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Der Moskauer Prozeß gegen die Sozialrevolutionäre 1922. Revolution und Konterrevolution cover

Der Moskauer Prozeß gegen die Sozialrevolutionäre 1922. Revolution und Konterrevolution

Chapter 6: 1920.
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About This Book

The work examines a sequence of violent incidents and the subsequent Moscow trial of Social-Revolutionary figures, beginning with a murder discovered at a country dacha and unfolding amid civil unrest, foreign interventions, and shifting fronts. It reconstructs political assassinations, investigative discoveries of documents linking conspirators to external actors, and courtroom proceedings that expose organizational weaknesses within the Social-Revolutionary movement. Through reportage of speeches, arrests, and evidence, the narrative contrasts the factional, improvised character of the accused with the centralized, disciplined apparatus of their opponents, and traces how legal action, propaganda, and public opinion intersected during the contest between revolution and counterrevolution.

ANHANG.

Überblick über die Tätigkeit der S.R. in den Jahren 1917-1922.

Nach der Abdankung Nikolaus’ II. gelangen die S.R. zur Macht. Kerenski ist ein S.R. Der Landwirtschaftsminister der Provisorischen Regierung – Viktor Michailowitsch Tschernow – ist einer der bekanntesten Führer und Theoretiker der S.R. Die Provisorische Regierung setzt den Krieg gegen Deutschland fort, trotzdem Tschernow an der Zimmerwalder Konferenz teilgenommen hatte. Am 7. November 1917 wird die Kerenski-Regierung durch die Bolschewiki gestürzt.

Im Augenblick der Oktoberumwälzung gibt in Moskau die Stadtverordnetenversammlung, die eine starke S.R.-Mehrheit hatte, den Offiziersschülern den Befehl: Mit den Waffen in der Hand gegen die Arbeiter! Nach der Niederlage der Offiziersaspiranten in Petersburg sind es die S.R. Gotz und Kerenski, die die Kosakenschwadronen des Zarengenerals Krasnow gegen die Hauptstadt der Revolution anrücken lassen.

Im selben Jahre 1917 treten die S.R. in Verbindung mit einer Weißgardisten-Organisation (Filonenko). Gleichzeitig agitieren die S.R. unter den städtischen kleinbürgerlichen Schichten für die Sabotage der Sowjetmacht in den Betrieben und Fabriken und für Streiks.

1918.

Am 5. Januar 1918 eröffnete die Konstituierende Versammlung ihre Session; über die Hälfte der Mitglieder waren S.R. Am 8. Januar wurde der dritte allrussische Rätekongreß, mit einer überwiegenden Mehrheit von Bolschewiki (Kommunisten), eröffnet. Die der Arbeiter- und Bauernregierung feindlich gesinnte Konstituierende Versammlung wird aufgelöst. Die S.R. beginnen den bewaffneten Kampf gegen die Sowjetmacht. In diese Zeit fällt die Hilfe der S.R. für General Krasnow, ferner bricht in diesem Jahre der Aufstand der tschechoslowakischen Truppen (der ehemaligen Kriegsgefangenen des Zarenheeres) aus, mit denen zwei S.R.-„Regierungen“ – die fern-ostasiatische und die westsibirische durch Vermittlung des englischen Obersten Hodgson, durch den General Horvat und durch japanische Diplomaten Verhandlungen führten, um die Revolution zu zertreten.

Dann organisierten die S.R. die Rumpf-„Nationalversammlung“ in Samara. Auf Befehl des französischen Botschafters am Zarenhof, Noulens, zahlte die französische Botschaft an die S.R. Gotz, Timofejew und andere Gelder zur Aushaltung der Samaraer „Konstituante“.

Die Sozialrevolutionärin Kaplan verwundet Lenin schwer mit einer vergifteten Kugel.

Der S.R. Ssergejew erschießt Wolodarskij.

Die Kampforganisation der S.R. organisiert Attentate auf Trotzki und Sinowjew.

Von der Militärorganisation der S.R. wird in den Reihen der Roten Armee Spionage getrieben. Die S.R. führten „Expropriationen“ aus. In Petersburg wurde das Volksernährungskommissariat beraubt, in Moskau das Postamt Nr. 9, in Kaluga (südlich Moskau) wurde die Beraubung des Gouvernements-Ernährungskomitees versucht usw.

Als General Denikin nahe vor Tula (unweit Moskau im Süden) stand und Koltschak auf Tjümenj (Ostural) rückte, erläßt das Zentralkomitee der S.R. einen Aufruf an die Arbeiter, daß Denikin auf der Spitze seiner Schwerter die Reaktion gegen die Arbeiter trage usw. In Wirklichkeit bevollmächtigt das Z.K. gleichzeitig seine Mitglieder, Donskoj und Daschjewskij, mit Denikin in Unterhandlungen zu treten.

Außerdem verbreitet die Zentrale der S.R. Partei in den Reihen der Rotarmisten eine Proklamation, mit der Aufforderung, die Kampffronten gegen Denikin und Koltschak zu verlassen.

1920.

Im Jahre 1920 organisieren die S.R. einen „Bund der werktätigen Bauernschaft“, sie organisieren einen Bauernaufstand im Bezirk Tambow (südöstlich Moskau), an dessen Spitze der Bandenführer Antonow steht; Aufstände in Sibirien und an der Schwarzen Meer-Küste.

1921.

In Paris organisierten die S.R. Tschernow, Kerenski, Awksentiew gemeinsam mit den Kadetten das „Komitee der Mitglieder der Konstituante“.

Der Aufstand in Kronstadt wird von den S.R. mit allen Mitteln unterstützt.

Tätigkeit des „Administrativen Zentrums“; Gründung von Geheimorganisationen; Vorbereitungen im Kaukasus.