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Der letzte Hansbur: Ein Bauernroman aus der Lüneburger Heide cover

Der letzte Hansbur: Ein Bauernroman aus der Lüneburger Heide

Chapter 2: Der Bullerborn.
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About This Book

The narrative presents daily life on the Lüneburg Heath through the eyes of a farming household and their neighbors, rendered in local speech to evoke regional character. It opens with the birth of a robust heir and the community's response, blending intimate domestic detail with folk belief such as the Adebar or stork bringing a child's soul. Portraits of elders, servants, and rural rituals alternate with vivid landscape description, tracing family continuity, earthy humor, and subtle tensions between tradition and change. Episodic village scenes and nature passages are paired with explanatory notes that clarify dialect and customs.

Der Bullerborn.

Es war meist noch Nacht, da warf der Storch den Tau von sich und flog los.

Mitten in der Heide lag ein klarer Pump, der Bullerborn geheißen; da ließ er sich nieder.

Die Nebelhexen verjagten sich, als der Adebar angebraust kam, und als ein heller Wind über die Heide lief und sie bei Seite stieß, und als die Sonne über die Wohld stieg und sie scharf ansah, da gaben sie das Tanzen über dem Bullerborn auf und machten, daß sie in das Bruch kamen.

Der Storch ging um den Born herum und nickte mit dem Kopfe. Fische gab es nicht in dem Wasser, dazu war es zu frisch, und Frösche erst recht nicht, denn dazu war es zu wild. Wer aber lange in den Born sah, in dem das Wasser immer um und um ging, daß der weiße Sand nur so mülmte, der wußte, was der Storch da suchte, und wenn der Pastor von Lichtelohe es auch einen Heidenschnack nannte, daß der Adebar aus dem Bullerborn die Seelen für die kleinen Kinder holen sollte, die Bauern wußten das besser.

Als die Sonne so hoch stand, daß sie just in den Born hineinsehen konnte, nahm der Storch sich auf und flog über das Bruch und die hohe Heide und die Felder, bis er da war, wo er hergekommen war, auf dem Hehlenhof, der ganz allein für sich in seinem Hausbusche lag, so daß man vor lauter Eichen und Hülsen und Holderbüschen, die hinter der mächtigen Mauer aus Ortsteinen wuchsen, nichts von ihm sah, als den Herdrauch.

Die Störchin stand auf, als der Storch kam; er aber flog über das Hausdach fort und ließ sich im Blumengarten hinter dem Wohnhause nieder, wo der Flieder durch den Tau roch und der Goldregen über den Zaun hing. Er stand zwischen den Buchsbaumrabatten und sah sich um; dann ging er bis zu der Ecke, wo das Fenster der Dönze offen stand.

Das Totenhuhn, das auf dem Windbrett saß und einen Diener über den anderen machte, drehte sich bald den Hals ab, aber es konnte nicht sehen, was der Adebar da machte, denn er war hinter einem der spitzen Machangelbüsche, die rechts und links vor der Türe standen, kam aber bald wieder heraus, ging bis mitten in den Garten und flog fort.