

a Achnanthes exilis, b Diatomella, c Gomphonema, d Diatoma vulgare.

Einigen Familien dieser Algen, wie den Naviculaceen und Synedreen, ist eine scheinbare freiwillige Bewegung eigen. Sie schwimmen im Wasser mit zitternder Bewegung vor- und rückwärts, stossen sie hierbei aber auf ein Hinderniss, so ziehen sie sich ein oder zurück und versuchen wiederholt auf’s Neue, die Richtung um einen sehr spitzen Winkel verändernd, vorwärts zu dringen, und kehren, ohne sich umzudrehen, ganz und gar zurück, wenn das Hinderniss dasselbe bleibt. Diese eigenthümliche Bewegung gab Grund, sie für Infusionsthiere zu halten. Aus den Kieselpanzern dieser Algen bestehen sogar grosse Strecken der Lüneburger Haide. Das schwedische Bergmehl, welches mit Brod gemischt in Hungerjahren genossen wurde, sind Kieselpanzer abgestorbener Diatomaceen. Man findet diese Algen fast in allen natürlichen Wässern oder als Schmarotzer auf Wasserpflanzen oder in eine braune Schleimmasse eingebettet als feuchten Ueberzug der Felsen. Häufig trifft man sie in solchen Mengen, dass man sie für Schlamm hält.