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Der Schatz der Sierra Madre

Chapter 20: 19
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About This Book

The narrative follows a group of characters, primarily focusing on their desperate quest for wealth in the Sierra Madre mountains. The story explores themes of greed, survival, and the harsh realities of human nature as the characters navigate the challenges of mining for gold. It delves into the moral dilemmas faced by individuals driven by the desire for riches, highlighting the impact of wealth on relationships and personal integrity. The setting serves as a backdrop for the exploration of ambition and the consequences of pursuing material gain, ultimately reflecting on the futility and dangers of such pursuits.

19

ür Curtin begann eine entsetzliche Nacht. Nicht aber für Dobbs. Nachdem er die schwache Seite Curtins entdeckt hatte, fühlte er sich durchaus sicher. Er konnte nun mit Curtin spielen.

Curtin hatte sich so weit entfernt von Dobbs niedergelegt, daß er ihn gut im Auge behalten konnte und zu gleicher Zeit Raum genug hatte, um ihn mit vorgehaltener Waffe zu empfangen, falls er einen Überfall versuchen sollte. Curtin bemühte sich mit allen Kräften, wach zu bleiben. Er war durch den Tagesmarsch ermüdet, und er fühlte, daß es nicht leicht sein würde, die ganze Nacht durchzuhalten. Umhergehen mochte er nicht, weil er glaubte, das würde ihn noch mehr ermüden. Er saß eine Weile aufrecht, aber auch das ermüdete ihn. Dann dachte er, es sei besser, sich in die Decke zu rollen und niederzulegen. Dabei könne der Körper ruhen. Dobbs würde auch nicht wissen, wenn er ein wenig einschliefe, weil er das nicht so genau sehen könnte.

Nach einer Stunde etwa, als Curtin sich so lange nicht bewegt hatte, richtete sich Dobbs auf und begann zu kriechen. Sofort hatte Curtin den Revolver hoch: „Nicht einen Schritt weiter“, rief er hinüber.

„Guter Nachtwächter“, erwiderte Dobbs und lachte.

Spät nach Mitternacht wachte Dobbs durch das Schreien eines der Esel auf. Er machte wieder den Versuch zu kriechen, aber Curtin hielt ihn sofort auf.

Nun wußte Dobbs, daß er gewinnen würde, und schlief fest ein. Er holte sich seine Nachtruhe, die er durch die beiden kleinen Tricks Curtin entzog. Die nächste Nacht gehörte ihm.

Am Tage hatte Dobbs die Spitze des Zuges zu nehmen. Da konnte er nichts ausrichten. Dann kam wieder der Abend und dann die Nacht.

Kurz nach Mitternacht stand Dobbs ganz ruhig auf, ging hinüber zu Curtin und nahm ihm die Revolver ab. Dann stieß er ihm mit dem Fuße heftig in die Rippen.

„Auf, du Schurke,“ sagte er, „die Karten sind abermals gemischt. Diesmal aber zum letzten Male.“

Curtin war schlaftrunken und fragte: „Was? Karten gemischt?“

Dann begriff er und wollte aufstehen.

„Bleibe nur sitzen“, sagte Dobbs und setzte sich vor ihm nieder. Er stieß das Holz weiter ins Feuer, und die Flammen leuchteten auf.

„Viel zu sprechen haben wir wohl nicht“, fuhr Dobbs fort. „Ich mache nicht für dich die Kinderwärterin wie du für mich die letzte Nacht und den vergangenen Tag. Ich mache jetzt reines Geschäft. Ich will hier nicht die ganze Zeit in Angst leben.“

„Also Mord.“ Curtin sagte es ohne Aufregung. Er war zu müde, als daß er den Sinn des ganzen Vorganges erfaßt hätte.

