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Das Totenschiff

Chapter 45: 39
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About This Book

The narrative explores the life aboard a cargo ship transporting cotton from New Orleans to Antwerp. It vividly describes the ship's quality and the crew's living conditions, highlighting the contrast between the vibrant atmosphere of New Orleans and the starkness of northern cities. The text emphasizes the humane treatment of the crew, with clean accommodations and ample food, suggesting that a happy crew is more productive. The narrator reflects on the changing nature of seafaring, noting that modern ships have become more like machines, reducing the need for traditional sailors.

39

ber ein Schiff mußte Stanislaw unbedingt haben.

„Ehrliches Handwerk ist ganz gut, für eine Weile. Aber nicht zu lange. So eine Kiste oder so ein Sack, das tut ja niemand weh. Das sind Geschäftsunkosten in einem großen Hause. Die Kiste kann ja auch bei Verladung in die Brüche gehen. Aber man wird das ehrliche Handwerk leid.“

Ich sagte nichts darauf und ließ ihn ruhig reden.

„Ja, man wird es wahrhaftig leid,“ setzte Stanislaw fort, „man kriegt das Gefühl, als ob man jemand auf der Tasche liegt. Eine Zeit, ja, aber dann wird es einem so widerlich, immer auf der Tasche zu liegen. Man will doch auch was tun, was schaffen. Sehen will man, wie das rennt, was man arbeitet. Siehst du, Pippip, so am Ruder stehen, in schwerem Wetter, und den Kurs halten ... Das ist eine Sache, da kann das ganze ehrliche Handwerk nicht mit. Verflucht und zugenäht, nein, da kann es nicht mit. Da stehst du und stehst, und der Kasten will herumhauen und rauswichsen aus dem Kurs. Aber da hältst du ihn an der Kandare. Sieh mal so.“

Stanislaw packte mich beim Gürtel und versuchte mich herumzuwitschen, als ob er das Ruderrad in der Hand hätte.

„Du, ich bin kein Ruder, laß los!“

„Und dann, wenn du es durchhältst im schweren Wetter, und es rutscht dir noch nicht einmal einen viertel Strich ab, Pippip, ich kann dir sagen, da könnte man schreien und brüllen vor lauter Vergnügen, daß man diesen Riesenkasten so an der Schlippe halten kann, daß er tun muß, wie du willst, wie ein junges Lämmchen, weiß wie Schnee. Und wenn dann der Erste oder gar der Skipper auf die Rose guckt und sagt: ‚Kos’ki, Junge, Sie können aber mal Kurs halten, verflucht feine Arbeit, könnte ich selber nicht besser machen. Weiter so, dann halten wir die Karline gut in der Zeit!‘ ja, Mensch, Pippip, da lacht dir das Herz, da könnte man gleich so wegheulen und natschen, daß dir der Rotz die Backen runtertrippt, vor lauter Vergnügen. Siehst du, das kann das ehrliche Handwerk nicht und nie. Lachst ja auch, wenn dir ein Schnapp glückt, aber lachst doch nicht so, lachst mehr scheinheilig und drehst dich immer um dabei, ob nicht schon einer hinter dir her ist.“

„Ich habe ja an dicken Eimern noch nicht gerudert, aber doch schon an kleinen, und ich denke, du hast recht“, sagte ich. „Aber beim Anpinseln geht es einem auch so. Wenn dir eine grüne oder braune Kante so recht fein glückt, ohne zu klecksen und ohne auszurutschen, da hat man auch seinen Spaß.“

