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Der goldene Spiegel: Erzählungen in einem Rahmen cover

Der goldene Spiegel: Erzählungen in einem Rahmen

Chapter 24: Der Moloch
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About This Book

The volume frames a series of linked short stories around a young actress, Franziska, and a coterie of friends whose meetings provoke reminiscences, confessions and narrated episodes. Their relations — tender, jealous, and restless — and the visits and absences of suitors set off tales ranging from realist sketches and historical anecdotes to moral parables. Themes of yearning, artistic ambition, social ascent, fate, and the tension between vitality and self-destruction recur as characters recount adventures, loves, failures and exotic projects. The alternation of intimate salon exchange and narrated vignettes creates a varied mosaic of character studies and reflections on desire, memory and the costs of striving.

Werke von Jakob Wassermann

Die Juden von Zirndorf

Roman. Neubearbeitete Ausgabe. Vierte Auflage. Geheftet 4 Mark, in Leinen 5 Mark.

Die Geschichte der jungen Renate Fuchs

Roman. Elfte Auflage. Geheftet 6 Mark, in Leinen 7 Mark 50 Pfennig.

Der Moloch

Roman. Neubearbeitete Ausgabe. Vierte Auflage. Geheftet 4 Mark, in Leinen 5 Mark.

Der niegeküßte Mund – Hilperich

Novellistische Studien. Geheftet 2 Mark, in Leinen 3 Mark.

Alexander in Babylon

Roman. Dritte Auflage. Geheftet 3 Mark 50 Pfennig, in Leinen 4 Mark 50 Pfennig, in Leder 6 Mark.

Die Schwestern

Drei Novellen. Dritte Auflage. Geheftet 2 Mark, in Halbleder 3 Mark, in Leder 4 Mark.

Die Masken Erwin Reiners

Roman. Siebente Auflage. Geheftet 5 Mark, in Leinen 6 Mark.

Caspar Hauser oder die Trägheit des Herzens

Roman. Neunte Aufl. (Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart.)

S. Fischer, Verlag ∗ Berlin

Die Juden von Zirndorf

Der Verfasser der »Geschichte der jungen Renate Fuchs«, Jakob Wassermann, hat seinen vor zehn Jahren erschienenen Roman »Die Juden von Zirndorf« in einer neu bearbeiteten Ausgabe herausgegeben, der die Kürzungen trefflich zustatten gekommen sind. Ein merkwürdiger Roman, diese »Juden von Zirndorf«. Kaum je hat ein jüdischer Poet seinen Glaubensgenossen und über das Judentum der Gegenwart überhaupt schärfere und zutreffendere Dinge gesagt als Wassermann in diesem Buche. Die besten Eigenschaften des jüdischen Volkes erscheinen in ihm selbst verkörpert, vor allem der kritisch-skeptische Sinn, der auch sich selbst nicht schont. Mit diesem verbindet sich auch bei Wassermann eine starke, jedoch mehr mystisch als sinnlich glühende Phantasie, der namentlich in dem phantastischen »Vorspiel« des Romans, welches eine mit dem Erscheinen des merkwürdigen Messias Sabbatai Zewi verknüpfte Judenverfolgung im siebzehnten Jahrhundert behandelt, eine glänzende poetische Leistung gelungen ist.

(Neue Zürcher Zeitung)

Die Geschichte der jungen Renate Fuchs

Jedes große, befreiende Buch muß ein Buch der Erlösung und der Wiedergeburt sein. Dies ist ein Buch von der Erlösung der Frauen, »die alten sinnlichen Vorurteilen zu mißtrauen beginnen, die ihr Schicksal, ihr Frauenschicksal, erleben und nicht länger leibeigen sein wollen«. – Seit dem »Grünen Heinrich« Kellers ist in deutscher Sprache kein so interessanter und tiefsinniger Roman erschienen.