„Mord?“ antwortete Dobbs. „Wo ist Mord? Ich muß mich doch meiner Haut wehren. Ich bin doch nicht dein Gefangener. Ich bin doch nicht auf deine Gnade angewiesen, wie lange du mich zappeln läßt.“

„So glatt wird das nicht gehen“, sagte Curtin, langsam zu seinen Gedanken kommend. „Der Alte wird dich ja nicht so leise abziehen lassen.“

„Wird er nicht? Einfach. Du hast mich an einen Baum gebunden und bist mit der ganzen Güte abgezogen. Ist doch ganz einfach. Der sucht nach dir. Du bist der Schuft. Daß er dich nicht findet, das laß nur ruhig meine Sorge sein. Auf nun und marsch, vorwärts.“

„Wohin vorwärts?“ fragte Curtin.

„Zum Begräbnisplatz. Oder hast du vielleicht gedacht zum Tanzvergnügen? Es steht dir ja frei, es aufzufassen wie du willst. Zu beten hast du wohl nicht. Ich möchte auch wissen, zu wem. Du kommst schon ganz von selbst an den richtigen Ort. Sei darum nur nicht in Sorge. Ich kürze nur die Zeit ein wenig ab, das ist alles. Also los, marsch, vorwärts.“

„Und wenn ich nicht gehe?“ fragte Curtin. Er war noch immer müde und schlaftrunken. Daß es bitterer Ernst sei, was um ihn herum hier vorging, das wußte er genau. Aber seine Müdigkeit ließ ihn den Vorgang nicht in dem vollen Sinne erfassen, daß er weiterdenken konnte als bis zu dem Schuß, den er gleich hören würde. Er faßte in seiner Schläfrigkeit nicht die Tatsache auf, daß es nach dem Schuß mit seinem Dasein aus sein würde. Ihm erschien alles das, was geredet und getan wurde, wie ein Traum. Und in diesem Traum verlor er nicht ganz das Bewußtsein, daß es ein Traum sei und nichts weiter, daß er morgen früh aufwachen und sich des Traumes nur ganz fern erinnern werde. Dennoch versuchte er, die Vorgänge in diesem Traume seinem Gedächtnis fest einzuprägen, damit er sie im wachen Zustande genau wiederholen könne. Es schien ihm wichtig zu sein, diesen Traum nicht zu vergessen, weil dieser Traum ihm ein so scharfes Charakterbild des Dobbs zeigte, wie er es nie vorher gesehen zu haben glaubte. Er erinnerte sich ganz deutlich, einmal gehört zu haben, daß man im Traum einen Menschen zuweilen besser kennen und beurteilen lerne als im wachen Leben, und er nahm sich vor, von morgen früh an vor Dobbs noch mehr auf der Hut zu sein als bisher.

„Ich kann doch auch hier sitzen bleiben“, sagte er, während seine Augen geschlossen waren. „Warum soll ich erst noch lange marschieren, ich bin müde und will schlafen.“

„Kannst dich dann lange genug ausschlafen“, sagte Dobbs. „Vorwärts, hoch und los!“

Das laute barsche Kommandieren des Dobbs quälte Curtin, und um es nicht mehr hören zu müssen, stand er schwankend und stolpernd auf. Dobbs stieß ihn mit den Fäusten vor sich her. Fünfzig oder sechzig Schritte weit in das Gehölz. Dann schoß er ihn nieder.

Curtin brach sofort zusammen. Dobbs beugte sich nieder, und als er weder einen Atemzug noch ein Seufzen hörte, schob er den Revolver in die Tasche und ging zurück zum Feuer.

Hier saß er eine Weile und versuchte auszudenken, was nun zu tun sei. Aber es kam ihm auch nicht ein Gedanke. Er fühlte sich ganz leer. Er starrte ins Feuer, schob Holz nach oder stieß es mit den Füßen in die Glut. Dann zündete er sich eine Pfeife an.

Als er ein paar Züge getan hatte, huschte endlich ein Gedanke durch sein Hirn. Er dachte, daß er vielleicht Curtin gar nicht getroffen habe, daß der nur gestolpert und hingefallen sei, gerade als der Schuß gefeuert wurde. Er drehte sich um nach dem Gehölz, wo Curtin lag. Eine Weile sah er scharf hinüber, als erwarte er, daß Curtin auf ihn zukommen würde.