Stanislaw schwieg eine Weile, spuckte über die Reeling, schob sich ein neues Dickerchen zwischen die Zähne, den er vor einer halben Stunde von einem Händler, der mit einem Boot herangepullt war, gekauft hatte und sagte: „Wirst vielleicht lachen. Kohlenschleppen, wenn man eigentlich A. B. ist, und ein besserer A. B. als diese Räuber hier, ist ja vielleicht eine Schmach. Aber doch nicht. Hat auch seine Freuden. Auf so einem Kasten ist alles wichtig. Wenn nicht geschleppt wird, kann der Heizer keinen Dampf halten, und wenn der keinen Dampf hält, steht die Karre wie eine Ramme im Lehm. Und mal so fünfhundert Schaufeln in einem Zug auf zehn Schritt Entfernung durch die Schachtluke pfeffern und einen Vorrat hinhauen, daß der Heizer kaum noch treten kann, bloß um mal zu sehen, was du schaffen kannst, wenn du mal rangehst an die Ella, und du siehst dir den Berg an, den du so auf einen Sitz hingehauen hast, da lacht dir auch das Herz im Leibe. Du könntest den Berg wahrhaftig abknutschen vor Vergnügen, wenn er da so dick aufgeschichtet daliegt und dich so verwundert anglubscht, weil er doch eben noch oben in einem Bunker war und nun mit einemmal hier vor den Kesseln liegt. Nein, an Arbeit, an gesunde Arbeit, kann das schönste ehrliche Handwerk nicht ran.

Und warum macht man das ehrliche Handwerk überhaupt? Weil man keine Arbeit hat, weil man keine kriegt. Mußt doch was tun, kannst doch nicht den ganzen geschlagenen Tag im Bett liegen oder dich in den Straßen rumtreiben, wirst ja ganz vertattelt im Kopf.“

„Na und was dann, als du den Holländer nicht kriegtest?“ fragte ich.

„Arbeit mußte ich haben, und ein Schiff mußte ich haben, weil ich sonst verrückt geworden wäre. Den guten Paß, das feine Papier, verkaufte ich für Dollar. Dann platzte wieder ein Sack, und ich hatte ein paar Silberlinge in der Hand. Machte mit ein paar dänischen Fischern ein saftiges Spritgeschäft, das ich ihnen durch den Zoll brachte, na und da hatte ich ja feine Pinke.

Ich mich in den Zug gesetzt und runter nach Emmerich. Komme auch glatt rüber. Drüben aber, als ich mir eine Karte nach Amsterdam kaufen will, werde ich geschnappt, und nachts bringen sie mich über die Grenze und schieben mich rüber.“

„Was?“ fragte ich. „Du willst doch nicht etwa sagen, daß die Holländer Leute nachts über die Grenze bringen, ganz heimlich?“

Ich wollte hören, wie es Stanislaw ergangen war.

„Die? Die?“ sagte Stanislaw, und streckte seinen Kopf weit vor und bohrte mich fest mit seinen Augen. „Die machen noch ganz andre Sachen. Da ist jede Nacht an den Grenzen das schönste Austauschgeschäft mit Menschen. Die Deutschen schleppen ihre lästigen Ausländer und Bolschewisten über die holländische, belgische, französische und dänische Grenze, und das machen die Holländer, die Belgier, die Franzosen, die Dänen. Ich bin sicher, die Schweizer, die Tschechen, die Polen machen es genau ebenso.“

Ich schüttelte den Kopf und sagte: „Kann ich nicht glauben. Das ist ganz ungesetzlich.“

„Aber sie machen’s. Sie haben es doch mit mir gemacht, und ich habe an der Grenze und in Holland ein paar Dutzend getroffen, mit denen sie es von allen Seiten aus gemacht hatten.

Was wollen Sie denn tun? Totschlagen und eingraben können sie doch die Leute nicht. Sie haben ja nichts verbrochen. Haben bloß keinen Paß und können keinen kriegen, weil sie nicht geboren sind oder nicht optiert haben. Jedes Land versucht, seine Paßlosen und Staatenlosen loszuwerden, weil die Leute ihnen immer wieder Scherereien machen. Wenn sie mit den Pässen aufhören, hört diese Warenverschiebung auch auf. Also, ob du es glaubst oder nicht, mit mir haben sie es getan.“

Stanislaw ließ sich aber nicht einschüchtern weder mit der Drohung Arbeitshaus, noch mit der Drohung Gefängnis, noch mit der Drohung Internierung. Er ging in derselben Nacht wieder rüber nach Holland, machte es klüger und kam nach Amsterdam. Er kriegte einen Italiener, ein ganz schmachvolles Totenschiff, und ging mit ihm nach Genua. Dort segelte er achtern raus, kriegte wieder ein Totenschiff, diesmal einen unmittelbaren Leichenmacher, und ging mit ihm aufs Riff. Er, mit noch ein paar andern, überlebte die Leichen, strolchte sich bettelnd durch zu einem andern Hafen und kam über ein andres Totenschiff, wo er infolge einer gräßlichen Schlägerei abkanten mußte, auf die Yorikke.