(Die Zukunft)

Der Moloch

Ein bedeutendes Werk! Bedeutend durch die ernste Idee, die ihm zugrunde liegt, bedeutend durch die psychologische und gestaltende Kunst, mit der Wassermann jene Idee zu einem groß und breit angelegten, lebensvollen Gemälde gestaltet hat!... Man kann schon aus dieser gedrängten Inhaltsangabe ersehen, daß es sich hier vorwiegend um ein psychologisches Problem handelt; der Verfasser hat dieses Problem in der Tat auch vollständig, seinem Wesen entsprechend, psychologisch behandelt, und zwar in geradezu bewundernswerter Weise. Ja, so groß ist des Autors Kunst seelischer Schilderung, daß der Leser alle die Vorgänge mitzuerleben glaubt und sie in Wahrheit mitempfindet.

(Berner Bund)

Der niegeküßte Mund – Hilperich

In diesen Novellen hat die Wassermannsche Erzählungskunst eine mehr als respektable Höhe erreicht. Es sind belletristische Kunstwerke von einer so feinen und sicheren Arbeit, wie wir ihrer in der heutigen deutschen Literatur nicht viele besitzen. Was sie vornehmlich auszeichnet, ist ihre gute Haltung im Sinne der epischen Kleinkunst. Wie hier alles in den Verhältnissen abgewogen ist, wie anmutig und doch streng die Linie fließt, wie der Zierat sich verteilt, Licht und Schatten sich verhalten, Ausführung und Andeutung zueinander stehen – alles das verrät einen in Deutschland sehr seltenen Kunstverstand und ungemein viel Talent. In dieser Hinsicht wären nur wenig Aussetzungen zu machen, so wenige, daß man sie verschweigen darf und erklären: der künstlerisch Genießende, der Kenner, wird hier sein volles Genügen finden.

(Die Zeit, Wien)

Alexander in Babylon

Nichts als der reale Gang der geschichtlichen Ereignisse von Alexanders Rückkehr aus Indien bis zu seinem vorzeitigen Tode wird uns erzählt, dies freilich in farbigreicher kulturhistorischer Ausmalung und mit ebenso kühner als intensiver Psychologie. So ist dieses Buch weit mehr ein Prosaepos als ein Roman, und es bietet weit mehr eine faszinierende Ausdeutung der Geschichte als etwa eine Spannungserzeugung durch pragmatische Verwicklungen. Auf jeden Fall aber ist es ein Kunstwerk, sowohl durch die Geschlossenheit seiner Komposition wie durch seine kaum genug zu preisende sprachliche Behandlung. Es gehört zu unsern schönsten deutschen Prosabüchern. Manche Kapitel verdienten in den Schulen gelesen zu werden. Auf solche Weise wird Geschichte lebendig gemacht und beseelt.

(Neue Freie Presse, Wien)

Die Schwestern

Die Heldinnen dieser Novellen gehören zu jenen glücklichen, unglücklichen Geschöpfen, die ein Traum, ein Aberglaube, eine Sehnsucht, ein Wahn den Dingen dieser Welt entfremdet und zu neuem, wunderlichem Dasein gerufen hat. Arme Kranke sind es, aber Wassermann sucht aus dieser Krankheit die tiefsten Geheimnisse des Lebens herauszulesen. Glänzen uns hier nicht Schönheiten entgegen, die wir sonst an unserem Lebenswege vergeblich suchen? Öffnet sich hier nicht dem Blick ein neues Leben, viel wahrhaftiger, viel lebenswerter als das, an dem wir tragen? Was ist nun Wirklichkeit, was ist nun Traum? Eine holde Schwärmerei ist das Buch, in den Tönen lieblicher Inbrunst gegeben, ein holder Traum, von siegesstarken Sehnsüchten und Ahnungen durchzuckt.

(Hannoverscher Kurier)

Die Masken Erwin Reiners

Dieser Roman wird einmal in der Entwicklungsgeschichte der modernen Literatur eine wichtige Rolle spielen. Man wird ihn als einen alles Wesentliche zusammenfassenden und reflektierenden Spiegel des zügellosen Individualitätsstrebens betrachten, das doch das entscheidende Merkmal unserer modernen Romanliteratur bleibt, von ihm zugleich aber eine Wendung zum realen Leben datieren. Es sind einige Kapitel in dem Roman, die wie das Morgenrot einer neuen Klassik anmuten.