Dann wurde ihm das Sitzen unbequem. Er stand auf, ging ein paarmal um das Feuer und stieß mit den Stiefelspitzen die Äste nach. Er setzte sich wieder und zog seine Decke heran. Er wickelte sich ein und streckte sich dann lang aus. Mit einem tiefen Atemzug gedachte er einzuschlafen. Aber mitten im Atem hielt er an. Er war sicher, daß er Curtin nicht getroffen hatte, und daß der plötzlich vor ihm stehen würde mit dem gezogenen Revolver. Das ertrug er nicht. Es störte ihn am Einschlafen.

Er riß einen dicken brennenden Ast aus dem Feuer und ging damit ins Gehölz. Curtin lag noch an derselben Stelle. Er atmete nicht und hatte die Augen geschlossen. Dobbs hielt ihm den flammenden Ast dicht vor das Gesicht. Aber Curtin rührte sich nicht. Sein Hemd war auf der Brust voll von frischem Blut.

Zufriedengestellt wollte Dobbs gehen. Aber noch ehe er drei Schritte getan hatte, drehte er sich um, zog den Revolver und feuerte abermals einen Schuß auf Curtin. Dann kehrte er zurück zum Lagerplatz.

Er schlug sich die Decke um die Schultern und setzte sich ans Feuer.

„Verflucht, mir schlug doch das Gewissen,“ sagte er lachend zu sich selbst, „wenn ich denke, daß er etwa gar noch hätte leben können. Aber nun bin ich beruhigt.“

Dieses Wort „Gewissen“, das er jetzt gebraucht hatte, setzte sich aber in seinen Gedanken fest. Es arbeitete selbständig weiter, und jeder Satz, der sich in ihm bildete, gruppierte sich um das Wort „Gewissen“. Nicht so sehr um den Begriff als vielmehr um das nackte Wort.

Nun will ich doch sehen, ob das Gewissen mir einen Streich spielt, dachte er. Mord ist das Schlimmste, das man tun kann. Also wird nun das Gewissen wach werden. Aber ich habe nie von einem Henker gehört, daß ihn sein Gewissen geplagt hätte. Mr. McDollin in Sing Sing hat hundertfünfzig in den elektrischen Stuhl gesetzt, und es scheint ihm Vergnügen zu machen. Er schläft sicher ruhig in seinem Bett jede Nacht, ohne daß ihn das Gewissen peinigt. Vielleicht sind da vier Knöpfe, und es drücken vier Mann jeder auf einen Knopf, und keiner weiß, welcher Knopf der Todesknopf war. Aber Mr. McDollin muß jeden Burschen doch festklammern im Stuhl. Er hat hundertfünfzig oder mehr schon umgebracht und ist doch ein geachteter Mann, ein Staatsbeamter.