Wo bleibt er? Wo bleibe ich? Wo bleiben alle die Toten eines Tages? Am Riff. Früher oder später. Einmal trifft es. Man kann nicht ewig Totenschiffe fahren. Man muß die Fahrerei eines Tages doch bezahlen, ob man noch soviel Glück hat. Und man muß immer auf ein Totenschiff. Kein andrer Ausweg ist einem geblieben. Das feste Land ist mit einer unübersteigbaren Mauer umgeben, ein Zuchthaus für die, die drinnen sind, ein Totenschiff oder eine Fremdenlegion für die, die draußen sind. Es ist die einzige Freiheit, die ein Staat, der sich zum Extrem seines Sinnes entwickeln will und muß, dem einzelnen Menschen, der nicht numeriert werden kann, zu bieten vermag, wenn er ihn nicht mit kühler Geste ermorden will. Zu dieser kühlen Geste wird der Staat noch kommen müssen. Vorläufig aber hat Cäsar Kapitalismus an diesem Mord noch kein wesentliches Interesse, weil er den Kehricht, der über die Zuchthausmauern geworfen wird, noch gebrauchen kann. Und Cäsar Kapitalismus läßt nichts verkommen, solange es noch Profit verspricht. Auch der Kehricht, den die Staaten über die Mauern werfen, hat noch seinen Wert und wirft gute Profite ab, die abzuweisen Sünde wäre, unverzeihliche Sünde.

„In der Bunk über mir,“ sagte ich eines Tages zu Stanislaw, „da ist einer verreckt, wurde mir erzählt. Weißt du was davon, Lawski?“

„Freilich, weiß ich davon. Wir waren ja sozusagen Brüder. Er war ein Deutscher. War aus Mülhausen im Elsaß. Seinen richtigen Namen weiß ich nicht. Kümmert mich auch nicht. Er sagte, er hieße Paul. Gerufen wurde er Franzos oder French eigentlich. War Kohlschlepp. Er hat mir mal in einer Nacht, als wir zusammen im Achterbunk saßen und er wie ein kleiner Junge heulte, erzählt, was mit ihm los war.“

Paul war in Mülhausen geboren und hatte Kupferschmied, glaube ich, gelernt in Straßburg oder in Metz. Ich habe das verwechselt, weil es nur so nebenbei war.

Er ist dann auf die Wanderschaft gegangen nach Frankreich und Italien. In Italien war er interniert, als der Dreck da losging, oder warte mal, nein, es war anders. Er war in der Schweiz gewesen als es losging, hatte kein Geld, wurde rübergeschoben und eingezogen. Dann wurde er auf einem Patrouillengang von den Italienern gefangengenommen. Er brach aus, stahl sich Zivilsachen, grub seine feldgrauen Lumpen ein und trieb sich in Mittelitalien und Süditalien herum. Er kannte ja die Gegenden, weil er da gearbeitet hatte.

Endlich wurde er erwischt. Daß er ausgekniffener Kriegsgefangener war, wußte man nicht, man hielt ihn für einen Deutschen, der sich da während der ganzen Zeit herumgetrieben hatte, und so kam er in ein Internierungslager für Zivilgefangene. So war die Geschichte.