(Westermanns Monatshefte)

Wassermanns Künstlertum wird immer geklärter und reifer. Der klangvolle Fluß der Sätze, einer altgoethischen Prosa, hat in den »Masken Erwin Reiners« eine souveräne Kraft und Freiheit. Die Linie der Handlung erhebt sich planvoll und unverwirrt, wie noch in keinem Buche Wassermanns.

(Die Zeit, Wien)

Druck von Poeschel & Trepte in Leipzig

Anmerkungen zur Transkription: Dieses elektronische Buch wurde auf Grundlage der 1912 bei S. Fischer erschienenen achten Auflage erstellt. Die nachfolgende Tabelle enthält eine Auflistung aller gegenüber dem Originaltext vorgenommenen Korrekturen. Das Inhaltsverzeichnis befand sich ursprünglich am Buchende.

[Widmung]: And yet my songs comes native -> song
p 039: chmierte -> schmierte
p 040: ließen sie sich nieder und beten -> beteten
p 063: von morens bis abends -> morgens
p 063: beschwatzte er Freunde und Bekannten -> Bekannte
p 064: mit Feuer angefülllt sei -> angefüllt
p 109: [Anführungszeichen ergänzt] wen haben Sie im Verdacht?«
p 136: [Trennung] die als Schall-loch diente. -> Schalloch
p 155: Wenn du ehrlich bist, muß du -> mußt
p 185: erinnnert mich an ein Abenteuer -> erinnert
p 206: wie eine Magnetnagel -> Magnetnadel
p 219: Gruß lächend dankte -> lächelnd
p 221: Einundzwanzig Jahre waren verfloßen -> verflossen
p 224/225: [Trennung] Inzwischen faul-lenzte er -> faulenzte
p 232: [Anführungszeichen] äußerte er: »Ich habe ...«-> ›Ich habe ...‹
p 246: Herr von Wrech lies sich nicht beirren -> ließ
p 253: ließ er den Hernhuter vor -> Herrnhuter
p 274: so dünkt es es mich -> dünkt es mich
p 310: nicht um eine Uberwinterung -> Überwinterung
p 316: bewegten sich von Südost noch Südwest -> nach
p 324: etwas von einer Spiegesung -> Spiegelung
p 324: als Sie lelbst im Augenblick denken -> selbst
p 335: [Punkt ergänzt] durch pragmatische Verwicklungen.
p 336: [Punkt ergänzt] zum realen Leben datieren.

Die Originalschreibweise und kleinere Inkonsistenzen in der Formatierung wurden prinzipiell beibehalten.

Transcriber’s Notes: This ebook has been prepared from the eighth edition published in 1912 by S. Fischer. The table below lists all corrections applied to the original text. The Table of Contents was moved from the back of the book to the front.

[Widmung]: And yet my songs comes native -> song
p 039: chmierte -> schmierte
p 040: ließen sie sich nieder und beten -> beteten
p 063: von morens bis abends -> morgens
p 063: beschwatzte er Freunde und Bekannten -> Bekannte
p 064: mit Feuer angefülllt sei -> angefüllt
p 109: [added quotes] wen haben Sie im Verdacht?«
p 136: [hyphenation] die als Schall-loch diente. -> Schalloch
p 155: Wenn du ehrlich bist, muß du -> mußt
p 185: erinnnert mich an ein Abenteuer -> erinnert
p 206: wie eine Magnetnagel -> Magnetnadel
p 219: Gruß lächend dankte -> lächelnd
p 221: Einundzwanzig Jahre waren verfloßen -> verflossen
p 224/225: [hyphenation] Inzwischen faul-lenzte er -> faulenzte
p 232: [nested quotes] äußerte er: »Ich habe ... «-> ›Ich habe ... ‹
p 246: Herr von Wrech lies sich nicht beirren -> ließ
p 253: ließ er den Hernhuter vor -> Herrnhuter
p 274: so dünkt es es mich -> dünkt es mich
p 310: nicht um eine Uberwinterung -> Überwinterung
p 316: bewegten sich von Südost noch Südwest -> nach
p 324: etwas von einer Spiegesung -> Spiegelung
p 324: als Sie lelbst im Augenblick denken -> selbst
p 335: [added period] durch pragmatische Verwicklungen.
p 336: [added period] zum realen Leben datieren.

The original spelling and minor inconsistencies in the formatting have been maintained.