Wieviel Deutsche habe ich denn in Frankreich abgeschlachtet? Fünfzehn? Ich glaube, es waren dreiundzwanzig. „Fein“, sagte der Colonel. Und ich habe immer gut geschlafen, es ist mir keiner von den Deutschen je im Schlafe erschienen, keiner hat mein Gewissen beunruhigt. Nicht einmal ihre Mütter oder ihre Frauen oder ihre kleinen Kinder haben mich belästigt im Schlaf oder im Wachen. Wie war das da auf der Argonnenhöhe? Ein Maschinengewehrnest der Deutschen. Donnerwetter, wie wacker haben sich die gehalten. Mit zwei vollen Kompanien konnten wir nicht heran. Dann waren sie verschossen. Winkten mit einem weißen Fetzen. Waren noch elf übrig von diesen wackern Jungen. Wir kamen ran. Sie hielten alle die Hände hoch. Sie lachten uns an. Es waren ehrliche Soldaten. Dachten uns auch ehrliche Soldaten. Wir haben sie alle abgestochen wie Vieh. Der am schlimmsten gestochen und gewütet hat und auch keinen Verwundeten schonte, war ein Steinhofer mit Namen. In Deutschland geboren und mit siebzehn Jahren rübergekommen. Seine Eltern und Geschwister sind noch alle in Deutschland. Der war der, der kein Erbarmen kannte. Da waren ein paar, die baten um ihr Leben, weil sie so viele Kinder hätten. Was sagte der feine Steinhofer zu jenen Vätern? Wie war es doch? Na, es war so gemein, und er stach. Ich glaube, er hat eine Medaille bekommen. Aber ein englischer Ordonnanzoffizier kam gerade hinzu, als das Schlachten um die letzten paar Jungen ging, die sich gar nicht wehrten, sondern ganz stillhielten. Und der Engländer sagte: „Dirty dogs, solltet euch was schämen.“ Wenn sich nicht einmal Steinhofer schämte, wenn sich nicht einmal so viele andre seiner Landsleute schämten, die deutschmörderischer wurden bei der Kriegserklärung als der blutgierigste Jingo, warum sollte ich mich schämen? Mir hat das Gewissen um jene deutschen Jungen nie geschlagen, Steinhofer erst recht nicht. Warum soll mich das Gewissen nun beunruhigen dieses widerwärtigen Burschen Curtin wegen? Wenn er nur tot ist, dann ist das Gewissen beruhigt. Das Gewissen schlägt nur dann, wenn das Zuchthaus wartet oder der Henker mit dem Strick dasteht. Wenn man freigesprochen ist oder die Strafe abgesessen hat, erscheint einem der Gemordete nicht mehr.

Er erscheint einem nur dann, wenn man Angst hat, daß es herauskommen könnte, oder daß man gefaßt werden könnte.

Und weil Soldaten und Henker bezahlt werden, darum läßt sie das Gewissen immer in Ruhe, auch wenn sie noch so viele Menschen umbringen. Wovor sollte ich Angst haben? Ich habe die Beute, und Curtin wird nie gefunden. Besser, ich grabe ihn morgen früh noch ein.

Dobbs lachte laut heraus. Er fand es lustig, daß seine Gedanken plötzlich so lebhaft geworden waren und so eilig durcheinanderliefen. Es erschien ihm merkwürdig, daß er so weise geworden war, daß er so kluge Gedanken hatte. Er dachte, das ließe sich vielleicht niederschreiben, und man würde ihn für einen Gelehrten halten. Und er wunderte sich über sich selbst, daß er nie vorher gewußt habe, wie klug und vorurteilslos er denken könne. Er dachte jetzt, es müsse doch sehr leicht sein, mit den Moralpredigern, die immer von dem Gewissen faseln, ohne daß sie jemals mit dem Gewissen in einer großen Sache in Berührung gekommen sind, fertig zu werden und ihnen zu beweisen, daß alles das, was sie da reden und schreiben, und womit sie die Menschen ihr Leben lang ängstigen, nichts als Humbug ist. Wenn man an ein Gewissen glaubt, dann hat man eins, und dann schlägt es einem auf Kommando; wenn man nicht an ein Gewissen glaubt, so hat man keins, und es belästigt einen nie.

Dobbs streckte sich am Feuer lang aus, und während er einzuschlafen begann, fühlte er, daß er so gut schlafen würde, wie er seit Tagen nicht geschlafen habe. Und in der Tat schlief er fest durch bis zum Morgen.

Er trank etwas von dem Kaffee, der von gestern abend übriggeblieben war, und begann aufzupacken. Erst beim Aufpacken fiel ihm ein, daß Curtin tot sei. Das betrachtete er als eine Tatsache, die ihn nicht mehr anging, als wenn Curtin an irgendeiner Krankheit gestorben wäre, oder daß ihn irgend jemand erschlagen habe. Er fühlte sich als Zuschauer. Es kam ihm nicht einen Augenblick lang ein Gefühl des Mitleids oder etwa gar ein Gefühl der Reue. Er hatte nichts zu bereuen. Curtin war aus dem Wege geschafft, und das gab ihm vollkommene Ruhe.