Ehe noch die Zivilgefangenen ausgetauscht wurden, war er schon wieder ausgebrochen und walzte rauf durch die Schweiz. Er wurde abgeschoben nach Deutschland und arbeitete da in einer Brauerei. Dann kam er in revolutionäre Geschichten rein, wurde verhaftet und mit Landesverweis bedacht als Franzose. Die Franzosen nahmen ihn nicht an, weil er schon ewige Zeiten fort war von Mülhausen und weder für Frankreich, noch für Deutschland optiert hatte. Was kümmert man sich als Arbeiter um solchen Quatsch. Da hat man andres zu denken und zu sorgen, besonders wenn man keine Arbeit hat und rumlaufen muß wie verrückt, um wenigstens was für den Magen zu schaffen.

Aber er wurde wegen der bolschewistischen Sachen, von denen er gar nichts verstand, landesverwiesen. Er kriegte zweimal vierundzwanzig Stunden Zeit, sich zu verduften, oder sechs Monate Arbeitshaus. Kam er raus aus dem Arbeitshaus, so bekam er wieder zwei Tage Zeit, und war er nicht weg in der Zeit, dann blühte ihm wieder Arbeitshaus oder Gefängnis oder Internierungslager. Arbeitshaus haben sie ja nicht mehr oder nennen es nicht mehr so, wie er mir sagte. Aber sie haben dafür ähnliche Einrichtungen. Die Brüder finden immer eine neue Schikane, wenn sie mit einer alten aufräumen aus irgendwelchen Gründen. Was wissen die von menschlichen Gründen? Da gibt es bloß Verbrecher und Nichtverbrecher. Wer nicht beweisen kann, daß er bestimmt kein Verbrecher ist, der ist eben einer.

Also raus mußte er. Er war ein halbes Dutzend mal schon beim französischen Konsul gewesen, aber der wollte nichts von ihm wissen, schmiß ihn raus und verbot ihm das Betreten des Konsulats.

Paul walzte nun nach Luxemburg, machte die Grenzen und kam nach Frankreich. Als er geschnappt wurde, sagte der Esel, er sei Franzose. Es blieb ihm ja nichts weiter übrig. Es wurde nachgeforscht, und die fanden raus, daß er sich auf diesem Wege die französische Staatsangehörigkeit in ungesetzlicher Weise habe erschleichen wollen. Das ist ein großes Verbrechen. Ein saftiger Einbruch ist lange kein so großes Verbrechen. Die hätten ihm ein paar Jahre aufgeknackst.

Na, kurz und gut, er kriegte ein Mauseloch, um zu entwischen. Anmusterung für die Fremdenlegion. Da konnte er sich ja ein Zehntel französische Staatsangehörigkeit verdienen, wenn er es aushielt.

Aber er hielt es nicht aus und mußte kippen.

Wie er mir erzählte, ist das ja nun so mit dem Abbrennen. Wo willst du hin? Rüber auf spanisches Gebiet? Gut. Wenn nur der Weg nicht so weit wäre. Aber da kommen Marokkaner, die sich das Kopfgeld verdienen wollen. Man sieht es ihnen nicht an der Nasenspitze an, wenn man sie um ein paar Datteln oder um einen Schluck Wasser anbettelt. Und zurück als Deserteur, dann schon lieber mit einem Stück spitzen Holz erstechen.

Dann wieder trifft man Marokkaner, die ziehen einen aus bis aufs Hemd und lassen einen liegen im Sonnenbrand und im Sande.

Dann trifft man welche, die rauben einen nicht aus, aber schlagen einen tot oder martern einen tot, weil er von der verhaßten Legion ist oder von den verhaßten Christenhunden einer ist.

Da sind auch welche, die verschleppen einen und verkaufen einen tief ins Innere als Sklave zu den Göpelmühlen. Auch ein Vergnügen, lieber die Kaldaunen aus dem Leibe reißen.

