Fig. 50. Bergabreiten.
Breite, trockene Gräben, die man nicht überspringen kann oder mag, werden durchritten; die Reiterin mag daher nicht versäumen, ihr Pferd zeitig daran zu gewöhnen. Man läßt dem Pferde dabei möglichst viel Zügelfreiheit, damit es sehen kann, wohin es tritt, hat aber den Sitz immer fest zu halten, damit, wenn ein Sprung erfolgten sollte (der hin und wieder vorkommt, wenn das Pferd einsinkt), die Reiterin sich nicht von demselben trennt. Sie hat sich beim geraden Hinabreiten nach rückwärts zu lehnen, um das Pferd vorn, beim Hinaufklettern aber nach vorwärts zu neigen, um es hinten zu Entlasten. Ein Erfassen der Mähne darf die Vorwärtsbeugung unterstützen.
Bei steilen Abhängen, welche allerdings am besten zu umgehen sind, sind dieselben Regeln zu befolgen. Steil bergauf würde man im Zickzack reiten, vorwärts geneigt, die rechte Hand in den Mähnen des Pferdes, mit der linken dasselbe nur so leicht führend, daß die Direktion angegeben wird. Abwärts reitet man geradeaus rückwärts gelehnt mit langen Zügeln (Fig. 50), denn das Pferd wird mit dem Hinterteil eher hinabgleiten, als vornüberstürzen. Wollte man die Böschung im Zickzack hinabreiten, so könnte das Pferd viel leichter in die Lage kommen, seitwärts abzugleiten und mit der Reiterin zu fallen.
Das Passieren von Wasser, auch wenn es nur flach ist, kann für die Reiterin in der Weise unbequem werden, daß manche Pferde die Passion haben, sich darin niederzulegen, um sich zu wälzen. Es ist also notwendig, gerade dabei das Pferd sicher am Zügel und die Reitpeitsche parat zu haben. In tieferes Wasser soll sich die Reiterin ohne zwingenden Grund überhaupt nicht wagen. Schwache Brücken, schmale Stege, Fähren etc. werden am besten passiert, indem der Begleiter der Dame absteigt und deren Pferd am Zügel führt. Derartige Passagen sind überhaupt nach Möglichkeit zu vermeiden.
Schlechte, steinige oder frisch aufgeschüttete Wege sind gleichfalls möglichst zu vermeiden bezw. nur im Schritt zu passieren, ebenso gefrorene Wege mit tiefen Geleisen, da sie Veranlassung zu Hufspalt oder Fessellähme geben können.
Sehr weicher Boden, z. B. frisch geackertes Feld, passiere man, wie auch oben schon angeführt, im Schritt, Morast dagegen ist möglichst ganz aus dem Spiele zu lassen.
Im Finsteren führe man das Pferd mit ganz leichten Zügeln und verlasse sich im allgemeinen mehr auf dessen Augen, wie auf die eigenen. Die Pferde pflegen im Finstern recht sicher zu gehen und weniger furchtsam zu sein wie bei Tage, sie finden ihren Weg besser wie die Reiterin.
Schluß.