Er überlegte, ob er das Gut Curtins an sich nehmen oder ob er es einfach hier liegenlassen solle. Aber kaum zu Ende gedacht, hatte er auch schon entschieden. Es wäre Unsinn gewesen, die Packen hier zurückzulassen. Sie wären eine Beute der Banditen oder herummarodierender Indianer geworden. Curtin konnte das Zeug doch jetzt nicht mehr gebrauchen. Dagegen: was konnte er, Dobbs, mit dieser wertvollen Last alles anfangen! Er konnte zum Beispiel – aber das war ja gar nicht zum Ausdenken, was er damit tun konnte. Es wäre zwar übertrieben gewesen, zu sagen, daß ihn die ganze Ladung zum steinreichen Mann machen würde. Nicht einmal zu einem reichen Manne. Aber doch zu einem wohlhabenden. Und da er sich nicht müßig damit zur Ruhe setzen würde, sondern etwas damit unternehmen, eine Fabrik oder eine große Viehfarm oder Spekulation oder –. Nein, Spekulation besser nicht. Fraglich, ob er Glück haben würde. Aber warum nicht? Etwa des kleinen Erlebnisses der Notwehr wegen? Die schäbigsten Spitzbuben haben das größte Glück. Nur der Anständige und der Ehrenwerte, die haben immer Pech, was sie auch anpacken, was sie auch beginnen mögen. Freilich, wenn er alles Gut hier zurückließe, konnte ihm niemand den Vorwurf machen, daß er etwa gar der Beute wegen zur Notwehr gegriffen habe. Es gibt Leute und sogar Richter, die eine Sache völlig verdrehen und verwickeln können, daß am Ende ein glatter Raubmord herauskommt. Läßt er aber die Ladung des Curtin hier zurück, und sie wird von andern aufgelesen, glaubt ihm keine Menschenseele, daß er nichts genommen habe, was Curtin gehörte. Besser schon, er nimmt es getrosten Mutes mit und macht sich vorläufig einmal keine Sorgen darüber. Kommt etwas zum Licht, dann hat er noch immer reichlich Zeit zu sagen: „Was wollt ihr denn, hier ist doch das ganze Eigentum des Mannes; ich habe ihm nichts gestohlen.“ Er wird erst einmal sehen, wie lange es gut geht, und wie weit er kommt.

Geht ebenso leicht mit dem Gute Howards. Wenn er ihn auffindet, well, da ist es genau so, wie du es mir übergeben hast. Er soll ihn erst einmal auffinden. Und findet er ihn später einmal, man kann es nicht wissen, es gibt manchmal so merkwürdige Zufälle, dann haben ihm Banditen auf der Reise eben alles abgenommen, und er hat gerade das nackte Leben und einen seiner eignen Säcke retten können. Es sind ja so viele Banditen herum. Denen kann man schließlich alles aufhängen, weil ihnen ja alles zuzutrauen ist. Die haben auch den Curtin erschossen. Vielleicht ist es doch besser zu sagen, sie hätten sich beide gezankt und verprügelt, und dann hätten sie sich getrennt. Curtin ist dann einen andern Weg gegangen, und was aus ihm geworden ist, das kann er nicht wissen. Aber es ist doch besser, lieber gleich die Geschichte mit dem Überfall der Banditen zu erzählen. Wozu sich lange den Kopf zerbrechen, was er sagen und erzählen wird. Erst einmal in Sicherheit in der Stadt sein, dann wird sich auch ein Ausweg finden, wie das alles schön geordnet werden kann. Man könnte auch ganz offen auf den Alten in Tampico warten und ihm mit einer wilden Geschichte entgegenspringen, so daß er jede Nachforschung sein läßt. Den einen oder die zwei Säcke, die man gerettet hat aus den Klauen der Banditen, kann man teilen mit dem Alten. Dann ist er ganz zufrieden, daß er wenigstens etwas übrigbehalten hat, und sagt kein Wort weiter. Vielleicht stößt auch dem Alten auf der Reise bis zur Bahn noch etwas zu. Wenn man nur ein paar Mestizen zur Hand hätte. Für zwanzig Pesos oder fünfundzwanzig könnten sie dem Alten auflauern und ihn beiseiteräumen; dann weiß überhaupt niemand etwas von der ganzen Sache.