Aber der Junge hatte Glück, ein ganz verfluchtes Glück. Er traf Marokkaner an, die ihn erschlagen wollten oder an den Pferdeschwanz binden und abhäuten. Aber er konnte ihnen verständlich machen, noch rechtzeitig genug, denn sie lassen sich für gewöhnlich in keine Diskussionen ein, daß er Deutscher sei. Na, die Deutschen sind ja auch Christenhunde, aber sie haben gegen die Franzosen gekämpft, das wird ihnen hoch angerechnet, wie man in Spanien und in Mexiko es den Deutschen hoch anrechnet, daß sie fünfzigtausend Amerikanern unter die Erde verholfen haben. Bei den Marokkanern haben aber die Deutschen noch einen andern Stein im Brett, sie haben an der Seite der Türken, an der Seite der Mohammedaner gegen die Engländer und Franzosen gekämpft, und sie haben die mohammedanischen Glaubensgenossen, die auf seiten der Engländer und Franzosen kämpften und von den Deutschen gefangen wurden, nicht als Kriegsgefangene, sondern als dreiviertel Freunde behandelt. Das weiß jeder, der Allah und den Propheten anruft, ob er in Marokko wohnt oder in Indien.

Es ist nur so ungemein schwer, einem nichttürkischen Mohammedaner das begreiflich zu machen, daß einer Deutscher ist. Er denkt sich die Deutschen ganz anders aussehend als die verhaßten Franzosen und Engländer, und wenn er nun sieht, daß der Deutsche auch nicht viel anders aussieht, so glaubt er es ihm nicht und denkt, der Mann will ihn beschwindeln. Wenn er nun gar als Deutscher in der Fremdenlegion dient, um die Mohammedaner dort zu bekämpfen, so glaubt es ihm selbst der nicht mehr, der vielleicht zuerst ihn für einen Deutschen gehalten hätte. Denn ein Deutscher kämpft nicht auf seiten der Franzosen gegen die Mohammedaner, die um ihre Freiheit kämpfen, weil die Deutschen das selbst wissen, was es bedeutet, wenn man um die Freiheit und Unabhängigkeit seines Landes gegen Franzosen und Engländer zu kämpfen hat.

Wie es geschah, niemand kann es sagen. Durch ein unbegreifliches Gefühl, das in den Marokkanern plötzlich auftauchte, glaubten sie ihm, daß er Deutscher sei, und daß er nie gegen Marokkaner gekämpft habe. Sie nahmen ihn auf, pflegten ihn, fütterten ihn gut und gaben ihn von Sippe zu Sippe und von Stamm zu Stamm weiter, bis er an der Küste landete und dort mit den Pflaumenmushändlern auf die Yorikke gebracht wurde.

Der Skipper nahm ihn mit Freuden auf, weil er einen Kohlschlepp brauchte, und Paul war glücklich, unter uns zu sein.

Aber nach zwei Tagen schon, obgleich er mit Rosten kein Pech hatte und die Kohlen damals gut zur Hand lagen, sagte er: „Ich wollte, ich hätte die Fremdenlegion nicht gekippt. Das hier ist zehnmal schlimmer als die böseste Kompanie in unsrer Division. Wir lebten demgegenüber ja wie die Fürsten. Hatten menschliches Essen und menschliche Quartiere. Ich gehe hier in die Wicken.“

„Mach keine solchen Töne, Paul“, sagte Stanislaw, um ihn aufzurichten. Aber Paul, der vielleicht auch durch die Strapazen der Flucht schon etwas abgekriegt hatte, fing an Blut zu spucken. Immer mehr. Dann kotzte er Blut in großen Fladen. Und eines Nachts, als ich ihn ablösen kam, lag er auf einem Kohlenhaufen oben im Bunker im dicken Blut. Tot war er nicht. Ich schleife ihn ins Quartier und packte ihn in seine Bunk da oben. Früh als ich ihn wecken kommen wollte, war er tot. Um acht kam er über Bord. Der Skipper nahm nicht mal die Mütze ab, er tippte bloß so an den Rand. Eingewickelt wurde er auch nicht. Er hatte nur Lumpen, die vom Blut verkleistert waren. Ans Bein kriegte er einen dicken Klumpen Kohle. Ich glaube, selbst diesen Klumpen Kohle gönnte ihm der Skipper nur mit schiefem Maul. Ins Journal ist Paul nicht gekommen. Luft, verwehte Luft.