Ich bin zu Ende. Habe ich den Damen, welche gleich mir, als ich noch jung war, mit der Leidenschaft für unser edles Pferd begabt sind, ein wenig bei ihren Reitstudien genutzt, so ist meine Aufgabe erfüllt. Ich möchte aber darauf aufmerksam machen, daß sie, auch wenn sie das ganze Buch durchstudiert hätten, – was ich – Pardon – bezweifle, – damit nur einen Auszug von dem großen Gebiete der eigentlichen Reitkunst, erhalten haben. Wenn alles gesagt werden sollte, was etwa nötig und erforderlich ist, so würden mindestens drei solcher Bände, wie der vorliegende, erforderlich gewesen sein. Vieles davon wird Ihnen, meine Damen, nur durch die Praxis verständlich werden, besonders wenn es Ihnen durch Ihren Lehrer, Vater, Bruder oder Gatten interpretiert wird. An vieles wird auch jener erinnert werden, wenn er das Buch gemeinschaftlich mit Ihnen studiert. Wollen Sie mehr wissen, so nehmen Sie ein Buch in die Hand, welches für die Herren geschrieben ist. Daraus können Sie viel lernen, was auch Sie betrifft, in erster Linie die Behandlung des Pferdes unter dem Sattel, die Grundsätze der Dressur. Ich empfehle Ihnen vorerst das auch in dieser Sportbibliothek erschienene, sehr vortreffliche Werkchen des Oberstleutnant von Sanden: »Reitsport« (s. Inseratenteil). Es sind die Ausführungen eines sehr erfahrenen Reiters, wenngleich auch diese nur ziemlich eng zusammengefaßt sind. Und – wenn Sie das Gefühl unbedingter Sicherheit auf dem Pferde und damit wahre Herzensfreude empfinden wollen, dann – bleiben Sie beim Seitsitz und kümmern Sie sich recht viel um Ihr Pferd, und um dessen Wohl auch im Stalle. Es wird dann Ihr Freund werden. Und nun – reiten Sie mit Gott, soweit der Himmel blau und die Erde schön ist.
Empfehlenswerte Bezugsquellen.
Sattlerwaren:
J. F. A. Junge, Sattelmacher, Hamburg, A. B. C.-Straße 53 (siehe nachstehendes Inserat).
A. Waldhausen, Sattlerwarenfabrik, Köln, Obenmarspforten 26 und Johannisstraße 65.
Sportbekleidung:
D. Faust, Berlin W. 9, Linkstraße 33/34.
Thomas & Sons, London W. 32, Brook St.
»Bazar« Nürnberg, Berlin W., Französischestraße 20 (Friedrichstraßen-Ecke).
Zaumzeug, Kandaren, Schnellsattler etc.:
Offizier-Pferde-Verein, Charlottenburg, Kasernenstraße 24.
August Loh Söhne, A.-G. für Militärausrüstungen, Berlin, Wilhelmstraße 22.
J. F. A. Junge
Hamburg
A. B. C.-Straße 53
Sattelmacher
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Amazones
Riding Habits and Breeches
Prinzess-Reitkleider,
Colonial-,
Universal-Reitkleider
in verschiedener
Ausführung für
den Rittlingssitz.
Prämiiert: London, Chicago, Antwerpen etc.
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Thomas & Sons,
Damen-Sport-Schneider
32, Brook St.
LONDON W.
England.
Reit- und Fahrsport
Der Reitsport
von
S. von Sanden
Oberstleutnant a. D.
(Bibliothek für Sport und Spiel Band I)
Mit 54 Abbildungen von Rich. Schoenbeck, Major a. D.
Preis: Broschiert M. 4.–, in Leinwand gebunden M. 5.–, in Halbleder gebunden M. 6.–.
INHALT: A. Vorbemerkungen zum eigentlichen Reiten: 1. Gemütseigenschaften des Reiters. 2. Der Reiterkörper. 3. Anzug des Reiters. 4. Auswahl des Pferdes. 5. Vom Pferdekörper. 6. Die Gangarten des Pferdes. 7. Bekanntschaft mit dem Pferde und der Reitbahn. 8. Führen des Pferdes nach der Bahn und Aufstellung daselbst. 9. Aufsitzen mit Hilfe. 10. Ergreifen der Zügel. 11. Abschwingen. B. Reiten in der Bahn: I. Auf Decke und mit Trense: 1. Reiten lernt man durch Reiten. 2. Freiübungen und Sitz. 3. Das Reitergefühl. 4. Geregelte Haltung und Stellung des gerittenen Pferdes. 5. Führung des Pferdes auf Trense. 6. Von Übereinstimmung und Zusammenwirkung aller Hilfen. II. Reiten auf Sattel mit Bügeln: 1. Der englische Sattel (Pritsche). 2. Zweck des Reitens auf Sattel, Bügelschnallen, Auf- und Absitzen. 3. Sitz auf dem Sattel mit Bügeln. 4. Reiten mit Bügeln. III. Vom Reiten mit Stellung und Biegung. IV. Reiten mit Kandare: 1. Allgemeines. 2. Die Kandare (Stangenzaum). 3. Stellung der Faust und Zügelhaltung. 4. Tätigkeit der Faust und der Schenkel. 5. Führung mit der Kandare. C. Angewandtes Reiten. D. Über den Ankauf eines Reitpferdes.
