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Der Graf von Saint-Germain: Das Leben eines Alchimisten cover

Der Graf von Saint-Germain: Das Leben eines Alchimisten

Chapter 34: AUS DEN „DENKWÜRDIGKEITEN“ DER LADY CRAVEN
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About This Book

A scholarly biography reconstructs the life and legends of an elusive 18th-century nobleman and reputed alchemist, juxtaposing anecdotes, contemporary memoirs and official correspondence to separate myth from documentary evidence. One part collects colorful recollections, character sketches and popular tales; the other assembles archival records, letters and official protocols that chronicle his travels, courtly engagements, a notable diplomatic mission and his final years. The author evaluates claims about secret arts and possible affiliations, examines forgeries and exaggerations, and situates the figure within the itinerant, intrigue-filled world of European high society.

AUS DEN „DENKWÜRDIGKEITEN“ DER LADY CRAVEN[100]

Ein anderer Wundermann war Saint-Germain, der am Hofe Ludwigs XV. eine Rolle spielte und hier, wie auf seinen Reisen, von der Leichtgläubigkeit der Menschen Vorteil zog. Der Graf von Lamberg[101] war sein Johannes gewesen und hatte ihn feierlich verkündet. Dieser Graf von Saint-Germain hatte mehrere tausend Jahre gelebt und mit den ausgezeichnetsten historischen Personen aller Jahrhunderte genauen Umgang gepflogen; denn er war im Besitz eines Tees, der alle Krankheiten vertrieb und ein wahres Kraut gegen den Tod war. Nur zu seiner Unterhaltung machte er Diamanten von unermeßlicher Größe. Als ein Unsterblicher nahm er nie leibliche Nahrung zu sich. Wenn er bei den Großen zur Tafel geladen worden, berührte er kein Brot, kein Fleisch, setzte kein Glas an seine Lippen, sondern begnügte sich, der Gesellschaft aus dem Schatz seiner tausendjährigen Erfahrung allerlei lehrreiche Geschichten zu erzählen. Mit Cäsar hatte er sich oft über die Mittel unterhalten, der in Verfall geratenen römischen Republik durch eine monarchische Verfassung ein neues, frisches Leben zu geben. Cäsar hatte darüber ganz eigene Ideen gehabt, die durch Unterhaltungen mit den Druiden in Britannien[102] in ihm geweckt worden. Einer von diesen Druiden sei sogar Privatsekretär bei Cäsar gewesen, und Saint-Germain hätte von ihm über den alten Zustand von Britannien viel Interessantes erfahren. Den Apostel Petrus hatte der Graf sehr genau gekannt und ihm oft freundschaftlich geraten, seine Heftigkeit zu mäßigen. Johannes sei ein schlanker, hübscher Mann gewesen, von sanftem Charakter und etwas zum Mystizismus geneigt; er habe seine Schriften dem Saint-Germain vor der Bekanntmachung mitgeteilt, der auch einige dunkle Stellen korrigiert habe.

Solche und ähnliche Geschichten erzählte der Graf mit der größten Ernsthaftigkeit, und gelehrte Männer hatten dabei nicht selten Gelegenheit, seine historischen Kenntnisse zu bewundern.

Er gesellte sich zuletzt zu dem Prinzen Karl von Hessen, dem er den Kopf verdrehte. Am Ende aber wurde dieser Unsterbliche des Lebens müde und starb wie jeder andere gewöhnliche Mensch, und wie alle seine Vorgänger auch getan haben.