Fischers Bibliothek
zeitgenössischer Romane
Dritte Reihe
| 1. Bd. | Th. Fontane, Irrungen Wirrungen |
| 2. Bd. | Björnstjerne Björnson, Mary |
| 3. Bd. | Gabriele Reuter, Frauenseelen |
| 4. Bd. | Laurids Bruun, Van Zantens Insel der Verheißung |
| 5. Bd. | Sophie Hoechstetter, Passion |
| 6. Bd. | Knut Hamsun, Redakteur Lynge |
| 7. Bd. | Hermann Bahr, Theater |
| 8. Bd. | Gustaf af Geijerstam, Pastor Hallin |
| 9. Bd. | Bernhard Kellermann, Yester und Li |
| 10. Bd. | Felix Hollaender, Das letzte Glück |
| 11. Bd. | Jonas Lie, Auf Irrwegen |
| 12. Bd. | Bd. J. Wassermann, Der niegeküßte Mund |
Jeden Monat erscheint ein Band
Fischers Bibliothek zeitgenössischer Romane
Bisher erschienen unter anderen:
Gabriele d’Annunzio: Lust I/II
Hermann Bahr: Theater
Herman Bang: Am Wege
Björnstjerne Björnson: Mary
Laurids Bruun: Van Zantens glückliche Zeit
Theodor Fontane: L’Adultera
Gustaf af Geijerstam: Thora
Knut Hamsun: Redakteur Lynge
Hermann Hesse: Unterm Rad
Felix Holländer: Das letzte Glück
Bernhard Kellermann: Yester und Li
E. von Keyserling: Beate und Mareile
Jonas Lie: Eine Ehe
Peter Nansen: Julies Tagebuch
Thomas Mann: Der kleine Herr Friedemann
Gabriele Reuter: Liselotte von Reckling
Jakob Schaffner: Die Erlhöferin
Emil Strauß: Der Engelwirt
Werke von Jakob Wassermann
bei S. Fischer, Verlag, Berlin
Die Juden von Zirndorf.
Roman. Neubearbeitete Ausgabe. Vierte Auflage. Geheftet 4 Mark, in Leinen 5 Mark, in Leder 6 Mark 50 Pfg.
Kaum je hat ein jüdischer Poet seinen Glaubensgenossen, und über das Judentum der Gegenwart überhaupt schärfere, und zutreffendere Dinge gesagt als Wassermann in diesem Buche. Die besten Eigenschaften des jüdischen Volkes erscheinen in ihm selbst verkörpert, vor allem der kritisch-skeptische Sinn, der auch sich selbst nicht schont. Mit diesem verbindet sich auch bei Wassermann eine starke, jedoch mehr mystisch als sinnlich glühende Phantasie, der namentlich in dem phantastischen »Vorspiel« des Romans eine glänzende poetische Leistung gelungen ist. Dieses Vorspiel bildet den Grundakkord zu der in unseren Tagen spielenden Geschichte der »Juden von Zirndorf«, in denen ein begabter Jüngling Agathon, der das edelste Judentum verkörpert, die von einem brutalen Christen erduldete Schmach durch einen Mord an seinem Peiniger rächt.
(Neue Zürcher Zeitung)
Die Geschichte der jungen Renate Fuchs.
Elfte Auflage. Geheftet 6 Mark, in Leinen 7 Mark 50 Pfg.
Jedes große, befreiende Buch muß ein Buch der Erlösung und der Wiedergeburt sein. Dies ist ein Buch von der Erlösung der Frauen, »die alten sinnlichen Vorurteilen zu mißtrauen beginnen, die ihr Schicksal, ihr Frauenschicksal erleben und nicht länger leibeigen sein wollen«. – Seit dem »Grünen Heinrich« Kellers ist in deutscher Sprache kein so interessanter und tiefsinniger Roman erschienen.
(Die Zukunft)
Der Moloch.
Roman. Neubearbeitete Ausgabe. Vierte Auflage. Geheftet 4 Mark, in Leinen 5 Mark, in Leder 6 Mark 50 Pfg.
Ein bedeutendes Werk! Bedeutend durch die ernste Idee, die ihm zugrunde liegt, bedeutend durch die psychologische und gestaltende Kunst, mit der Wassermann jene Idee zu einem groß und breit angelegten, lebensvollen Gemälde gestaltet hat!... Der Verfasser hat dieses psychologische Problem in der Tat auch vollständig, seinem Wesen entsprechend, psychologisch behandelt, und zwar in geradezu bewundernswerter Weise. Mag das Weltbild, das Wassermann hier entwirft, ein einseitiges sein, mögen einzelne weniger interessierende Seiten seines Bildes gar zu breit aufgeführt, mag selbst die ihm zugrunde liegende Idee nicht unbedingt anzuerkennen sein und das Poetische etwas zu kurz kommen –, so viel bleibt gewiß, daß das umfangreiche Werk von Anfang bis zum Ende eine Stimmung ausströmt, die unwiderstehlich fesselt und mit der Macht fast eines Erlebnisses wirkt.
(Berner Bund)
Der niegeküßte Mund – Hilperich.
Novellistische Studien. Geheftet 2 Mark, in Leinen 3 Mark.