Geländereiten
(Kriegs-, Jagd- und Dauerreiten)
von
S. von Sanden
Oberstleutnant a. D.
(Bibliothek für Sport und Spiel Band V)
Preis: Broschiert M. 4.–, in Leinwand gebunden M. 5.–, in Halbleder gebunden M. 6.–.
INHALT: A. Das Hindernisreiten der Kavallerie, und seine Vorbereitung: I. Anforderungen an den Reiter und sein Anzug. II. Über Kavalleriepferde und ihre Bekleidung. III. Ausbildung junger Pferde. IV. Übungen im Gelände. B. Dauerleistungen: I. Vorbereitung. Verhältnis der Leistung zu Futter und Pflege. II. Distanz-(Dauer-)Ritte. C. Reitjagden: I. Allgemeines. II. Die verschiedenen Arten von Reitjagden. III. Die Hunde. IV. Das Reiten auf der Jagd. D. Über Pflege und Wartung der Pferde.
von
S. von Sanden
Oberstleutnant a. D.
(Bibliothek für Sport und Spiel Band XXII)
Mit 19 Abbildungen
Preis: Broschiert M. 2.–, in Leinwand gebunden M. 2.80, in Halbleder gebunden M. 3.50.
INHALT: Einleitung. A. Erziehung: Im Stall und an der Hand. Maßregeln zur Gesundheitspflege. B. Über die Arbeit an der Longe: Ihre Vorteile. Über das Laufzeug. Das Personal. Die eigentliche Arbeit: Beachtenswerte Gesichtspunkte. Das Anführen auf einem Kreise. Das Pferd an der Longe ohne Führer. Die Unterhaltung mit dem Pferde durch Zurufe und Geberden. Schluß der Longenarbeit ohne Reiter. C. Vorbemerkungen zum Anreiten. Das Verhältnis zwischen der Körperhaltung und den Einwirkungen des Reiters. Wie kann man das Gefühl ausbilden? Seelische Eigenschaften eines Pferdes. Von den Körperteilen des Pferdes, die beim Reiten besonders in Betracht kommen. D. Die Longenarbeit unter dem Reiter. Aufsitzen. Erstes Anreiten. Über des Reiters jetzige Führung. Erste Biegungen des Halses und Wendungen auf der Vorhand. Vom Schenkelgehorsam im Gange. Verengern und Erweitern des Zirkels. E. Das Reiten ohne Longe. Allgemeines. Zur Sache! Wechseln von einer Hand auf die andere. Verbesserte Wendung auf der Vorhand und genaueres Schenkelweichen. Vorläufige Wendung auf der Hinterhand. Das Rückwärtstreten. Der Galopp. F. Gewöhnung an Verschiedenes. An die Gesellschaft anderer Pferde. An Straßengeräusche und Musik. An das Schießen. G. Übergang zur eigentlichen Dressur. Fachausdrücke.
Der Rennsport
von
Erich Bauer
Hauptmann a. D.
(Bibliothek für Sport und Spiel Band VIII)
Mit 32 Abbildungen
Preis: Broschiert M. 7.–, in Leinwand gebunden M. 8.–, in Halbleder gebunden M. 9.–.
INHALT: 1. Kapitel: Der Flachrennsport und sein Zusammenhang mit der Landespferdezucht. – 2. Kapitel: Das Vollblutgestüt. – 3. Kapitel: Der Rennstall. – 4. Kapitel: Das Trainieren. – 5. Kapitel: Organisation und Tätigkeit der Rennvereine. – 6. Kapitel: Rennpropositionen. – 7. Kapitel: Der Verlauf eines Rennens. – 8. Kapitel: Hindernisrennen. – 9. Kapitel: Das Wetten.
