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Der Jungbrunnen: Neue Märchen von einem fahrenden Schüler cover

Der Jungbrunnen: Neue Märchen von einem fahrenden Schüler

Chapter 34: Epilog.
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About This Book

This collection presents a series of short fairy tales framed by a roaming young narrator, ranging from playful, comic fables to a single, more melancholic tale of longing. The pieces mix pastoral description, music and song, and whimsical incidents with gentle moral reflection; characters include personified virtues, curious youths, and capricious folk encounters. Tone shifts between lighthearted humor and quiet sadness, and the stories vary in form and mood before closing with a brief epilogue that reflects on memory, innocence, and the pleasures of imagination.

Epilog.

Ein Krämer und ein Schneider
Die kamen zur Lorelei,
Zwei fromme, verständige Seelen,
Und war noch ein Dritter dabei.
Der Krämer hub an zu sprechen:
Ich habe viel sagen gehört,
Es säß' eine Hexe dadroben,
Die singend die Schiffer bethört.
Es spielt die liebe Sonne
Um Fels und Ufer so klar,
Und wär's mit der Hexe richtig,
Wir würden sie jetzt gewahr.
Der Schneider sprach: Einst hab' ich
So manches Meßgewand
Zu Cölln für die Priester geschneidert;
Die klärten mir auf den Verstand.
Die Mähr von der singenden Lore
Ist eitel Lug und Wahn,
Vom leidigen Teufel ersonnen,
Die armen Seelen zu fahn. –
Der Dritte ging daneben,
Sah staunend hoch empor,
Dann in die Brandung nieder
Und horchte mit halbem Ohr.
Wehmüthig blickt' er auf Jene,
Sang leise vor sich hin:
»Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Daß ich so traurig bin!«

Druck von Gustav Schade, Oranienburgerstr. 27.