In diesen Novellen hat die Wassermannsche Erzählungskunst eine mehr als respektable Höhe erreicht. Es sind belletristische Kunstwerke von einer so feinen und sicheren Arbeit, wie wir ihrer in der heutigen deutschen Literatur nicht viele besitzen. Was sie vornehmlich auszeichnet, ist ihre gute Haltung im Sinne der epischen Kleinkunst. Wie hier alles in den Verhältnissen abgewogen ist, wie anmutig und doch streng die Linie fließt, wie der Zierat sich verteilt, Licht und Schatten sich verhalten, Ausführung und Andeutung zueinander stehen – alles das verrät einen in Deutschland sehr seltenen Kunstverstand und ungemein viel Talent.
(Die Zeit, Wien)
Alexander in Babylon.
Roman. Dritte Auflage. Geheftet 3 Mark 50 Pfg., in Leinen 4 Mark 50 Pfg., in Leder 6 Mark.
Nichts als der reale Gang der geschichtlichen Ereignisse von Alexanders Rückkehr aus Indien bis zu seinem vorzeitigen Tode wird uns erzählt, dies freilich in farbigreicher kulturhistorischer Ausmalung und mit ebenso kühner als intensiver Psychologie. So ist dieses Buch weit mehr ein Prosaepos als ein Roman, und es bietet weit mehr eine faszinierende Ausdeutung der Geschichte als etwa eine Spannungserzeugung durch pragmatische Verwicklungen. Auf jeden Fall aber ist es ein Kunstwerk, sowohl durch die Geschlossenheit seiner Komposition wie durch seine kaum genug zu preisende sprachliche Behandlung. Es gehört zu unsern schönsten deutschen Prosabüchern. Manche Kapitel verdienten in den Schulen gelesen zu werden. Auf solche Weise wird Geschichte lebendig gemacht und beseelt.
(Neue Freie Presse, Wien)
Die Schwestern.
Drei Novellen. Dritte Auflage. Geheftet 2 Mark, in Halbleder 3 Mark, in Leder 4 Mark.
Der Vortrag dieser Geschichten ist stilistisch meisterhaft, in der Schilderung des Tatsächlichen von der Einfachheit der altitalienischen Novellen, dabei hin und wieder blitzend von seltsam geschliffenen Wortprägungen spezifisch Wassermannscher Art. Nur einem kabbalistischen Grübelsinn, einer so heißen Phantasie wie der dieses deutschen Orientalen konnte es gelingen, die Verrücktheiten der kastilischen Isabella so tief poetisch märchenhaft zu durchleuchten und aus den zwei phantastisch konstruierten Kriminalfällen das Rauschen geheimnisvoller seelischer Unterströmungen so hervortönen zu lassen.
(Literarisches Echo)
Die Masken Erwin Reiners.
Roman. Siebente Auflage. Geheftet 5 Mark, gebunden 6 Mark.
Dieser Roman wird einmal in der Entwicklungsgeschichte der modernen Literatur eine wichtige Rolle spielen. Man wird ihn als einen alles Wesentliche zusammenfassenden und reflektierenden Spiegel des zügellosen Individualitätsstrebens betrachten, das doch das entscheidende Merkmal unserer modernen Romanliteratur bleibt, von ihm zugleich aber eine Wendung zum realen Leben datieren. Es sind einige Kapitel in dem Roman, die wie das Morgenrot einer neuen Klassik anmuten.
(Westermanns Monatshefte)
Druck der Spamerschen Buchdruckerei in Leipzig
[Anmerkungen zur Transkription: Dieses elektronische Buch wurde auf Grundlage der 1911 in der Reihe »Fischers Bibliothek zeitgenössischer Romane« erschienenen Ausgabe erstellt. Die nachfolgende Tabelle enthält eine Auflistung aller gegenüber dem Originaltext vorgenommenen Korrekturen. Soweit möglich, wurden die Korrekturen der typographischen Fehler anhand der Erstausgabe im Albert Langen Verlag, München, 1903 überprüft (Der niegeküßte Mund und Hilperich). Die Verlagswerbung wurde am Ende des Buchs gesammelt.
p 011: Komma ergänzt: glänzenden, gefährlichen
p 013: Freundes empor, der ihm um zwei Kopflängen -> ihn
p 017: Drittel Kapitel -> Drittes
p 037: erwiderte der Lerhre -> Lehrer
p 053: dagegewesen -> dagewesen
p 071: Dinkeslbühler -> Dinkelsbühler
p 071: Der Lehrer entgegenete nichts darauf. -> entgegnete
p 103: Zustand des Zweifelsund -> Zweifels und
p 140: Punkt ergänzt: Scherben eines Spiegels.
p 157: Gustav af Geijerstam -> Gustaf ]
[Transcriber’s Note: This ebook has been prepared from the edition published in 1911 as part of the series "Fischers Bibliothek zeitgenössischer Romane". The table below lists all corrections applied to the original text. Where available, the corrections have been cross-checked with the first print of "Der niegeküßte Mund" and "Hilperich" published at Albert Langen Verlag, München, 1903. The publisher’s advertisements have been collected at the end of the book.
p 011: added comma: glänzenden, gefährlichen
p 013: Freundes empor, der ihm um zwei Kopflängen -> ihn
p 017: Drittel Kapitel -> Drittes
p 037: erwiderte der Lerhre -> Lehrer
p 053: dagegewesen -> dagewesen
p 071: Dinkeslbühler -> Dinkelsbühler
p 071: Der Lehrer entgegenete nichts darauf. -> entgegnete
p 103: Zustand des Zweifelsund -> Zweifels und
p 140: added period: Scherben eines Spiegels.
p 157: Gustav af Geijerstam -> Gustaf ]