Der Hindernis-Sport
Von Fred Schmidt-Benecke
(Bibliothek für Sport und Spiel Band XXIII)
Mit vielen Abbildungen und Plänen.
Befindet sich im Druck!
von
Wilhelm Ahlers
Hauptmann a. D. Mitglied des deutschen Sportvereins.
(Bibliothek für Sport und Spiel Band XVI)
Mit 41 Abbildungen.
Dem Präsidenten des Deutschen Sportvereins Sr. Hoheit dem Prinzen Aribert von Anhalt gewidmet.
Preis: Broschiert M. 4.50, in Leinwand gebunden M. 5.50, in Halbleder gebunden M. 6.–.
INHALT: Kurzer historischer Abriss der Entwickelung des Fahrens. A. Das Wagenpferd: I. Eignet sich jede Rasse als Wagenpferd? II. Vorbereitung des Wagenpferdes für seinen Dienst. III. Pflege und Behandlung des Wagenpferdes. IV. Die Stallpflege. B. Die Beschirrung: 1. Kummet- und Sielengeschirre. 2. Einspännergeschirr für Dogcart. 3. Zweispännergeschirre. 4. Das Tandem-Geschirr. 5. Zweispännergeschirre für vierrädrige Fahrzeuge. C. Der Wagen: 1. Bau des Wagens. 2. Anforderungen an jeden eleganten Wagen. 3. Die Sportwagen. 4. Die Bespannungen. 5. Behandlung und Instandhaltung des Wagens. D. Das Fahren: 1. Der fahrende Sportsman und sein Kutscher. 2. Die Kunst des Fahrens. 3. Anfahren. 4. Das Tandemfahren. E. Das Fahren in den Strassen Berlins. F. Die Fahrschule. G. Dauerfahrten (speziell: Besprechung der Distanzfahrt Berlin-Totis). H. Der Deutsche Sportverein.
Grethlein & Co.
Verlagsbuchhandlung
LEIPZIG, Dorotheenstrasse 2.
Hinweise zur Transkription
Eine ganzseitige Illustration am Buchanfang wurde vor das Inhaltsverzeichnis verschoben.
Der Text des Originalbuches wurde grundsätzlich beibehalten, mit folgenden Ausnahmen,
Seite 6:
"164" geändert in "169"
(Schluß 169)
Seite 11:
"sehn" geändert in "sehen"
(Wilhelmine von Preußen sehen wir auf einem alten Kupferstich)
Seite 20:
"Maschienengewehr" geändert in "Maschinengewehr"
(kann dann mindestens mit dem Maschinengewehr vorgehen)
Seite 23:
"ein" geändert in "eine"
(daß z. B. eine graziös und korrekt englisch trabende Dame)
Seite 39:
"," hinter "Ansicht" entfernt
(ohne daß ich vorher meine Ansicht darüber offen ausgesprochen)
Seite 48:
"verletzten" geändert in "verletzen"
(können unterhalb des Knies verletzen und verhindern die Reiterin)
Seite 77:
"Unterlegetresse" geändert in "Unterlegetrense"
(mit der Kinnkette i und die Unterlegetrense k)
Seite 86:
"nnd" geändert in "und"
(Zügelführung mit zwei Händen und auch sonst)
Seite 90:
"Unterlagedecke" geändert in "Unterlegedecke"
(liegt der Damensattel ohne Unterlegedecke viel besser)
Seite 119:
"am" eingefügt
(wie sie am besten mit ihm auskommt)
Seite 126:
"." hinter "cm" entfernt
(richtig etwa 10-15 cm vom Körper entfernt stehen)
Seite 142:
"Angenblick" geändert in "Augenblick"
(Die Hilfe tritt in dem Augenblick ein, wo das Pferd)
Seite 143:
"aher" geändert in "aber"
(muß aber auch auf das Terrain achten)